Jahrgang 
1900
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3 Mae⸗ 2

Vorwort.

Candide et caute.

enn wir rückſchauenden Geiſtes die Geſchichte der letzten vier Jahrzehnte betrachten, ſo dürfen wir ſtolz und müſſen dankbar bekennen: es war eine große, eine gewaltige Zeit, würdig der Thaten unſrer Ahnen, deren Schlachtenruhm einſt den Erdteil Europa er⸗ füllte. Die unheilvolle Zerſplitterung Deutſchlands, germaniſchem Sonder⸗ geiſt und römiſchen Weltherrſchaftsgelüſten ihren Urſprung dankend, die bereits in den frühſten Tagen unſrer alten Kaiſer begonnen hatte, dann durch den Weſtfäliſchen Frieden und nochmals durch den Wiener Kongreß beſiegelt wurde: ſie war eine hiſtoriſche, vorzugsweiſe von den Dynaſtien und hier vor allem durch die übelwollende Fürſorge des Hauſes Habsburg treulich gepflegte Erbſchaft, die den Wünſchen des deutſchen Volkes ſchnurſtracks widerſprach. Aus eigner Araft die erſehnte Einheit zu ſchaffen, dazu hatten ſich die unklaren Maſſen⸗ bewegungen des Jahres 1848, wie die phantaſtiſchen Beſtrebungen des Ideologen⸗Parlaments in der Frankfurter Paulskirche als völlig unzureichend erwieſen. Wenn die träumeriſchen Hoffnungen unſres Volkes doch noch in Erfüllung gingen, ſo geſchah es im Gefolge der Entwicklung, die Preußen ſeit den Tagen des Großen Aurfürſten ein⸗ geſchlagen hatte; es geſchah zuletzt unter der hervorragenden Mitwirkung König Wilhelms und ſeiner Paladine, von denen die Namen Bismarck, Moltke, Roon der Mitwelt zur Genüge bekannt geworden ſind, der