Jahrgang 
1912
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ihre Sähne zu überwachen und sich in dieser Sache des Beistandes des Arztes zu bedienen. Wenn Schüler der oberen Klassen von ihren Eltern die Erlaubnis zum Rauchen haben, so ist dies doch von seiten der Schule auf der Straße nicht gestattet.

8. Berufswahl. Leider fehlen uns die statistischen Unterlagen, um den Eltern Rat- schläge in Bezug auf sämtliche Berufsarten zu erteilen, zu denen der Besuch einer Oberrealschule den Zugang eröffnet.

Aber mit Bezug auf das höhere Lehramt dürfen wir den Eltern nicht vorenthalten, dab nach eingehenden, auf sicheren statistischen Unterlagen beruhenden Untersuchungen in einigen Jahren eine Überfülle von Kandidaten des höheren Lehramts zu erwarten ist. Während sich in den Jahren 1893 bis 1911 die Gesamtzahl der reichsdeutschen, auf preußischen Universitäten imma- trikulierten Studierenden verdoppelte, hat sich die Zahl der Studierenden der Schulwissen- schaften ungefähr versechsfacht. Im Winterhalbjahr 1910/11 widmete sich iast die Hälfte aller auf Grund eines Reifezeugnisses immatrikulierten reichsdeutschen Studierenden der preußischen Universitäten(46 47%) den zum höheren Lehramte führenden Wissenschaften.

Danach werden die Abiturienten, die von jetzt an in dieses Studium eintreten, sich auf eine lange unbesoldete Wartezeit gefaßt machen müssen. Auch bei der Annahme einer günstigen wirt- schaftlichen Entwicklung werden Angebot und Nachfrage voraussichtlich in einem solehen Mib- verhältnisse stehen, daß die Reifeprüflinge, die Ostern 1912 das Studium der Schulwissenschaften beginnen und etwa 6 Jahre später das Seminarjahr antreten, nach Erledigung des Seminar- und Probejahres mindestens 6, wahrscheinlich 78 Jahre bis zur festen Anstellung werden warten müssen.

Ferner ist mit Sicherheit anzunehmen, daß demnächst mit der Praxis gebrochen wird, alle Kandidaten, die die Anstellungsfähigkeit erlangt haben, der Reihe nach anzustellen. Vielmehr werden diejenigen mit ungünstigen Zeugnissen, wenig brauchbaren Lehrbefähigungen und mangel- haften Leistungen darauf zu rechnen haben, daß der Staat auf ihre Dienste überhaupt verzichtet. Es ist deshalb dringend geraten, daß nur wirklich tüchtige, für das höhere Lehramt voraussichtlich geeignete junge Leute, die auch in der Lage sind, eine längere unbesoldete Wartezeit aushalten zu können, sich einem zum Oberlehrerberufe führenden Studium zuwenden..

In letzter Stunde erhalten wir eine an die Direktoren sämtlicher preußischen höheren Lehr- anstalten gerichtete Mitteilung des Vorstandes des Landesverbandes preussischer Landmesser- vereine, in der auf die Uberfüllung im Landmesserberufe hingewiesen undvon der Ergreifung des Landmesserberufes bis auf weiteres aufs dringendste abgeraten wird.

9. Der Vormittagsunterricht beginnt im nächsten Sommer 7 Uhr 30 Minuten.

10. Sprechstunden des Direktors und der Lehrer. a) Der Direktor ist an den Schultagen von 11 12 Uhr im Schulhause zu sprechen. b) Jeder Schüler ist in der Lage, seinen Eltern die Sprechstunden der einzelnen Lehrer anzugeben.