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der Anſtalt zu wirken. Während der Pfingſtferien erkrankte er an einem ſchweren inneren Leiden und mußte zunächſt bis zu den Sommerferien beurlaubt werden. Nach einer mehr⸗ wöchigen Badekur glaubte er ſich ſoweit hergeſtellt, daß er nach den Ferien ſeine Tätigkeit wieder aufnahm. Aber ſchon nach kurzer Zeit mußte er von neuem um Urlaub nachſuchen. Am 16. Oktober wurde er zu Freiburg i. B., wo er Heilung zu finden gehofft hatte, durch den Tod von ſeinem Leiden erlöſt.
Herr Müller hatte ſich in der kurzen Zeit ſeines Wirkens durch ſein gerades und zuver⸗ läſſiges Weſen die Hochſchätzung ſeiner Amtsgenoſſen erworben. Die ihm anvertraute Jugend hatte er in gewiſſenhafteſter Pflichttreue, ſelbſt in Tagen, wo ſein Körper zu ver⸗ ſagen drohte, in jeder Weiſe zu fördern geſucht. Ehre ſeinem Andenken!
Zum Gedächtnistag von Düppel waren der Anſtalt zwei Abzüge der von Ihrer Majeſtät der Kaiſerin geſtifteten Wiedergabe der Urſchrift des Liedes„Schleswig⸗Holſtein meerum⸗ ſchlungen“ überwieſen worden. Die Erinnerungsblätter wurden dem Oberprimaner Paul Valentin und dem Unterſekundaner Paul Goebel verliehen.(Beide Schüler ſind inzwiſchen den Tod fürs Vaterland geſtorben.)
Der Ausbruch des Weltkrieges ſollte auch für die Anſtalt tiefeinſchneidende Verände⸗ rungen bringen. Gleich zu Anfang der Mobilmachung wurde Herr Oberlehrer Wick zum Heeresdienſt einberufen.(Zur Zeit Offizierſtellvertreter im Erſatzbataillon des Reſ.⸗Inf.⸗ Rgts. Nr. 71). Am 17. Auguſt folgte Herr Hopff dem Aufgebot des Landſturms.(Zur Zeit Landſturmmann im Landſturmbataillon Arolſen in Belgien.) Am 1. September trat Herr Kandidat Dr. Schmidt als Kriegsfreiwilliger im Pionier⸗Bataillon Nr. 11 ein. (Zur Zeit auf dem Kriegsſchauplatz im Weſten.) Wenige Tage ſpäter wurde Herr Oberlehrer Herchenröder auf ſeine freiwillige Meldung hin wieder in den Heeresdienſt eingeſtellt. (Zur Zeit Hauptmann und Adjutant bei der mobilen Etappenkommandantur Nr. 7 in Ruſſiſch⸗ Polen, Ritter des eiſernen Kreuzes und des Waldeckiſchen Verdienſtkreuzes 4. Klaſſe mit Schwertern.) Gegen Mitte Februar wurde Herr Oberlehrer Grevel, der ſchon während der Mobilmachung zweimal zu kürzeren militäriſchen Dienſtleiſtungen herangezogen war, als Erſatz⸗Reſerviſt beim Landwehr⸗Inf.⸗Rgt. Nr. 82 eingeſtellt.
Da für dieſe zum Heeresdienſt eingezogenen Lehrer und ebenſo für den beurlaubten und dann verſtorbenen Herrn Müller Hilfskräfte nicht zur Verfügung geſtellt werden konnten, erlitt der Unterricht nicht geringe Störungen. Trotzdem die noch übrig gebliebenen Mitglieder des Lehrerkollegiums eine z. T. erheblich größere Arbeitslaſt gern und freudig übernahmen, ließ ſich der Unterricht doch nur unter Zuſammenlegung, Einſchränkung der Stundenzahl und Ausfall von weniger wichtigen Unterrichtsſtunden in einer einigermaßen zweckentſprechenden Weiſe durchführen.
Mit ganz beſonderem Dantk ſoll auch an dieſer Stelle der großen Bereitwilligkeit ge⸗ dacht werden, mit der Herr Superintendent Paul trotz ſeiner durch den Krieg ſtark ver⸗ mehrten Amtstätigkeit von Ende Auguſt an den Religionsunterricht in der vereinigten Sexta und Quinta übernahm.
Von den Schülern der Anſtalt folgte im Laufe des Krieges eine verhältnismäßig große Anzahl(18%) dem Rufe des Vaterlandes.


