Schüler des Friedrichs⸗Gymnaſiums, zunächſt ſolcher, die der Familie des Stifters angehören. S. Programm von 1881, S. 13.— Das Kapiaal dieſer Stiftung beträgt jetzt 3066,06 Mark. Die Zinſen wurden ſtiftungsmäßig den beiden Enkeln des Stifters, den Obertertianern Hans Appel und Karl Groß verliehen.
11. Das Luther⸗Stipendium des Friedrichs⸗ Gymnaſiums zu Caſſel, geſtiftet zum 10. November 1883 von den damaligen evangeliſchen Lehrern des Gymnaſiums für ſolche S dieeendt der ev. Theologie, welche Abiturienten dieſer Anſtalt geweſen ſind. S. Programm von 1884, S. 37.— Das Stiftungskapital beträgt jetzt 4178,99 Mark.— Das Stipendium dieſer Stiftung erhielt für 1900 der Stud. theol. Otto Riemenſchneider aus Caſſel.
12. Die Gideon Vogt⸗Stiftung, geſtiftet 1893 von Lehrern des Gymnaſiums und früheren Amtsgenoſſen und Schülern des am 31. März 1893 in den Ruheſtand getretenen Direktors Geh. Reg.⸗Rats Dr. Gideon Vogt zu Geldgeſchenken an begabte, fleißige, brave und bedürftige Schüler des Friedrichs⸗ Gymnaſiums, im Sommer vorzugsweiſe als Beihülfe zur Beſtreitung der Koſten einer Badekur oder eines Landaufenthaltes. S. Programm von 1894, S. 14 f.— Das Stiftungskapital beträgt jetzt 4959,44 Mark. Ein Stipendium wurde für 1900 dem Oberſekundaner Otto Melcher verliehen.
Das neue Schuljahr wird Montag, den 15. April nachm. 3 Uhr mit einer gemeinſamen Andacht eröffnet werden. Am Vormittage deſſelben Tages von 8 Uhr an findet die Aufnahmeprüfung der neu zugehenden Schüler ſtatt, ſoweit dieſe nicht ſchon am 29. März geprüft worden ſind.
Eine in hohem Grade betrübende Thatſache iſt vor kurzem zu Tage getreten. Es wurde entdeckt, daß ſchon ſeit längerer Zeit unſere Primaner faſt ſämtlich an einer verbindungsartigen Vereinigung zu Trinkgelagen mehr oder weniger beteiligt geweſen ſind. Sie haben ſich dadurch ſchwere Strafen zugezogen, die auch in den Zeugniſſen einen bleibenden Makel für die Cenſur im Betragen nach ſich ziehen werden. Viele Eltern ſind dadurch in ſchwere Betrübnis verſetzt worden. Freilich haben auch manche Eltern darum gewußt und die Teilnahme ihrer Söhne ruhig zugelaſſen, ja manche Väter haben dieſe Zu⸗ ſammenkünfte gebilligt. Wie kann da die Schule die Zucht aufrecht erhalten und die Schüler zu Fleiß und Pflichttreue erziehen? Manche haben wohl mit Beſorgnis den Ungehorſam ihrer Söhne geahnt, haben ſich aber geſcheut ſich in dieſer Angelegenheit an die Schule zu wenden. Warum hat ſich von dieſen niemand vertrauensvoll an den Direktor gewandt? Es hüätte dadurch viel Leid verhütet werden können. Ich bitte die Eltern, die ja durch ihre Namensunterſchrift in den Zeugnisheften ſich verpflichtet haben, uns in der Aufrechterhaltung der Beſtimmungen der Schule zu unterſtützen, dringend in ihrem eignen Intereſſe darüber zu wachen, daß ſolche Ausſchreitungen nicht wieder vorkommen.
Caſſel, am 20. März 1901.
r. Fr. Heußner.


