Jahrgang 
1927
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VI. Chronik der Schule.

Die Überfülle von Anregungen und Veranstaltungen für die Schüler in sportlicher Hinsicht im Sommer, im Winter durch Lehrfilm, Vorträge, Theater, Konzerte, Ausstellungen, legt der Schule nach wie vor die Pflicht auf zu sichten, um die Arbeit der Schule vor Zersplitterung zu bewahren.

Am 2. 5. 1926 rief die Einweihungsfeier der Hessen-Kampfbahn auch unsere Schule in diese wunderschön gebaute Sportanlage, auf der die Kasseler Jugend fortan um den körperlichen Prinzipat ringen wird.

Der unerbittliche Tod entriß am 21. 5. 1926 uns einen ehemaligen Schüler Karlheinz Milchsack, der durch ein schweres Herzleiden seit längerer Zeit von uns getrennt war, jedoch bei seinen sämtlichen Lehrern und Mitschülern der größten Liebe sich erfreute.

Unter den wenigen Vortragskünstlern, die in der Aula zu Worte kamen, verdient hervorgehoben zu werden Herr Nietheim-Salzburg, der am 20. 8. 1926 in sehr humorvoller Weiseallerhand lustige G'schichten ausm Steirischen und Tiroler Landl zum Vortrag brachte.

Am 11. 8. 1926 zur Verfassungsfeier sprach Herr Studienrat Wagner.

Wie im vorigen Jahre, so wurden auch 1926 einem besonders begabten Reifeprüfling auf Antrag der Schule die Studienmittel aus der Studienstiftung des Deutschen Volkes zunächst auf zwei Semester bewilligt. Der Stipendiat des Vorjahres erwarb sich auf der Universität die dauernde Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Vom 21. 6. bis 2. 7. 1926 war Herr Studienrat Lau zum Ruderkursus Wannsee beurlaubt.

Am 23. 10. 1926 beteiligte sich die Schule an der Reformationsfeier in St. Martin zu Kassel im Anschluß an das Jubiläum der Homberger Synode. Die Predigt hielt Herr Kirchenrat Eisenberg, ein ehemaliger Fridericianer.

Vom 17. bis 22. 1. 1927 nahmen die Herren Studienrat Dr. Feyerabend und Groß, vom 24. bis 290. 1. 1927 Herr Studienrat Ziegler an dem Frankfurter Kursus zur Einführung in die Lehrpläne teil.

Eine schöne Weihnachtsfeier führte am 18. 12. 1926 im Pensionshaus Wilhelmshöhe die Mitglieder des Vereins ehemaliger Friedrichsgymnasiasten zusammen unter Leitung des Allertreuesten, Herrn Justizrat Wenning. Viele von uns sahen an diesem Abend Herrn Wenning, den ein jäher Tod bald darauf uns entriß, zum letzten Male. R. i. p.

Herr Landgerichtsdirektor Dr. Baehr,(Selbst alter Fridericianer) lud die I zwecks Einführung in das Gerichts- wesen am 26. 1. 1927 zu einer Schwurgerichtssitzung ein. Am 1. 2. 1927 hielt er im Gymnasium in höchst dankens- werter Weise eine daran anschließende Besprechung.

Am 2. 2. 1027 sprachen in der Aula vor der gesamten Schülerschaft als Redner des V. D. A. die Herren Dr. Castel- pietra aus Innsbruck und Studienassessor Dr. Bell, Kassel. Die V. D. A.-Gruppe der Anstalt ist die stärkste in Kassel. Ge- plant ist im nächsten Jahr ein Sommeraufenthalt der ganzen Schule in Tirol oder Steiermark.

Zur Gedächtnisfeier für unsere gefallenen Kriegshelden am 18. 3. 1927 sprach Herr Studienassessor Sierig. Die Erinnerungsrede umrahmten: Trauermarsch von Beethoven(Orchester), Vortrag: Chor der Toten von C. F. Meyer (Boehnke OII), Ich hatt' einen Kameraden(Chor), Kein schönrer Tod ist auf der Welt(Chor) und Trauermarsch von Mendelssohn(Orchester).

Der schulamtliche Arzt, Herr Geheimrat Dr. Rockwitz, untersuchte im Verlauf des Sommerhalbjahres sämtliche Schüler der Anstalt für die Teilnahme am orthopädischen Turnunterricht. Die Anstalt ist mit neuen Bänken ausgestattet worden.

Am 24. 3. 1927 besichtigte der Fachberater für den Zeichenunterricht für Hessen-Nassau und Westfalen, Herr Professor Michel, den Zeichenunterricht der Anstalt.

Unter dem Vorsitz des Herrn Vizepräsident Dr. Borbein fand am 1. und 2. März 1027 die Reifeprüfung statt. Die Entlassung der Abiturienten führte am 26. März 1927 die Schüler in der Aula zusammen. Das Schülerorchester spielte Trio l von Haydn, der Schülerchor sang den Komitat, der Director legte in eine kurze Ansprache die Abschiedsgrüße der Schule.

VII. Erlasse und Verfügungen. Mitteilungen an die Erziehungsberechtigten.

Sämtliche Lehrer haben bestimmte, den Schülern bekannte Sprechstunden angesetzt, in denen sie auch ohne vor- herige Anmeldung im Schulgebäude zu sprechen sind. Anmeldung ist erwünscht, wenn die Eltern Erkundigungen ein- ziehen wollen, die ohne vorherige Rücksprache des Klassenleiters mit anderen Lehrern unmöxglich sind. Es wird im Sinne