Jahrgang 
1902
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militäriſcher Formen; angeſpannte Laufübungen in Kurz⸗- und Dauerlauf. Erweiterung des Geräteturnens, namentlich am Barren, Reck und Springel.

II. Turnabteilung: Freiübungen, Ordnungs⸗ und Marſchübungen; Übungen mit dem Eiſen⸗ und Holzſtabe. Daneben Übungen an den Geräten; Maſſen⸗ und Riegenturnen.

III. u. IV. Abteilung: Einfache Frei⸗ und Ordnungsübungen; Gangarten; Übungen an Tau⸗ und Strickleiter; leichtere Hang- und Stützübungen an Reck und Barren. In angemeſſe⸗ nem Wechſel wurden Turnſpiele vorgenommen. Es wurden Ball⸗ und andere Bewegungsſpiele ausgeführt:(Schlaglaufen, ſchwarzer Mann, Katze und Maus, Drittenabſchlagen, Barlaufen

u. ſ. w.) 2. Singen.

Mit der Chorgeſang⸗Abteilung wurden in 3 Stunden vierſtimmige Choräle, Motetten und Lieder geſungen; daran ſchloſſen ſich Übungen auch für Männerchor. Außerdem erhielten die Schüler der Sexta und Quinta zuſammen 1 St. Unterricht in Notenkenntnis, Takteinteilung und im Treffen der Töne. Wettſtädt.

3. Zeichnen.

Den Zeichenunterricht erteilte Zeichenlehrer Thiemann.

In V. wurde mit dem Zeichnen regelmäßiger Figuren begonnen, nachdem die gerade Linie und die Winkel am Rechteck erläutert und dieſes nach Pappmodell und Wandtafelzeichnung dar⸗ geſtellt war. Als zweite Aufgabe folgte das Quadrat, auf der Seite und auf der Spitze ſtehend. Beim Zeichnen der Figur wurde als natürliches Vorbild eine Steinflieſe benutzt, deren Farbtöne beim Anlegen der fertigen Zeichnung Veranlaſſung zu einer Übung im Treffen von Farben gab. Hieran anſchließend Zeichnen anderer regelmäßiger Figuren.

Hin und wieder fanden Übungen im Gedächtniszeichnen, im Treffen von Farben und im Wandtafelzeichnen ſtatt.

In IV. wurden ſymmetriſche Figuren nach Pappmodell und Wandtafelzeichnung und Blätter nach natürlichen aufgeklebten Vorbildern gezeichnet. Auch hier wurde das Gedächtniszeichnen und das Treffen von Farben ſowie Tafelzeichnen geübt.

In III wurde zu Oſtern mit dem Zeichnen körperlicher Gebilde und zwar großer Holzmo⸗ delle begonnen. Nebenher gingen Übungen im Gedächtniszeichnen, im Skizzieren natürlicher Gegenſtände und im Treffen der Farben derſelben.

In III wurde das Körperzeichnen in Schrägſtellung und das Schattieren derſelben fortge⸗ ſetzt, an das ſich das Darſtellen natürlicher Gefäße u. ſ. w. anſchloß unter Berückſichtigung der Schatten und der Farben. Auch in dieſer Klaſſe wurden Übungen im Skizzieren und Gedächt⸗ niszeichnen abgehalten. Einzelne von gutem Wetter begünſtigte Stunden wurden im Sommer zum Zeichnen einfacher alter Bauwerke im Freien gehalten.

Im fakultativen Zeichnen in II u. I. wurde das Zeichnen und Aquarellieren nach Gips, Muſcheln, Gefäßen, ausgeſtopften Vögeln, Zweigen und Früchten fortgeſetzt, das Skizzieren des Treppenhauſes im Schulgebäude und das Zeichnen nach der Natur im Freien geübt. Einzelne Schüler, die ſich ſpäter dem Studium der Mathematik, dem Baufach oder ſonſtigen techniſchen Berufen widmen wollen, wurden in den Anfangsgründen der darſtellenden Geometrie unterrichtet. Die Schüler ſämtlicher Klaſſen wurden zum Zeichnen in der freien Zeit angehalten, was von einer ſehr großen Zahl befolgt wurde. Die Lehrmittelſammlung wurde gemäß den neuen Be⸗ ſtimmungen ergänzt, ſoweit es die Geldmittel der Anſtalt erlaubten.