Jahrgang 
1928
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3. a) Der Spielnachmiffag wurde vorschriftsmâßig erteilt, bei schlechtem Weſter frat dafür Gertelurnen ein.

Der Spielnachmifteg ist aufgabenfrei. Damit ist nicht gesagl, daß die Schüler, vor allem in den oberen Klassen am folgenden Iage nichts zu leisten braudhen. Besonders in den nur mit wenigen Stunden bedaditen Fächern is! es unmöglich, daß der Lehrer ganz auf haäusliche Vorbereitung der Schüler verzichtet. Die Aufgaben für solche Slunden können meistens sehr wohl an einem zwischen der ersten und zweiten Wodhensiunde dieses Feches liegendem Tage erledigt werden. Die Schule muß von den Schülern der oberen und miffleren Klassen verlangen, daß sie nicht mehr wie in Sexta, Quinta und Quarta von einem Iage zum andern arbeiten, sondern sich ihre Arbeit auf die ganze Woche vernünftig verteilen.

b) Wanderungen. In jedem Monat, in dem keine Ferien waren, wurde eine ꝗrößere Wanderung unſernommen.

in den Pfingsiferien fuhr die O la unter Führung ihres KlassenleitersStudienrats Ebel nach freiburg i. Br., an den Rheinſall von Schaffhausen, zum Hiohentwiel, Bodensee, Konstanz, Vorarlberg. Die O Ib besichtigte mit ihrem Klassenleiter Siudienrat Haß das Deutsche Museum in München und schloß daran eine Wanderfahrt über Salzburg, Berchtesqaden, Zell am See.

Die beiden Untersekunden gingen vom 13. bis zum 23. Auqust unter Leitung von Studienrat Dr. E. A. Müller nach dem LagerStaumühle, dem zumKinderdorf- umgewandelten alten Oflſiziersbaradkenlager des Sennelagers miften in der Heide zwischen Paderborn und Bielefeld am fuße des Teuloburgerwaldes. In der ersten Woche nahm noch Stud.-Ass. Dr. Schönwefter an dem Aufenthalt feil, in der lelzten Woche Ob.-Siud.-Direklor Dr. Ost. Die Tage standen qQanz unter dem Gedanken der Arbeitsschule und des engen Gemeinschaftslebens. Unierricht in freier Form, Wandern, Baden, Dammbauen, Gymnastik, Weilspiele gegen andere Schulen wechselten in bunter folge Von einer selbstgebauten und eingerichteten Bühne aus unterhielten unsere Jungen an zwei Abenden die Hanze übrige Belegschaft(etwe 900 aus den verschiedensten Qegenden Deutschlands) und ernteten großen Dank. Wenn auch das Weſter nicht immer qQünstig war, se konnte doch gelegentlicher Regen die Slimmung nicht herabdrücken. Unvergeßlich werden die Eindrüde dieses Lagerlebens bleiben, ebenso wie die große Autofahrt nach dem Hiermanns- denkmal, Deimold und den Externsteinen, die Wanderung nach Paderborn, die stillen späfen Abendstunden in der siernenüberglänzten Heide, dos aufregende Manöver der Reichswehrfruppen auf dem nahen UebungsplaltzSennelager und der geheimnisvolle nächtliche Spuk in den Baraden. Dank eines Zuschusses des Magistrales unserer Stadt betrugen die Kosten dieses 14 fägigen Aufenihalies für den Einzelnen rund 23. Mk.

Für die größeren Wanderſahrten halfe die Stadt im Haushaltsplan 500. Mk. vorgesehen und außerdem einen Zuschuß von 150. Mk. für den Aufenthalt im Kinderdorf bewilligt.

Schulgruppe des deutschen Sprachvereins. 68 Schüler sind Mitglieder des deutschen Sprachvereins, sie verfeilen sich auf Untersekunde, Obersekunda und Unferprima. Für jährlich eine Mark wird ihnen die wertvolle Zeitschrift des Vereins geliefert, die monatlich erscheint und eine Fülle schöner Aufsätze aus allen Gebieten, die die deutsche Sprache betreffen, enthält. Da von vielen Seilen mit Recht über einem Mangel von sicherer, mündlicher und schriftlicher Beherrschung der Muttersprache geklagt wird und die Gegenwart eine bedenklich stimmende Sprachverwahrlosung kennt, ist es vom Vorteil, wenn die Schule sich dieses Hilfsmittel bedienen kann, das die Schüler immer wieder auf Sprachschäden unseres öfſenilichen Lebens hineinweist, ohne allerdings zu vergessen, die Leser mit Ehrfurdit und Begeisterung zu erfüllen vor der Macht und dem Zauber der Sprache.

Zu den Veranstaltungen des Vereins, zwei Vortragsebenden von R. Dietz:Aus eigenen Werken und Oberpostrat Collmann:Siam, Land und Leute mit Lichibildern, haften die Mitglieder freien Zutritt.

4. Der Gesundheitszustand der Schule war im allgemeinen gut. Leider haben wir den Iod eines Schülers zu beklagen. Am I1. 9. 27 slarb der Uniersekundaner Paul Rostankowski nach langem Leiden an den Folgen einer Blinddarmoperation.

Der Stadi. und Schularzt Hierr Dr. Lade hielt zweimal im Monat, Dienstags von II 12 im Schul- ꝗebaude Spredutunden ab. 7 Schüler wurden vom Stadtarzt zur Erholung nach dem Soolbad Orb gesandt.

Sämtliche Schöler der Anstalt sind von der Stadt Hanau versichert gegen Unfälle in der Schule, auf Schulwanderungen, Schulreisen, auf dem Schulwege. In 13 Fallen wurde in diesem Jahre die Versicherung in Anspruch genommen.

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