Jahrgang 
1930
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e) Wahlfreier Unterricht auf der Oberstufe.

1. Hebräisch: OI G Schüler), UI G Schüler), OII(2 Schüler). Studienrat i. R. Dr. facob.

2. Englisch: OII(Sommerhalbjahr 25 Schüler, Winterhalbjahr 19 Schüler). Studienrat Ziegler.

3. Zur Vertiefung des Unterrichts der Oberstufe in den lehrplanmäßigen Fächern oder zu seiner Ergänzung nach einer besonderen Seite hin sind sechs Wochenstunden vorgesehen, in denen die Schüler je nach ihrer Neigung in Wissensgebiete einzelner Lehrfächer eingeführt werden sollen, die über die allgemeinen Ziele des betreffenden Lehrfachs im Klassenunterricht hinausführen. Dieser Vertiefungsunterricht verteilt sich folgendermaßen:

Sommerhalbjahr 1929: Kunstgeschichte. OI(15 Schüler). Studienrat Temme. Physikalisch-Technisch. OI(6, Schüler), OII(8 Schüler). Studienrat Lau. Römische Geschichtsquellen. OII(17 Schüler). Studienrat Dr. Feyerabend. Philosophie der griechischen Tragödie. OI(10 Schüler), OII G Schüler). Studienassessor Dr. Zuntz. Winterhalbjahr 1929,30: Vorträge aus Kunstgeschichte der Griechen. Platons Phaidon. OI(10 Schüler). Studienrat Temme. Das griechische Theater in klassischer Zeit. OII(10 Schüler). Studienrat Dr. Feyerabend. Physikalisch-Technisch. OI(6 Schüler), O II(0 Schüler). Studienrat Lau.

Philosophie der griechischen Tragödie. OI(10 Schüler), UI(2 Schüler), O II(4 Schüler) Studienassessor Dr. Zuntz.

f) Die bei der schriftlichen Reifeprüfung Ostern 1930 gestellten Aufgaben.

Deutscher Aufsatz: siehe Id. OI A.

Latein: Plinius Epist. VI 16(mit Textverkürzungen). Griechisch: Platon Gorg. 70.(523/4).

Hebräisch: Psalm 100(5 Verse).

Mathematik:

2.: 1. Die Funktion y= ist zu untersuchen und bildlich darzustellen(Einheit der Abszissen l cm, der Ordinaten 20 cm).

2. Vom Scheitel A der großen Achse einer Ellipse ist auf den Durchmesser und vom Scheitel A, auf die Tangente eines beweglichen Ellipsenpunktes P, das Lot gefällt. Welches ist der Ort der Schnittpunkte dieser Lote? Konstruiere die Achsen dieses Ortes und skizziere die Kurve selbst.

3. Welches von allen einem Kreise mit dem Radiuser einbeschriebenen Dreiecken hat den größten Flächeninhalt?

g) Die Einrichtung des künstlerischen Unterrichts.

1. Musik. Nach den Gesang- und Musikrichtlinien für die Lehrpläne der höheren Schulen Preußens sollder Musik- unterricht Gefühl, Phantasie, Gestaltungswillen und Gestaltungsvermögen von der musikalischen Seite her entwickeln und dadurch der gesamten Persönlichkeitsbildung, auch der ethischen Bildung dienen. Die gesamte Musik in allen ihren Erscheinungsformen tritt jetzt an die Stelle des bisherigen Gesangunterrichts und ist ein Erziehungsmittel zur Bildung des sittlichen Menschen. Im Gesangunterricht wurden behandelt in VI Einführung in die Notenschrift, melodische, rhythmische Ton- und Lautbildungsübungen, C, G- und F-Leiter, Lehre vom Dreiklang, Kadenzen, Er- findungsübungen, Kanon, Modulationen, einstimmige Volkslieder und Choräle. In V zweistimmige Volkslieder, Choräle, Lehre vom Dominantseptakkord, Synkope, Kanon, Erfindungsübungen, Auffinden einer zweiten Stimme, Liedformen, Quintenzirkel. In IVI homophone und polyphone Lieder auch mit obligaten Instrumenten. Die erweiterte Liedform und deren Anwendung. Die wichtigsten Formen der Vokal- und Instrumentalmusik, Entwicklung des Volks- und Kunst- liedes. Eingehend wurde das Requiem von Brahms besprochen, das im Bußtagskonzert zur Aufführung kam. Chor und Orchester hatten öfters Gelegenheit, bei Schulfeiern mitzuwirken. Im Mittelpunkt stand die Jubiläumsfeier, der Chor sangDem Andenken des Gefallenen von Heinrichs,Der gute Kamerad undHessenland von J. Lewalter, einem ehe- maligen Schüler des Friedrichsgymnasiums. Das Orchester spielte ein Larghetto von Stamitz. Oberschullehrer Eckoldt.

2. Zeichnen. VI IV. Gestalten von Erlebnissen und Eindrücken aus der Umwelt des Kindes. Kleben, modellieren und malen. Wiedergabe bewußt beobachteter Geschehnisse aus dem Gedächtnis. Farbenspiele. Zeigen von Bildern und Photographien hessischer Bauformen. UIIIUII. Zeichnen nach selbstgewählten Motiven aus der Vorstellung oder nach der Natur. Arbeiten in größerem Format, zu denen Skizzen in Museen, auf der Straße gemacht wurden. Projek- tivische Darstellung von Werkzeugen, Autowerkstätten und Fabrikbetrieben. Werkzeichnungen in Verbindung mit dem Bootsbau im Werkunterricht. Besuche der Museen und Ausstellungen. Skizzieren in der Tierschau. Schrift. OI Ol. Bildmäßiges Lösen gestellter Aufgaben in Raum und Farbe, dazu Skizzen nach Menschen, Tieren, Straßenbildern und Landschaften. Zeichnen für eine Tierschau auf dem Schulfest. Plakat. Schrift. Vorträge über Rembrandt und Michel- angelo. Lichtbilder griechischer und moderner Plastik.