Jahrgang 
1876
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Realabtheilung.

Während des Winterhalbjahres blieb die Einrichtung beſtehen, daß die Realiſten ſtatt des Griechiſchen im Engliſchen unterrichtet wurden, alle übrigen Lectionen aber mit den Gymnaſiaſten gemeinſam hatten. Für Schüler, der VI und V, welche noch kein Latein gehabt hatten und vermöge ihres Alters nicht mehr in die Sexta paßten, waren 9 Stunden Latein angeſetzt. Seit Oſtern geſtattete ein ſtarkes Zuſammenſchmelzen dieſes Cötus eine Aenderung in der Weiſe, daß fortan die Realiſten auch in VI, V und IV an dem Lateinunterrichte der Gymnaſiaſten theilnehmen und nur ſtatt des Griechiſchen von IV an Engliſch haben.

Obwohl dieſe Realabtheilung keine Berechtigung hat Zeugniſſe für den einjährig freiwilli⸗ gen Militairdienſt auszuſtellen, ſo vermag ſie doch Schüler ſo weit zu fördern, daß ſie nach einjährigem erfolgreichen Beſuche der Secunda das Examen vor der wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗ commiſſion abzulegen vermögen. Desgleichen im W. für III und Il.

Penſa. I. Latein(im Winter) 9 St. König. Formenlehre nach dem Uebungsbuche von Oſtermann für Sexta und Quarta. Wöchentlich 23 Exercitien. Im Sommer= VI, V und IV des Gymnaſiums.

Engliſch: im W. 7 St., im S. 6 St. König. I. Abtheilung. Grammatik nach Schmidt Il; im W. die Lehre von Pronomen. Alle 8 Tage ein Exercitium oder Aufſatz; Extemporalien. Lectüre the Rivals by Sheridan und Duke Monmouths Rebellion by Macaulay. II. Abtheilung Grammatik nach Schmidt l; im W. Lection 117, wöchentlich 2 Exercitien; einige Leſeſtücke aus dem angehängten Leſebuche überſetzt. Im Sommer nur eine Abtheilung. Wiederholung des Penſums vom Winterſemeſter. Wöchentlich 2 Exercitien.

Schulamtspräparanden.

Die Schulamtspräparanden erhielten den Unterricht der Realiſten. Außerdem in geſon⸗ derten Stunden:

Religion 2 St. Seehauſen. Bibelkunde des A. und N. T.; Kirchengeſchichte, Glau⸗ bens⸗ und Pflichtenlehre. Kirchenlieder wurden memorirt.

Muſik, 7 St. Im W. Tewes und Röhl, im S. Wettſtaedt Harmonielehre. Kenntniß vom Tonwerth und vom Zeitwerth des Tones, von den 12 Dur⸗ und Molltonarten, von den Zeichen, durch welche der Ton nach ſeiner Höhe oder Tiefe andauernd oder nur mo⸗ mentan verändert wird. b. Klavierſpiel. Spielen der Dur⸗ und Molltonarten mit bei⸗ den Händen auf⸗ und abwärts; Anſtreben der Fertigkeit jede Choralmelodie ohne Vorbereitung vom Blatte abzuſpielen und eine leichte Sonate oder leichte Fuge nach einiger Uebung im rich⸗ tigen Tempo vorzutragen. c. Orgelſpiel. Abſpielen eines leichten Chorales. d. Vio⸗ linſpiel. Geläufiges Spielen der Dur⸗ und Molltonarten. Bekanntſchaft mit den Geſetzen der Bogenführung und der Applicatur in den wichtigſten Poſitionen.

Turnen. Der Turnunterricht fiel bis zum Januar 1876 aus. Von da an im W. 5, im S. 6 St. Wettſtaedt. Die Schüler übten in 3 Abtheilungen VI; V, IV und III.

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