6.
Aufgaben für die Reifeprüfung Michaelis 1911.
1. In welchem Punkte und unter welchem Winkel ſchneiden ſich die Tangenten in den Punkten Pi (2 5 poſitiv) und Pz(8; y boſſtiv) der Parabel y²= 18?— 2. Welche Höhe hat die Kappe einer Kugel von rm Halbmeſſer, wenn die Kappe ebenſo groß iſt wie die Oberfläche des ihr eingeſchriebenen Kegels?— 3. Wie hoch ſtand in Caſſel((= 515,3) die Sonne bei einer Deklination von 21⁰,3 um 11 Uhr vormittags, und wie groß war ihr Azimut?— 4. Ein Kapital, das ſich zu p% jährlich verzinſte, wurde in n Jahren dadurch aufgezehrt, daß von ihm am Ende jedes Jahres ein gewiſſer Bruchteil des urſprünglichen Kapitals weggenommen wurde. Wie groß war dieſer Bruchteil? p= 3,5; n= 13. 1
Oſtern 1912.
1. Es ſoll ein Dreieck hergeſtellt werden, von dem b— c= d, 9a und ℳ gegeben ſind.— 2. Um einen geruden Zyllinder, deſſen Höhe ſich zum Halbmeſſer ſeiner Grundfläche wie 8 zu 3 verhält, iſt eine Kugel geſchrieben. Wie verhält ſich der Inhalt der Schicht, die von den Grundflächen des Zylinders begrenzt wird, zu dem Inhalt eines der beiden Abſchnitte, die durch die Grundflächen des Zylinders von der Kugel abgetrennt ſind?— 3. Welche
ographiſche Breite hat ein Ort, an dem die Sonne bei einer Deklination von 5 um 1 Uhr nachmittags wahrer Sonnenzeit eine Höhe von ho hat?= 18,3. h= 50.— 4. In welchem Punkte und unter welchem Winkel ſchneiden ſich die Tangenten in den Punkten Pi(4 ½; 4) und Pz(6 ¾;— 3) der Ellipſe 25 x*+ 64 y²2= 16002
Phyſik. Lehre vom Licht und mathematiſche Erdkunde. Halbjährlich eine kürzere Ausarbeitung. Zeichnen wie IIa.
Unterprima.
Evangeliſche Religionslehre. Kirchengeſchichte bis zum Jahre 1648. Geleſen der Römerbrief, teilweiſe im Urtext. Wiederholungen.
Deutſch. Das Volkslied(Geſchichte des Volksliedes, Behandlung von etwa 50 Muſterbeiſpielen, Auswendiglernen und Singen von 29 Liedern). Klopſtocks Leben nach Kluge, ſeine Dichtungen nach dem Leſebuch. Leſſing(ſein Leben; eingehend beſprochen Philotas, Emilia Galotti, Minna von Barnhelm, Nathan der Weiſe, Wie die Alten den Tod gebildet, Laokoon). Goethe(ſein Leben; von ſiner Schriften Wahrheit und Dichtung, Werthers Leiden, Italieniſche Reiſe in Auswahl, Iphigenie, Egmont, Taſſo. Die Balladen und etwa 40 Gedichte aus der Liebes⸗ und Gedankenlyrik). Shakeſpeares Macbeth. Mündliche Berichte(4—5 von jedem Schüler), zwei kürzere Ausarbeitungen).
. Aufſätze: 1. Homer und die Griechen(nach Kaulbachs Wandbild).— 2. IIœroie„dο εσανσι πμασνi 1 710⁴m⁷ͤ 118 80.(Klaſſenaufſatz).— 3. Inwiefern kann man Minna von Barnhelm ein preußiſches Stück nennen?— 4. Iſt wirklich jeder ſeines Glückes Schmied?(Klaſſenaufſatz).— 5. Was iſt von dem Ratſchlag des Horaz„nil admirari“ zu halten?(Klaſſenaufſatz).— 6. Wer hat recht, Kreon oder Antigone?— 7. Wie wird Macbeth zum Verbrecher?— 8. Welche Bedeutung hat der Chor für die griechiſche Tragödie?(nachzuweiſen an Sophokles’ Antigone). Latein. Geleſen Tac. Germ. 1— 32. Annal. I 53— 57, 59— 71; II 5— 27. Ciceros philoſophiſche
Schriften, in Weißenfels' Auswahl S. 1—37. Hor. carm. I 1, 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10, 11, 12, 14, 17, 18, 20, 21, 22, 24, 26, 31, 35, 37, 38; II 1, 2, 3, 6, 7, 10, 13, 14, 16, 18, 20; epod. 1. 2; sat. I 1. 4, 105— 143. 6. 9. Auswendig gelernt carm. I 1. 3. 11; II 3. 10. Cic. Tusc. V 2. 5. Alle 14 Tage eine Überſetzung ins Lateiniſche; im Winter 2 wöchentlich 3mal Überſetzung von einigen Übungsſätzen ins Lateiniſche, etwa monatlich ein Extemporale. Halbjährlich eine kürzere Ausarbeitung, vierteljährlich eine Überſetzung ins Deutſche.
Griechiſch. Geleſen Ilias—XII mit Auswahl(etwa 2000 Verſe). Sophokles' Antigone(auswendig gelernt 100— 115, 332— 75). Platos Apologie(ganz), Phaidon mit Auswahl. Soplokles' König Odipus und Odipus auf Kolonos, Aſchylus Oreſtie und Perſer in Überſetzung. Alle 14 Tage eine ſchriftliche Arbeit, meiſt Überſetzungen aus dem Griechiſchen ins Deutſche, halb⸗ jährlich eine kürzere Ausarbeitung. Beſprechung antiker Kunſtwerke im Muſeum.
Franzöſiſch. Molière, Les Femmes savantes. Toepffer, Nouvelles genévoises. Sprechübungen im Anſchluß an die Lektüre. Wiederholung der wichtigſten Kapitel der Grammatik. Schrift⸗ liche Klaſſenüberſetzungen aus dem Deutſchen ins Franzöſiſche und umgekehrt. Auswendig⸗ lernen von Proſaſtellen und Gedichten.


