Jahrgang 
1914
Einzelbild herunterladen

20

V. Stiftungen und Anterſtützungen der Schüler.

Von den Zinſen der Strubeſchen Stiftung wurden im Januar 1914 90 Mk. verteilt, von den Zinſen des Waldeckſchen Legats 10 Mk., von den Zinſen der Jubiläumsſtiftung 286 Mk., von der von Bunſenſchen Stiftung 114 Mk. Aus den Zinſen der Stiftung Simſon und Rebecka Wittgenſtein wurden 670 Mk. zu Unterſtützungen verwandt.

Aus der Wiskemann⸗Stiftung konnten im abgelaufenen Jahre keine Mittel zur Ver⸗ fügung geſtellt werden, da die Zinſen die ſatzungsmäßige Höhe von 100 Mk. noch nicht er⸗ reicht haben.

VI. Mitteilungen an die öchüler und deren Eltern.

1. Auch in dieſem Jahre wird auf folgenden Erlaß des Herrn Miniſters der geiſtlichen und Unterrichts⸗Angelegenheiten vom 21. September 1912 hingewieſen:

Die Gefahren, die durch die überhand nehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, ſind in den letzten Jahren mehr zutage ge⸗ treten. Neuerdings hat ſich wieder mehrfach gezeigt, daß durch die Abenteuer⸗Gauner⸗ und Schmutzgeſchichten, wie ſie namentlich in einzelnen illuſtrierten Zeitſchriften verbreitet werden, die Phantaſie verdorben und das ſittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden iſt, daß ſich die jugendlichen Leſer zu ſchlechten und ſelbſt gerichtlich ſtrafbaren Handlungen haben hinreißen laſſen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen laſſen, mit den ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln dieſes Übel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verſtändnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die ſittliche Feſtigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In faſt allen Schulen finden ſich reichhaltige Büche⸗ reien, die von den Schülern und Schülerinnen koſtenlos benutzt werden können. Aber die Schule iſt machtlos, wenn ſie von dem Elternhauſe nicht ausreichend unterſtützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtſein ihrer Verantwortung die Leſeſtoffe ihrer Kinder, einſchließlich der Tagespreſſe ſorgſam überwachen, das verſteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand ver⸗ hindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugniſſe der Schundliteratur feilgeboten werden, ſtreng verbieten und ſelbſt überall gegen Erſcheinungen dieſer Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann iſt Hoffnung vorhanden, daß dem Übel geſteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen ſelbſt mit Rat und Tat zur Seite ſtehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die ſich für die Altersſtufe und für ihre geiſtige Entwickelung eignen. Zu dieſem Zwecke werden es ſich die Lehrer und Lehre⸗ rinnen gern angelegen ſein laſſen, ſich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmann'ſchen Verlage zu Berlin erſchienene Buch des Direktors Dr. T. JohanneſſonWas ſollen unſere Jungen leſen? wird den