Jahrgang 
1831
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Die Bibliothek der Anſtalt wurde regelmaͤßig und fleißig von den Zoͤglin⸗ gen benutzt, und gewann ihren jaͤhrlichen Zuwachs an nuͤtz!ichen Werken und Zeitſchriften im Werthe von 100 fl.

Welcher der Geiſt unſerer Anſtalt ſey? Der beſte Schulgeiſt iſt ſittliche Willens⸗Einheit. Danach ſtreben wir: nicht wir Lehrer allein, ſondern auch die meiſten unſerer Zoͤglinge. Nicht, daß wir's ſchon ergriffen haͤtten; aber wir jagen dem Kleinod nach, ob wir es Alle ohne Ausnahme ergreifen. Naͤchſt unſern Vorgeſetzten ſind wir aber nach unſerm Berufe Niemanden mehr klare und offene Wahrheit in unſern oͤffentlichen Urtheilen ſchuldig, als unſern Schuͤ⸗ lern. Alle koͤnnen von unſerer aufrichtigen Theilnahme, Viele von unſerer be⸗ ſonderen Achtung, und wieder Viele von unſerer Zufriedenheit uͤberzeugt ſeyn. Den Wenigen, die noch nicht zu jenen Vielen gehoͤren, gebe der Herr recht bald einen neuen, gewiſſen Geiſt! Wir zaͤhlen unter unſern Zoͤglingen recht empfehlungswerthe Muſter redlichen Fleißes und rechtſchaffenen Wandels; und es hat nicht an Herzen gefehlt, auf welche dieſe Beiſpiele belehrend, erhebend und belebend gewirkt haben. Dieſe große Wirkung des Beiſpiels wird ſtets das ſchoͤnſte Andenken bleiben, welches alle wackere Zoͤglinge unſerer Anſtalt, wenn ſie von hinnen ziehn, in unſerer Mitte zuruͤcklaſſen.

In den aͤußeren, namentlich in den oͤkonomiſchen Verhaͤltniſſen unſerer Zoͤglinge hat ſich nichts geaͤndert. Auch verleihet Herzogliche Landesregierung mit immer gleicher Milde halbjaͤhrlich 24 Stipendien, jedes zu 27 fl. an un⸗ bemittelte und zugleich wuͤrdige Seminariſten. Bei der Vertheilung derſelben werden die Zoͤglinge der erſten und zweiten Klaſſe hauptſaͤchlich bedacht, weil ſich uͤber deren Wuͤrdigkeit am beſtimmteſten urtheilen laͤßt, und weil den be⸗ treffenden Eltern im zweiten und dritten Jahre die Unterhaltung der Soͤhne dahier allerdings ſchwerer ſeyn muß, als im erſten. In der dritten oder juͤng⸗ ſten Klaſſe werden daher in der Regel keine Stipendien vertheilt.

Der Director oder ein beauftragter Lehrer empfaͤngt das Geld, theilt es unter die Stipendiaten aus, und bezeichnet jedem Empfaͤnger ſchriftlich die ganze Verwendung der Summe, damit kein Mißbrauch ſtatt finde, und der rechte Zweck ſolch einer wohlthaͤtigen Unterſtuͤtzung auch erreicht werde. Ver⸗