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Am 26. Mai machte die ganze Schule eine Turnfahrt nach Marburg. Vom ſchönſten Wetter begünſtigt verlief dieſe Fahrt nach der alten Muſenſtadt mit ihrer wundervollen Umge⸗ bung zur höchſten Befriedigung aller Teilnehmer.
Die Sommerferien dauerten vom 4. Juli bis 3. Auguſt. Von da bis zu den Herbſtferien wurde Oberlehrer Dr. Lenz, der eine Swöchige militäriſche Ubung in Saarburg abzuleiſten hatte, durch den Kandidaten Fritz Wagner aus Marburg vertreten.
Zur Herbſtprüfung hatten ſich 3 Oberprimaner gemeldet. Dieſe legten die ſchriftliche Prü⸗ fung vom 10. bis 13. Auguſt, die mündliche am 22. September ab unter dem Vorſitz des Herrn Provinzialſchulrates Dr. Kaiſer. Alle drei Prüflinge erhielten das Reifezeugnis.
Aufgaben für die ſchriftliche Prüfung. Deutſcher Aufſatz: Wie bahnte ſich das Verhältnis zwiſchen Kai⸗ ſer und Papſt zur Zeit der Franken an?— Griechiſch: Xen. Hell. VI, 3,§ 18 bis 4,§ 3.— Mathematik: 1) In eine Kugel iſt ein gerader Zylinder beſchrieben, deſſen Höhe gleich ½ des Kugelradius iſt. In welchem Verhältnis ſtehen die Volumina und die Oberflächen beider Körper? 2) Ein Behälter wird durch zwei Röhren in 6 Stunden geleert, wenn beide gleichzeitig fließen. Die zweite allein braucht 10 Stunden mehr als die Hälfte der Zeit, die die erſte allein zum Entleeren des Behälters brauchen würde. Wie lange braucht jede? 3) Ein Dreieck zu berechnen aus ha= 14,28; gc—O= d= 59,5;„= 98⁰ 47 51*. 4) Ein Dreieck zu konſtruieren aus c: he= m: n, y und a †b= I.
Die Herbſtferien begannen am 26. September und dauerten bis zum 12. Oktober. Nach den Ferien traten 5 neue Schüler in die Anſtalt ein.
Am 14. Dezember gab die Schule ihrem früheren Schüler Richard Markhoff, der nach langer Krankheit einem ſchweren Kopfleiden erlegen war, das Geleite zu ſeiner letzten Ruheſtätte.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis 6. Januar.
Zur Vorfeier des Geburtstages Seiner Durchlaucht des Fürſten am 20. Januar fand für die erwachſenen Schüler ein Tanzvergnügen ſtatt. Bei dieſer Gelegenheit brachte der Direktor ein Hoch aus auf Seine Durchlaucht den Fürſten und das Fürſtliche Haus
Der Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers am 27. Januar wurde durch einen Redeakt in der Aula des Gymnaſiums gefeiert. Hilfslehrer Dr. Andrä hielt die Feſtrede über die Ver⸗ hältniſſe in der Provinz Poſen.
Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Oſtertermin wurde vom 8. bis 13. Februar vorge⸗ nommen; die mündliche fand am 15. März unter dem Vorſitz des Direktors ſtatt. Allen ſieben Abiturienten wurde das Reifezeugnis zuerkannt; zwei von ihnen wurden von der mündlichen Prüfung befreit.
Aufgaben für die ſchriftliche Prüfung. Deutſcher Aufſatz: Wie unterſcheidet ſich nach Leſſing die Dar⸗ ſtellung des bildenden Künſtlers von der des Dichters?— Griechiſch: Thukydides II. 80§ 1— 4, 7, 8; 81§ 1. — Hebräiſch: Exod.(ap. XVII, 8—12.— Mathematik: 1) Um eine Kugel iſt ein gerader Kegel beſchrieben, deſſen Höhe ſich zum Durchmeſſer des Grundkreiſes wie 2: 3 verhält. Um dieſen Kegel iſt wieder die Kugel beſchrieben. Wie verhalten ſich die Oberflächen und Rauminhalte beider Kugeln? 2) Jemand beſitzt ein Haus, von dem er annimmt, daß die Stadt es ihm in 5 Jahren bei Anlegung einer geplanten neuen Straße abkaufen müſſe. Deshalb ſchlägt er ein Angebot, es ſofort für 30 000 ℳ zu verkaufen, aus. Er verwohnt nun ſelbſt 1000 ℳ jährlich und rechnet darauf, dieſelbe Summe jährlich an Miete einzunehmen; die jährlichen Ausbeſ⸗ ſerungskoſten ſchätzt er auf 100 ℳ Wie hoch muß er den Wert des Bauplatzes und des Abbruchmaterials zu⸗ ſammen eingeſchätzt haben, wenn er hofft, daß ſich der Wert ſeines Beſitzes beim Verkaufe mit 20% verzinſen werde? 3) Ein Dreieck zu konſtruieren, aus g9a, 9b, y. ⁴) Von einem Dreieck kennt man den Umfang 2 8,
die Höhe zu AB, he, und ᷣ— 8=. Wie groß ſind die entſprechenden Stücke des Fußpunktsdreiecks? (S= 273, he= 156,= 140 15“).
Mit Ende des Schuljahres ſcheidet der Hilfslehrer Dr. Andrä, der ſeit Sommer 1900 an


