II. Verfügungen der vorgeſetzten Behörden.
8. III. Neue Ordnung für Dienſtwohnungen.— 24. III. Durch Allerhöchſten Erlaß vom 13. d. M. iſt dem Proſeſſor Hüpeden der Rote Adlerorden IV. Kl. verliehen worden.—. 10. IV. Oſtermann— Müllers lateiniſches Ubungsbuch für Sexta(Ausgabe O) darf eingeführt werden.— 13. IV. Der Kandidat Siebold wird als Probandus der Anſtalt auf ein Halbjahr über⸗ wieſen.— 15. IV. Rauſchens Leſebuch für den katholiſchen Religionsunterricht darf eingeführt werden.— 10. V. Der Direktor wird zu dem archäologiſchen Ferienkurſus in Frankfurt a./M., Mainz und Trier auf den 6. VI. einberufen.— 31. V. Fußvorleger aus Leder werden empfohlen.— 21. VII. Vorſchriften über die Reinigung der Fußböden werden überſandt.— 31. VII. Der Ober⸗ lehrer Paul erhält den Charakter als Profeſſor und den Rang der Räte IV. Kl.— 26. VIII. Der Lehramtsaſſiſtent Vaillandet wird für das Winterhalbjahr zugewieſen.— 2. IX. Die ſogenannte „Kurzſtunde“(45 Minuten) wird eingeführt.— 5. X. Dem Profeſſor Stoll iſt durch Allerhöchſten Erlaß v. 28. X. der Rote Adlerorden IV. Kl. verliehen worden.— 11. X. Der Kandidat Wagner wird als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an das Gymnaſium zu Marburg berufen.— 12. X. Der Kandidat Fiſcher hat das Probejahr an der Oberrealſchule Ihier abzulegen.— 7., 12. X. Als Seminar⸗ kandidaten werden Karl Engelhardt und Dr. Ernſt Voltz, als Probandus Gerhard Sauer zugewieſen. — 19. X. Die Schulordnung wird genehmigt.— 28. X. Über die Klaſſenarbeiten werden neue Beſtimmungen erlaſſen.— 21. XII., 10. I. Der Oberlehrer Fechner erhält den Charakter als Profeſſor und den Rang der Räte IV. Kl.— 20. I. Frei⸗ und Atemübungen ſind täglich in einer der Pauſen vorzunehmen.— 15. IV., 30. V., 8., 10. VII., 5. VIII., 11. VIII., 15. VIII., 10., 23. X., 13. XII. Empfohlen werden: Leitfaden für die erſte Hilfe bei plötzlichen Erkrankungen und Unglücksſällen; Beiträge zur Naturdenkmalpflege; Kirchner, Die Zahnpflege in den Schulen; Mit Zeppelin nach⸗ Spitzbergen; Rübſaamens Werk über die Gallinſekten; Nauticus, Jahrbuch für Deutſchlands See⸗ intereſſen für 1911; Sondernummer der Leipziger Illuſtrierten Zeitung anläßlich des 200. Geburts⸗ tages Friedrichs des Großen; Nothelferbuch; Schriften des deutſchen Ausſchuſſes für den mathema⸗ tiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Unterricht; Abhandlungen über den mathematiſchen Unterricht in Deutſchland, herausgegeben von F. Klein; außerdem eine größere Anzahl von Werken für die Pflege des Geſangsunterrichts.
III. Schulgeſchichte.
An Seine Majeſtät den Kaiſer hatte nach Beratung mit dem Lehrerkollegium der Direktor am 3. II. 1911 die ehrfurchtsvolle Bitte um den Erſatz der Fahne gerichtet, die von Allerhöchſtderen hochſeligen Eltern zum 1. September 1875 der Prima geſchenkt, von Allerhöchſtdemſelben einſt der Schülerſchaft des Gymnaſiums vorangetragen und nun von Wind und Wetter ſo mitgenommen worden war, daß ſie ihrem Zwecke nicht mehr dienen konnte. Auf dieſe Eingabe teilte das Geheime Zivilkabinett bereits am 24. II. mit,„daß Seine Majeſtät der Kaiſer und König an Stelle der von Allerhöchſtihren hochſeligen Eltern ſeiner Zeit geſchenkten, jetzt unbrauchbar gewordenen Schulfahne gern eine neue Fahne ſtiften wollen, zunächſt aber die alte zu beſichtigen wuͤnſchen.“ Nachdem die alte Fahne alsbald dem Geheimen Zivilkabinett mit der Bitte um ſpätere Rückgabe eingereicht worden war, benachrichtigte dieſes am 16. VIII. aus Wilhelmshöhe den Direktor:—.
.„Seine Majeſtät der Kaiſer und König wollen die Gnade haben, der Prima des Königlichen Friedrichsgymnaſiums die von Allerhöchſtihnen geſtiftete Fahne am Sonnabend, den 19. d. M., vormittags 10 Uhr, vor dem hieſigen Schloſſe Perſönlich zu übergeben, und haben beſtimmt, daß Ew. Hochwohlgeboren und die Lehrer der Prima mit den Schülern derſelben ſich zu dem be⸗ zeichneten Zeitpunkt hier einfinden.“ 2
Am 19. VIII., kurz vor 10 Uhr, nahm die Prima, geführt von ihrem Vorturner Heckhoff,
in zwei Gliedern, voran der Fahnenträger mit zwei Begleitern, vor dem Portal des Schloſſes Auf⸗ ſtellung, die Lehrer rechts von ihr, und ſie hatten die Freude, Ihre Majeſtät die Kaiſerin und Ihre Kaiſerliche und Königliche Hoheit Prinzeſſin Viktoria Louiſe am Fenſter des Obergeſchoſſes zu ſehen. Bald traten Seine Majeſtät der Kaiſer in der Hofjagduniform aus dem Portal, grüßten huldvoll und ſprachen unter Hinweis auf die bereitſtehende Fahne:


