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In den Tagen vom 7.—11, bezw. am 21. und 22. Auguſt beſtanden im ganzen 8 Oberprimaner und 6 Unterprimaner die Notreifeprüfung(ſ. Verzeichnis der Abiturienten). Sie traten ſämtlich in das Heer ein, ebenſo wie im Laufe des Krieges aus Oberſekunda 4 Schüler(Eichhöfer, Fiſcher, Kalkowski, Kamm) und aus Unterſekunda 5(Beier, Goebel, Ibold, Meier, Wachenfeld).
Drei von dieſen ehemaligen Schülern(Paul Valentin, Grevel und Goebel, ſ. Ehrentafel Nr. 7, 11, 15) deckt ſchon die Erde in Feindesland. Die jeweilige Wochenandacht war dem Andenken der für das Vaterland geſtorbenen jungen Helden gewidmet.
Die übrigen Schüler, die dem Vaterlande nicht mit der Waffe in der Hand dienen konnten, betätigten, groß wie klein, ihre Opferwilligkeit durch rühriges Zugreifen bei der Einbringung der Ernte, beim Einſammeln von Goldmünzen zur Ablieferung an die Reichs⸗ bank und durch andere Dienſtleiſtungen, die gelegentlich von ihnen gefordert werden mußten. 5
Am 5. November wohnte Herr Provinzialſchulrat Kanzow dem Unterricht in einer Anzahl von Klaſſen bei. In einer darauf folgenden Konferenz wurde die Frage behandelt, welche Stellung dem Krieg im Unterricht zuzuweiſen ſei und wie die Schüler zum inneren Miterleben der großen Zeit angeregt werden könnten.
Zur Feier des Geburtstages Sr. Durchlaucht des Fürſten nahmen Lehrer und Schüler an dem allgemeinen Feſtgottesdienſt teil.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde durch eine Feier in der Aula be⸗ gangen. Herr Profeſſor Cramer hielt die Feſtrede über„Das Deutſchtum im Ausland.“ Zwei Schülern konnten Erinnerungsgaben an dieſe Kaiſersgeburtstagsfeier in ernſter, gro⸗ ßer Zeit überreicht werden, dem Obertertianer Karl Münch das von Sr. Majeſtät ge⸗ ſtiftete Buch von Leberecht„Auf, über, unter Waſſer“ und dem Unterprimaner Wilhelm Uden Büchmanns„Geflügelte Worte“, überwieſen von dem Herrn Miniſter der geiſtlichen und Unterrichtsangelegenheiten. Nach der Schulfeier beteiligte ſich die Anſtalt an dem Feſtgottesdienſt.
Von dem ſonſt üblichen und ſtets mit großem Beifall aufgenommenen Schülerkonzert mußte diesmal Abſtand genommen werden, da mit der Einberufung des Herrn Hopff das muſikaliſche Leben der Anſtalt leider verſtummt war. Aus dieſem Grunde mußte auch die Schulfeier am 27. Januar ohne Mitwirkung des Schülerchors ſtattfinden.
Die ſchriftlichen Prüfungsarbeiten der Oſterabiturienten wurden in der Zeit vom 1. bis 5. Februar angefertigt. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorſitz des Herrn Provinzialſchulrats Kanzow am 19. Februar ſtatt. Den beiden einzigen Prüflingen wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt, dem einen von ihnen mit Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Des 100 jährigen Geburtstages Bismarcks wurde in den letzten Tagen des Schuljahres im Unterricht gedacht.
Der Geſundheitszuſtand war bei Lehrern und Schülern während des verfloſſenen Schuljahres im ganzen recht befriedigend.


