Jahrgang 
1911
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

. 1. Die Aufnahmeprüfung land Montag den 4. April 1910 statt; das neue Schuljahr wurde Dienstag den 5. April 1910 cröffnet.

2. Die günstigen Erfahrungen, die wir im Sommerhalbjahr 1909/10 mit dem 5stündigen Vormittagsunterricht gemacht hatten, veranlaßten uns. dieselbe Einrichtung für das Sommerhalb- jahr 1910/11 zu treffen, nur ließen wir den Nachmittagsunterricht nicht um 3, sondern um 2 ½ Uhr beginnen.

3. Am 20. Mai 1910 starb nach längerem Leiden der am 1. Oktober 1909 in den Ruhestand versetzte frühere Schuldiener der Anstalt. Johannes Höhne. Lehrer und Schüler der Anstalt geleiteten ihn am 23. Mai zu seiner letzten Ruhestätte, an der der Direktor namens der Anstalt einen Kranz als Zeichen treuen Gedenkens niederlegte. Da der Verstorbene an dem Kriege 1866 teilgenommen hatte, so gab eine Abteilung des Kriegervereins über seinem Grabe die von Sr. Majestät dem Kniser und Könige angeordnete Ehrensalve ab.

4. Die Ferien landen nach der von dem Königl. Provinzial-Schulkollegium festgesetzten Ferienordnung statt. Nur die Pfingstferien wurden mit Genehmigung des Königl. Provinzial-Sehul- kollegiums(Verf. v. 9. Mai 1910, S. 7364) insofern geündert, als sie um Donnerstag den 19. Mai verlüängert wurden. Zum Ersatz für die so ausfallenden Stunden wurde Samstag den 14. Mai Unterricht erteilt.

Wir glaubten um die Genehmigung dieser Anderung nachsuchen zu sollen, da das Interesse für den Halley'schen Kometen bei den Schülern durch Belehrung im Unterricht und die häufigen Mitteilungen der Zeitungen so lebhaft geworden war, dab wir annehmen durften, eine gröbere Anzahl Schüler werde in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai, in der der Durchgang des kKometen durch die Erdbahn stattfand, Beobachtungen anstellen wollen.

5. Ausfall des Unterrichts:

a) Am Nachmittag des 6., 7. und 10. Juni mußte der Nachmittagsunterricht wegen zu großer Hitze ausgesetzt werden.

b) Am 12 17. und 31. Januar und am 10. Februar 1911 wurde der Nachmittag zum Schlittschuhlaufen freigegeben.

c) Am 7. Februar sollte das LuftschiffM 3 auf der Fahrt von Gotha nach Met⸗ in Hanau landen. Um den Schülern Gelegenheit zu geben, diese Landung zu beobachten, wurden sie um 10 Uhr aus der Schule entlassen. Leider mußte aber die große Menschenmenge, die sich auf dem Exerzierplatze in der Nähe der Kaserne des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 eingefunden hatte, enttäuscht in die Stadt zurückkehren, denn das Luftschiff setzte seine Fahrt nach Metz ohne Unter- brechung fort.

6. Aufhebung der Vorschule: Da die städtischen Behörden die Aufhebung der Vorschule beschlossen haben(die Stadtverordneten am 26. Januar, der Magistrat am S. März 1910), so wurde die 3. Vorschulklasse Ostern 1910 nicht mehr eröffnet. Es bestanden demnach nur noch die Klassen 2 und 1, und im Schuljahre 1911/12 wird nur noch die 1. Klasse bestehen.

7. Anderung der Unterrichtsverteilung: Für das Winterhalbjahr mußte die Unterrichts- verteilung geändert werden, da Vorschullehrer Collmann eine Klasse der Knabenmittelschule (Eberhardschule) übernehmen sollte und infolgedessen nicht mehr alle die ihm für das Schuljahr 1910/11 übertragenen Stunden erteilen konnte. Er behielt nur 5 Recheu- und 3 Schreibstunden, wührend seine übrigen Stunden unter die Vorschullehrer Liese und Hamburger verteilt wurden,