Jahrgang 
1914
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beſonders 3 Stunden und ſpielt, ſoweit es die Witterung erlaubt, an 2 Nachmittagen. Am 15. Juni veranſtaltete der Turnverein ſein alljährliches Schauturnen, das wiederum Zeugnis davon ablegte, mit welch regem Eifer und großem Ernſt in dem Verein geturnt wird. Die vorgeführten Ubungen fanden den lebhaften und wohlverdienten Beifall der zahlreichen Zuſchauer. Der Gymnaſialturnverein hat ſich als korporatives Mitglied dem Jugendbund angeſchloſſen.

Im Laufe des Sommers fanden auch mehrere größere Kriegsſpiele in der näheren und weiteren Umgebung von Corbach ſtatt, bei denen die Schüler auch gelegentlich zum Ent⸗ fernungsſchätzen, Winker⸗ und Signaldienſt, Kartengebrauch, Erkundigungsdienſt u. ſ. w. angeleitet wurden.

Am 6. Juni unternahmen die Klaſſen die herkömmlichen Ausflüge: Die Prima und Oberſekunda wanderte von Schmittlotheim über Altenlotheim, die Quernſt, Frebershauſen, Albertshauſen, Reinhardshauſen nach Bad Wildungen. Die Unterſekunda hatte gleichfalls Wildungen zum Ziele genommen, aber ihren Marſch von Ederbringhauſen aus über den Heſſenſtein angetreten. Die Obertertia führte ihr Weg von Münchhauſen über den Chriſten⸗ berg durch den Burgwald nach Frankenberg. Die Untertertia marſchierte von Wildungen über Kleinern nach Buhlen. Quarta und Quinta beſuchten die Weidelsburg, und die Sexta wanderte von Herzhauſen über Aſel und Vöhl nach Itter.

2. Singen. Hopff.

1. Sexta,(wöchentlich 2 Std.) Einfache Choralmelodien, Volkslieder und volkstümliche Lieder.

Theorie: Einführung in die Notenſchrift. Takt, Zähl⸗ und Taktierübungen. Die ge⸗ bräuchlichſten dynamiſchen Zeichen und Tempovorſchriften. Aufbau der Durleiter, Tetrachord, ganze und halbe Stufe. Die Intervalle der Durleiter, der toniſche Dreiklang mit ſeinen Umkehrungen ſowie die Dreiklänge der Quart und Quint in derſelben Weiſe.

Ubungen im melodiſchen, rhythmiſchen und harmoniſchen Hören mittels Muſikdiktat und Wandernote, Übungen zur Erzielung richtiger Tonbildung und Ausſprache unter Anwen⸗ dung der Solmiſationsſilben, Atemübungen.

2. Quinta,(wöchentlich 2 Std.) Penſum der Sexta. G⸗ u. F⸗Leiter, Erhöhungs⸗ Erniedrigungs⸗ und Auflöſungszeichen. Einführung in die Zweiſtimmigkeit. Choräle und zweiſtimmige Volkslieder.

3. Gemiſchter Chor,(wöchentlich 3 Std.) 4 ſtimmige Chöre älterer u. jüngerer Meiſter, (J. S. Bach, Loewe). Duette a capella und mit Klavierbegleitung v. Schumann und Mendelsſohn.

3. Zeichnen. Den Zeichenunterricht erteilte Zeichenlehrer Thiemann nach den geltenden Vorſchriften.