Preussischer Offizier.
o geartet begann Moltke ſeine Laufbahn in den Dienſten des
kleinen Inſelſtaates. Großes war inzwiſchen daheim im
Vaterlande geſchehen. Napoleon, der Titane, lag am Boden.
Deutſchland hatte das Joch der Fremdherrſchaft abgeſchüttelt, Preußen machtvoll ſich erhoben. Hierhin wandten ſich Moltkes Blicke. Im kleinen Dänemark, das eben Norwegen an Schweden abgetreten und die Armee verringert hatte, war nicht Raum für den werdenden Genius. Moltke erbat den Abſchied; im Januar 1822 wurde er ihm unter rühmender Anerkennung ſeiner tadelloſen Dienſtführung be⸗ willigt.„Er hat ſich— ſo bezeugte ihm König Friedrich VI. im Entlaſſungspatent— nach Eid und Pflicht wohl und rühmlich ver⸗ halten und bei allen Gelegenheiten, und wo er kommandiert worden iſt, ſolchermaßen ſeine Schuldigkeit gethan, wie es einem ehrliebenden tapferen Offizier und treuen Diener wohl geziemt und anſteht“. Schon im März desſelben Jahres wurde Moltke, nachdem er die Offiziers⸗ prüfung in Preußen nochmals glänzend abgelegt hatte, als jüngſter Leut⸗ nant dem Füſilier⸗Bataillon des 8. Preußiſchen Leib⸗Infanterie⸗Regiments in Frankfurt a. O. zugeteilt. Bald nach ſeinem Eintritt in preußiſche Dienſte wurde Moltkes Regiment vom Prinzen Wilhelm, dem ſpätern aiſer, inſpiziert. Da fiel ihm der hochgewachſene Leutnant Moltke wegen eines gewiſſen Mangels an äußerlich ſtrammem Weſen auf.


