— 37—
Dort an der Uönigsau galt es, deutſche Stammgenoſſen zu ſchützen vor der Vergewaltigung durch Dänemark. Mit unglaublichem Übermut hatte ſich die däniſche Politik gegen das Londoner Protokoll vom Jahre 1852, das die Herzogtümer Schleswig, Holſtein und Lauenburg zwar durch eine Geſamtverfaſſung mit Dänemark verbunden, ihnen aber eigene Landſtände und andere Rechte bewilligt hatte, verſündigt; ſchließlich wurde gar durch das Märzpatent König Friedrichs VII. vom Jahre 1865, von ſeinem Nachfolger, Chriſtian IX., im November beſtätigt, Schleswig von Holſtein losgeriſſen und in Dänemark ein⸗ verleibt. Dies hatte endlich, nach langem Hin und Her, im Januar 1804 die Kriegserklärung ſeitens Gſterreichs und Preußens zur Folge. Moltke, der einen Zuſammenſtoß mit Dänemark ſchon ſeit 1862 er⸗ wogen hatte, entwarf den Plan. Er faßte, da die Ernerun der Inſeln aus militäriſchen Gründen es fehlte uns an einer genügend ſtarken Flotte—, die dauernde Beſetzung der jütiſchen Halbinſel aus politiſchen Erwagungen vorerſt nicht angängig war, als eigentliches Kampfziel das däniſche Heer ins Auge. Dieſes am Danewerk in der Front zu beſchäftigen, dann nach Umgehung der linken Flanke im Rücken zu faſſen und zu vernichten, war die nächſte und wichtigſte Aufgabe. Am I. Februar 1864 begann der Vormarſch. Den Ober⸗ befehl über die verbündeten Truppen führte Feldmarſchall von Wrangel, gegen das Danewerk ſollte Feldmarſchall⸗Leutnant von Gablenz mit ſeinen Oſterreichern vorrücken, den Flankenmarſch auf Flensburg zu ein preußiſches Korps unter Prinz Friedrich Karl vollführen. Da die 55000 Dänen unter General de Meza, in der Front zu ſcharf be⸗ drängt, in der Nacht vom 5. zum 6. Februar, gerade noch zur rechten Heit, das Danewerk aufgaben und den Rückzug antraten, war Moltkes Umgehungsplan vereitelt. Somit richtete ſich das neue Ziel auf die Düppeler Schanzen. Am 18. April gelang der Sturm; der Feind entwich nach Alſen. Drei Tage ſpäter begleitete Moltke ſeinen König zur Armee; am 50. April wurde ihm an Stelle Vogels von Falckenſtein die weitere Leitung der bald darauf durch eine zweimonatliche Waffenruhe unter⸗ brochenen Operationen übertragen. Seinen Plan zur Landung auf Fünen mußte Moltke, da die Gſterreicher aus Eiferſucht ihre Mitwirkung ver⸗ ſagten, zwar aufgeben, aber am 29. Juni erfolgte unter ſeinen Augen der ruhmreiche Übergang der Preußen nach Alſen. Damit war der Wider⸗ ſtand Dänemarks in der Hauptſache gebrochen; im Wiener Frieden vom 50. Oktober 1804 trat es die Herzogtümer an Preußen und Gſterreich ab.
Daran ſchloß ſich nach kurzem Einvernehmen der blutige Waffen⸗ gang mit Ghſterreich, in dem ſich die Meiſterſchaft der Ariegskunſt


