54— ersteren sind mit Kreuzgewölben überspannt, das Treppenhaus und auch die Corridore der beiden Geschosse mit Backsteinkappen zwischen schmiedeeisernen Trägern über- wölbt. Das Kellergeschoss ist durchgehends lberwölbt, theils mit Kreuzgewölben, theils mit Kappengewölben zwischen Gurten oder schmiedeeisernen Trägern, von denen einige mittelst gusseiserner Säulen unterstützt sind. Im Uebrigen sind die Decken der Geschosse in gewöhnlicher Weise aus kräftigen Balkenlagen gebildet.
Die doppelarmige Hanpttreppe ist bis zum ersten Stock massiv mit Sandstein- stufen, in der Fortsetzung zum zweiten Stock aus Gusseisen. Beide Theile haben gleichartigen Bohlenbelag der Stufen und Parkettirung der Podeste; das gusseiserne Geländer mit polirtem eichenen Handlauf ist gleichmässig durchgeführt und findet auf den Podesten Stützen an den zweiarmigen gusseisernen Kandelabern.
Es verdient erwähnt zu werden, dass sämmtliche Gussstücke von der Wilhelms- hütte bei Seesen(Braunschweig) in höchster Vollendung ausgeführt sind.
Die unteren Theile der Wände sind in sämmtlichen Sälen etc. der drei Geschosse mit beiläufig /3 m hohen Holzsockeln bekleidet, die der oberen Corridore und des Treppenhauses mit Lambries von Im Höhe. Einen weiteren Schutz haben die unteren Wandflächen, ausnahmlich derjenigen in den Sammlungssälen und den Corridoren 3 durch mehrmaligen Oelfarbenanstrich erhalten, dessen Abschluss gegen die oberen Wandflächen in rot. 1,7 m Höhe über dem Fussboden dureh Leisten bewirkt ist, welche zugleich die Aufgabe haben, Kleiderhaken zu tragen. Bei dieser Anordnung ist es möglich den Anstrich der unteren Wandflächen zu erneuern, ohne die Wanddecoration zu berühren. Die Bibliothek, das Lehrerzimmer ‚ die Zeichensäle und ein Theil der Auditorien sind vor den übrigen Auditorien und den Sammlungsräumen in der Weise ausgezeichnet, dass die Decken mit abgetönten Friesen und farbigen Linien umrahmt sind und die Wände zum oberen Abschlusse Ornamentenfriese erhalten haben; die Wandflächen sind mit einigen Linien abgesetzt. Dass einzelne Auditorien nicht in der- selben Weise decorirt sind hat nur darin seinen Grund, dass durch die Eingangs erwähnten Umstände die Mittel des Kostenanschlags nicht so weit reichen wollten. Es ist wünschenswerth, dass dieser Mangel in der Folge noch ausgeglichen werde und ist die Arbeit auch ohne grosse Unbequemlichkeiten auszuführen. Bei den ausgenom- menen Räumen sind die Decken und Wände, bei den oberen Corridoren nur die Wände mit einzelnen Linien abgesetzt. Die Wandfarbe der Corridore ist perlgrau, diejenige der übrigen Räume meistens grünlich, in einigen Sälen ein warmer grauer Steinton.
Das Geschäftszimmer des Directors ist etwas reicher decorirt um es in einigen Zusammenhang mit dem anliegenden Conferenzzimmer zu bringen, welches allein ein Consolengesims aus Gypsstuck und durch die Munificenz des Curatorium-Mitgliedes, des Herrn Commerzienraths Hensch el, cine farbige ornamentale Decoration in Wachsfarben erhalten hat. Das Conferenzzimmer wird einen weiteren Schmuck erhalten durch die Büste Sr. Majestät des Kaisers und Königs, ferner durch eine grosse Photographie des Forum in Rom; wünschenswerth würde es sein, wenn noch weitere Büsten auf- gestellt werden könnten von Männern, welche sich um das gewerbliche Unterrichts-


