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Juſtus Fürer wurde geboren zu Wolfhagen am 10. April 1863, beſuchte das Gymnaſium zu Gütersloh, von dem er Oſtern 1883 mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen wurde und ſtudierte in Marburg zunächſt Medizin, vertauſchte dieſes Studium jedoch ſchon im 2. Semeſter mit demjenigen der klaſſiſchen Philologie und Geſchichte. Außer Marburg beſuchte er auch noch die Univerſitäten Halle und Berlin, woſelbſt er auch theo⸗ logiſche Vorleſungen hörte. Nachdem er ſein durch Ableiſtung des Militärjahres unterbrochenes Studium beendet und im Juli 1892 die Prüfung pro fac. doc. in Marburg beſtanden hatte, leiſtete er zunächſt ſein Seminarjahr von Herbſt 1892 bis Herbſt 1893 am königl. Friedrichs⸗Gymnaſium zu Caſſel und darauf ſein Probejahr am damaligen ſtädtiſchen Gymnaſium zu Frankfurt a. M. ab. Er war dann nach längerer Tä⸗ tigkeit im Privatdienſt als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer an dem Progymnaſium und Realprogymnaſium zu Limburg a. L., ſowie an den Gymnaſien zu Marburg und Hersfeld beſchäftigt. Am 1. Mai 1902 wurde er zum Oberlehrer am Gymnaſium zu Corbach ernannt.
Am 13. Juni machte die ganze Schule eine Turnfahrt durch das Edertal, die oberen Klaſſen über Fürſtenberg und die Orke, die unteren über Hochſtein, Vöhl, Aſel nach Herzhauſen zurück. Am Nachmittage ſtellte ſich leider Regenwetter ein, wodurch das Vergnügen nicht wenig beeinträchtigt wurde.
Die Sommerferien dauerten vom 5. Juli bis 4. Auguſt, die Herbſtferien vom 28. Sep⸗ tember bis 13. Oktober. Nach den Herbſtferien traten 3 neue Schüler in die Anſtalt ein.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis 6. Januar.
Zur Vorfeier des Geburtstages Seiner Durchlaucht des Fürſten am 20. Januar fand für die erwachſenen Schüler ein Tanzvergnügen ſtatt; bei dieſer Gelegenheit brachte der Direktor ein Hoch aus auf Seine Durchlaucht den Fürſten und das Fürſtliche Haus.
Der Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers am 27. Januar wurde durch einen Redeakt in der Aula des Gymnaſiums gefeiert. Oberlehrer Kuntze hielt die Feſtrede über das Leben und die Verdienſte des Generals von Roon.
Die ſchriftliche Reifeprüfung wurde vom 9. bis 13. Februar vorgenommen; die mündliche Prüfung fand am 3. März unter dem Vorſitze des Herrn Provinzialſchulrates Dr. Kaiſer ſtatt und hatte das Ergebnis, daß elf Abiturienten das Reifezeugnis zuerkannt, dreien von ihnen die Befreiung von der mündlichen Prüfung gewährt werden konnte.
Aufgaben für die ſchriftliche Prüfung. Deutſcher Aufſatz: Wird die uς εεσ mit Recht als das Thema der Ilias bezeichnet?— Griechiſch: Thukydides II, 71.— Hebräiſch: Joſua Cap. V, 13—15 incl.— Mathematik: 1) In einen geraden Kegelſtumpf iſt eine Kugel beſchrieben. Der größere Grundradius iſt ri, der Kugelradius ſei 0. Wie groß ſind Seitenlinien, Mantel und Volumen des Stumpfes? 11=— 4 cm, 9= 2 em. 2) Ein Dreieck zu konſtruieren, aus c, a: te= m: n, Winkel(ata)= G. 3) Ein Dreieck zu berechnen aus g he, v..= 273 cm, he= 156 cm,„ 59° 29“ 23“. 4) Ein Kapital wurde in den erſten zehn Jahren um jährlich 2000 ℳ, in den folgenden zehn Jahren um je 3000 ℳ vermindert und
war dann aufgezehrt. Wie groß war es, wenn 4% gerechnet werden?
Mit Ende des Vierteljahres ſcheiden der Turn- und Geſanglehrer am Gymnaſium Wilhelm Wettſtädt und der Oberlehrer Richard Werner aus dem Lehrerkollegium aus. Beiden Herren danke ich für ihre der Anſtalt geleiſteten Dienſte.
Der Geſundheitszuſtand war während des verfloſſenen Schuljahres bei den Lehrern gut und auch bei den Schülern abgeſehen von einigen Erkrankungen an Scharlach und Maſern günſtig.


