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Den 14. November ſahen ihn dieſelben zum letztenmal in ihrer Mitte. Er konnte jetzt nicht mehr die Krankenſtube und in den letzten 14 Tagen das Bett verlaſſen. Keine Klage hörte man übrigens aus ſeinem Munde; er ordnete fortwährend Alles an, was im Seminar geſchehen ſollte, und noch drei Tage vor ſeinem Tode diente ihm das Krankenbett zur Unterlage für ſeine Geſchäftsführung. Am 14. December zwiſchen 12 und 1 Uhr des Mittags verſchied er; ſein Hin⸗ überſchlummern war ſanft, wie es ſein Leben war. Die Kunde von ſeinem Tode erregte allgemeine Theilnahme, die ſich auch bei ſeiner Beerdigung auf eine ihn ehrende und die Seinigen tröſtende Weiſe ausſprach. An ſeinem Grabe ſangen die beiden obern Klaſſen des Seminars das unten folgende, von ihm ſchon vor 13 Jahren zu dieſem Zwecke gedichtete Grablied.
Herr Pfarrer Groos ehrte hierauf das Andenken des Heimgegangenen durch eine eben ſo kräftige als gemüthliche Rede, in der er des ſegensreichen Wirkens deſſelben gedachte.
An ſeinem Grabe konnte man mit dem Dichter ſprechen:„Wir haben einen guten Mann begraben“, und wir fügen hinzu, einen Mann, dem eine ungemeine Klarheit ſeines Verſtandes, eine faſt durch Nichts zu trübende Heiterkeit ſeines Gemüths und eine ſeltene Güte des Herzens die rechte Weihe zum Lehrerberufe gaben, und der deßhalb in demſelben des Guten viel, ja viel gewirkt. Sein Andenken wird in Segen bleiben; er wird fortleben in den dankbaren Herzen der Hunderte, denen er ein treuer Lehrer geweſen.
„Was er als Gatte und Vater war, deſſen gedenkt nun in Liebe und Dank⸗ barkeit eine tiefgebeugte Familie.“
Ich ſterbe bald!— das ſagen mir die Jahre, Die ich als ſterblich Weſen ſchon durchlebt.
Das Leben eilt, es winkt die Todtenbahre; Doch nicht dem Geiſt', der ſich zu Gott erhebt.
Drum ſterb' ich gern!— zwar iſt die Trennung ſchmerzlich, Wenn um mein Sterbebett' die Meinen ſteh'n.
Sie liebten mich, ich liebte ſie ſo herzlichz— Doch druͤben gibt's ein frohes Wiederſeh'n!


