Jahrgang 
1904
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14. Oktober 1903. Bewilligung des Urlaubs für den Direktor während der Dauer der Lan⸗ desſynode.

26. Oktober 1903. Genehmigung der Einführung des bibliſchen Leſebuches von Völker u. Strack.

4. November 1903.(Miniſterialerlaß.) Schüler der Oberſekunda, die am Schluſſe des Jahr⸗ ganges der Oberſekunda die Schule verlaſſen ohne nach Prima verſetzt zu ſein, können zur Prüfung behufs des Nachweiſes der Primareife als ſog. Extraneer früheſtens gegen den Schluß des auf den Abgang von der Schule folgenden Halbjahres zugelaſſen werden.

6. Januar 1904.(Miniſterialerlaß.) Die Beſichtigung der höheren, mittleren und niederen Lehr⸗ anſtalten und der Beſuch von Unterrichtsſtunden durch Ausländer d. h. nicht Reichs⸗ angehörige iſt nicht geſtattet.

18. Januar 1904.(Landesdirektor.) Seine Durchlaucht der Fürſt Friedrich zu Waldeck und Pyrmont hat geruht, dem Direktor das Waldeckſche Verdienſtkreuz III. Klaſſe zu verleihen.

3. Februar 1904. Oberlehrer Brandes iſt zu einem naturwiſſenſchaftlichen Ferienkurſus in Göttingen vom 11. bis 23. April 1904 zu beurlauben.

7. März 1904. Der Direktor wird beauftragt, bei der bevorſtehenden Reifeprüfung die Ge⸗ ſchäfte des Königlichen Kommiſſars zu verſehen.

Das neue Schuljahr begann am 20. April mit der Aufnahme von 22 neuen Schülern. Für Oberlehrer Richard Werner, der eine Oberlehrerſtelle in Hagen übernommen hatte, trat in das Lehrerkollegium Oberlehrer Dr. Ludwig Lenz; an Stelle des am 1. April 1903 in den Ruheſtand getretenen Lehrers am Gymnaſium Wilhelm Wettſtädt trat Lehrer Karl Hopff aus

Pyrmont.

Ludwig Lenz wurde am 22. Dezember 1873 als Sohn des Gutsbeſitzers Ludwig Lenz zu Hörnsheim (Kreis Wetzlar) geboren. Er beſtand die Reifeprüfung Oſtern 1895 in Gießen und ſtudierte dann an der dor⸗ tigen Univerſität Kameralia und Forſtwiſſenſchaft. Im 3. Semeſter ging er zum Studium der neueren Philo⸗ logie und Germaniſtik über und ſetzte ſeine Studien fort an den Uiverſitäten Straßburg, Genf und Marburg. Zu ſeiner Ausbildung in der engliſchen Sprache war er von Michaelis 1898 bis Oſtern 1899 als Lehrer an der High School zu Whitley R. S. O(England) tätig. Am 12. Juli 1901 legte er vor der Königl. Wiſſen⸗ ſchaftlichen Prüfungskommiſſion in Marburg die Prüfung für das Lehramt an höhere Schulen ab und pro⸗ movierte am 30. April 1902 an der Univerſität Marburg zum Dr. philosophiae. Zur Ableiſtung des Semi⸗ narjahres wurde er dem Königlichen Seminar der Klingerſchule zu Frankfurt a. M. überwieſen. Von Oſtern 1902 bis Oſtern 1903 war er als cand. prob. und wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer am Königlichen Gymnaſium in Hersfeld beſchäftigt und wurde Oſtern 1903 zum Oberlehrer am Gymnaſium in Corbach ernannt. Im Druck erſchienen von ihm folgende Abhandlungen:Die neueſten engliſchen Märchenſammlungen und ihre Quellen (Caſſel, bei Vietor, 1902);Wielands Verhältnis zu Edmund Spenser, Pope und Swift, 1. Teil.(Wiſſen⸗ ſchaftliche Beilage zum Programm des Königlichen Gymnaſiums zu Hersfeld, Oſtern 1903).

Karl Hopff, geboren am 3. März 1872 zu Sachſenhauſen in Waldeck, beſuchte die Präparanden⸗An⸗ ſtalt und das Königliche Schullehrer⸗Seminar zu Homberg(Reg.⸗Bez. Caſſel) von 1887 bis 1892 und erhielt nach beſtandener Abgangsprüfung eine Anſtellung an der Volksſchule zu Nerdar. Infolge Meldung wurde er dann 1894 nach Oesdorf und 1895 an die Stadtſchule zu Pyrmont verſetzt. Nachdem er im Juni 1895 die zweite Lehrerprüfung am Königlichen Schullehrer⸗Seminar zu Schlüchtern beſtanden hatte, wurde er am 1. Mai 1899 definitiv angeſtellt. Am 1. April 1903 erhielt er eine Berufung an das Gymnaſium zu Corbach.

Beide Herren wurden am 21. April in ihr neues Amt eingeführt.