Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

Noch immer sind völlig unzureichend die Turnhalle, das Lehrerzimmer und vor allem die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht. sodaß die lehrplanmäßig

geforderten praktischen Uebungen nicht durchgeführt werden konnten, ein Zustand der für eine Oberrealschule unerhört ist.

Neuerdings hat die Stadtverwaltung den Plan entwickelt, das Gebäude der

staatlichen Zeichenakademie, das ihr zufällt, wenn die Akademie ihren Neubau bekommen hat, der Oberreaischule zuzuweisen.

b) Lehr- und Lernmiftel. Im Fiaushaltsplan waren 4805. RM. für Lehrmittel und Büchereien und 500. RxI. für Lernmittel für bedürftige Schüler ausgesetzt.

c) Die Hilfsbücherei wird sehr stark von den Schülern in Anspruch genommen,. sodaß sie der starken Nachfrage leider nur in beschränktem Umfang nachkommen kann.

Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr begann am 17. April. Oberstudiendirektor Ost war vom 1. Mai bis zum 1. August zu einem Studienaufenthalt in England beurlaubt. Am 19. Mai ver- anstaltete die Ol einen Theater- und Konzertabend. Die Neuwahl des Elternbeirates fand nach den üblichen Vorbereitungen am 10. Juni statt.(Vgl. S. 20). Eine Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums gab den Schülern am 13. Juni zum Lamboyfest schulfrei. Am 17. Juni marschierte die Oberrealschule mit ihrer Musik geschlossen nach dem Sportplatz Wilhelmsbad und beteiligte sich erfolgreich an den Jugendwettkämpfen der Schulen Hanaus.(Vgl. S. 14). Die Schule wurde in diesem Jahre schon eine Woche vor Beginn der Sommerferien geschlossen, da der Umbau des Treppenhauses längere Zeit erforderte. Herr Studienrat Safran nahm einen Studienaufenthalt in Frankreich.

Die Verfassungsfeier am 11. August wurde mit einem Ausmarsch der Schule und ihrer Musik nach dem Sportplatze in Wilhelmsbad begangen. Herr Oberschullehrer Lohfink hielt die Festrede und gedachte auch dabei des hundertjährigen Geburtstages Jahns. Das Reformationsfest wurde am 31. Oktober gemeinsam mit anderen Schulen von den evangelischen Schülern in der Johanniskirche gefeiert. Studienrat Ebel wurde nach Marburg, Direktor Ost nach Frankfurt und Wiesbaden zu Lehrgängen einberufen. Am 24. November gedachten wir unserer Toten; Direktor Ost hielt die Rede. Am 2. November gab die UIb einen literarischen Abend, an dem unter Mitwirkung und Leitung von Studienrat ung Lienhardts Ahasverus am Rhein aufgeführt wurde. Die Weihnachtsfeier mit Spiel und Sang wurde am 20. Dezember für Schüler und Eltern abgehalten.

Am 23. Februar veranstaltete die Schule unter Leitung von Herrn Lohfink ein wirkungsvolles Schauturnen(vgl. S. 14). Am 25. Februar mußten wir auf Anordnung der Stadtverwaltung, trotzdem wir noch genügenden Kohlenvorrat hatten, unsere Arbeit auf 8 Tage aussetzen. Nur für die Reifeprüflinge durfte der Unterricht fortgesetzt werden. Am 1. und 2. März wurde unter Vorsitz des Direktors die Reifeprüfung abgehalten. Chor und Orchester der Schüler gaben am 15. März ein Konzert, das wiederholt werden mußte. Am 20. März wurden die Reifeprüflinge im Beisein ihrer Eltern und anderer Gäste vom Direktor feierlich entlassen.

Das Schuljahr schloß am 27. Maärz.

21