Jahrgang 
1873
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Der Kostenanschlag zu dem definitiven Bauproject schloss mit der Summe von 83200 Thlr. ab, ohne die Nebenanlagen und die innere Einrichtung des Gebäudes zu berücksichtigen, für welche vielmehr höheren Orts die spätere Entscheidung vor- behalten war,

Die Bauausfüͤhrung hat durch den Krieg mit allen seinen Nachwirkungen er- hebliche Verzögerungen und durch die bekannten masslosen Steigerungen der Preise aller Baumaterialien und der Arbeitslöhne nicht unerhebliche Vertheuerung erlitten. Se. Excellenz der Herr Minister hat in Rücksicht auf solche unberechenbaren Verhältnisse die Einzel-Etats entsprechend erhöht.

Im Ganzen sind nach den Kostenanschlägen und den nachträglichen Verwilli- gungen für den Bau aufgewandt, bezw. noch zu verausgaben:

1) für den Bauplatz.... rot. 19790 Thlr., 2) die Pflasterungen etc.. 2150 3) das Gebäude... 90290 4) das Nebengebäude.. 1970

5) die innere Einrichtung 8400

Total 122600 Thlr.

Das Schulgebäude besteht aus einem Iauptbau lüngs der Cölnischen Strasse und einem nach der Tiefe des Grundstücks sich erstreckenden Flügel. Die Anordnung ist so getroffen, dass nur die Schmalseite des Flügels bis an die nachbarliche Grenze tritt, im Uebrigen ist das Gebäude von Hofraum umgeben, welcher zu beiden Seiten des Gebäudes Einfahrten hat. In der nordwestlichen Ecke des Grundstücks ist ein Nebengebäude errichtet, welches Closetts und ein Pissoir enthält.

Ueber einem hohen Kellergeschoss hat das Gebäude ein Erdgeschoss und zwei Etagen. Die lichten Höhen derselben sind bezw. 3,04 m, 4,38 m, 4,48 m und 4,76 m. Das Kellergeschoss ist in Sandbruchsteinen mit Quaderverblendung, die übrigen Geschosse in Backsteinen mit äusserer Verblendung aus gelben Thonsteinen aufgeführt. Die Brüstungs- und Gurtgesimse und die Fenstersohlbänke sind aus weissem Sandstein nergestellt, das Hauptgesims dagegen wie die Friese und Fensterbrüstungen, aus reich ornamentirten Terracotten von gelber Farbe. Die Dachflächen sind mit westfälischem Schiefer gedeckt.

Die Architektur der imposanten Façade hat einen aufstrebenden Character, indem die übereinander liegenden Fenster der beiden oberen Geschosse in kräftig profilirte Rundbogenblenden zusammengefasst sind; die Horizontale ist dabei durch die kräftige Ausbildung der Brüstungen gentgend betont. Der in der Mitte der Façade angeordnete Haupteingang ist durch eine Vorlage und durch figurenbekrönte Pfeiler markirt; er bildet nach der Strasse eine kleine Vorhalle, in deren Grunde die reich geschnitzte eichene Eingangsthür sich befindet. 4

Im Innern ist die Eingangshalle, der Corridor des Erdgeschosses und der untere Theil des Treppenhauses, wie die Façaden in Backsteinrohbau ausgeführt. Die