Jahrgang 
1928
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IV und U III: Beſondere Pflege des drei⸗ bis vierſtimmigen polyphonen Geſanges an Hand der SammlungPerlen alter Tonkunſt von Otto. Einführung in die Baßnoten.

0 III und U II: Hiſtoriſche Entwicklung der Notenſchrift. Heydn, Mozart, Beethoven. Durchnahme desFliegenden Holländer und derZauberflöte als Vorbereitung für die Thea⸗ terfahrten nach Kaſſel. Klavierſonaten.

U II O I: Wie in O III und U II mit beſonderer Berückſichtigung der Inſtrumentalwerke und Mozarts Opern.

Der Knabenchor ſang bei den Aufführungen desElias am 15. und 22. Mai in Corbach und Wildungen dasEngelterzett.

Das Streichorcheſter erhielt durch Vermittlung des Direktors einen Streichbaß als Geſchenk des Herrn Landesdirektors und beteiligte ſich mit Erfolg(Mozarts Nachtmuſik) an dem diesjähri⸗ gen Schülerkonzert am 18. März imWaldecker Hof.

Die Gumnaſialkapelle gab unter Leitung des Hausmeiſters Lorenz wieder neben einigen Platzkonzerten ein gut beſuchtes Konzert imEvangeliſchen Gemeindehaus am 3. Dezember und begleitete die Klaſſen O III O l auf der ſchönen Turnfahrt nach der Wartburg.

2. Der Zeichenunterricht wurde vorwiegend nach denRichtlinien erteilt. Von Jahr zu Jahr macht ſich das Fehlen eines Zeichenſaales, beſonders bei dem Unterricht der Oberklaſſen, in immer unangenehmerer und eine planmäßige Erteilung des Zeichenunterrichts beeinträchtigender Weiſe bemerkbar. Da die Prima im Zeichnen nicht geteilt werden konnte, und kein größerer geeigneter Raum zur Verfügung ſteht, wurden die Arbeiten und Uebungen bei günſtigem Wetter im Freien vorgenommen. Als neue Ausdrucksmöglichkeit wurden Verſuche mit dem neu beſchafften Opalo⸗ graph und der Helioradierung gemacht, welche die Schüler als Erſatz für Radierung und Litho⸗ graphie ſtark befriedigten. In graphiſchen Darſtellungen wurde den Baudenkmälern unſerer alten Stadt beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt.

3. Für die Leibesübungen waren 7 Turn⸗ und 4 Spielabteilungen gebildet. Da die Mitbe⸗ nutzung der ſtädtiſchen Turnhalle bei der raſch wachſenden Schüler⸗ und Klaſſenzahl der Stadt⸗ ſchule zu unhaltbaren Zuſtänden führt, hat die Waldeckiſche Landesregierung, die nach wie vor für alle Wünſche und Nöte der Anſtalt weitgehendes und verſtändnisvolles Entgegenkommen zeigt, zu unſerer großen Freude den Bau einer eignen mit Zeichenſaal verbundenen Turnhalle in Aus⸗ ſicht genommen. Die Ausführung dieſes großzügigen Planes bedeutet für das Landesgymnaſium eine außerordentlich wertvolle Vermehrung der vorhandenen Räumlichkeiten und die Erfüllung eines lange gehegten Wunſches. Es iſt für den Anſtaltsleiter eine angenehme Pflicht, dem Herrn Präſidenten und den Herrn Dezernenten der Landesregierung ſowie dem Waldeckiſchen Landtag an dieſer Stelle den aufrichtigen Dank der Schule zum Ausdruck zu bringen.

Für das Turnen im Freien ſtanden wie im Vorjahre ein geräumiger Platz neben der ſtädti⸗ ſchen Turnhalle und ein großer Spielplatz außerhalb der Stadt auf der ſogenannten Hauer zur Verfügung.

Im Mittelpunkte des Spielturnens ſtanden diePreußenſpiele. Wir gewannen das Schlag⸗ ballwettſpiel Anfang Auguſt gegen das Realgymnaſium Arolſen, verloren aber das Spiel gegen die Oberrealſchule II in Kaſſel, das am 27. Auguſt in Arolſen ausgetragen wurde.

Der turneriſche Teil der Reife prüfung wurde unter dem Vorſitz des Direktors in zwei Ab⸗ ſchnitten am 16. 9. 27(volkstümliche Uebungen) und am 29. 2. 28(Geräteturnen an Reck, Barren und Pferd) abgehalten.