Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

über dem noch der Morgennebel lagerte, iſt wohl allen in Erinnerung geblieben. Von Schwarzburg wanderte man nach einem warmen Morgenkaffee das Schwarzatal hinunter nach Blankenburg, von wo uns die Bahn das burgengeſchmückte Saaletal abwärts nach Jena fuhr. Die ſchöne Jugend⸗ herberge, die Zeißwerke, das bunte Leben und Treiben in der Stadt und nicht zuletzt der Ratskeller machten uns dieſen Ort doppelt lieb. Der Mittwoch war Weimar und ſeinen klaſſiſchen Stätten ge⸗ widmet. Den tiefſten Eindruck hatten viele von der Fürſtengruft. Am Nachmittag ging es wieder heim⸗ wärts, über Erfurt, Gotha, Eiſenach. Bei manchen ſtieg ein ſtiller Seufzer auf, wenn er daran dachte, am nächſten Morgen ſchon wieder die Schulbank drücken zu müſſen nach dieſen 6 Tagen frohen Wanderns und tiefen Erlebens. Kröner, O I.

Die Quarta auf der Wegſcheide. Vom 1.28. September weilte die Quarta mit 17 von 19 Schü⸗ lern in dem Kinderheim der Stadt Frankfurt auf der Wegſcheide. In die Führung teilten ſich die Herren Knöll, Freudenberger und Chriſt, die von Herrn cand. phil. Roth, einem ehemaligen Schüler der Hola, unterſtützt wurden. Der Aufenthalt war von überaus ſchönem Wetter begünſtigt, ſo daß ſich das Tagesleben meiſt im Freien abſpielte. Es wurde im Freien gegeſſen, unterrichtet, Theater geſpielt. Man unternahm die ſchönſten Wanderungen durch die herrlichen Speſſartwälder, ſtudierte den Sternenhimmel, zog des Nachts aus, um die Hirſche ſchreien zu hören, trieb viel Sport. Die Ver⸗ pflegung war den Verhältniſſen entſprechend gut und reichlich(5 Mahlzeiten täglich!). All dieſe Glücks⸗ umſtände ſowie ein ſchön geſchmückter Unterkunftsraum erzeugten bei Lehrern und Schülern die beſte Stimmung. Der Geſundheitszuſtand war ausgezeichnet(es gab nur einen kranken Fuß und einen ver⸗ dorbenen Magen). Die Schüler haben durchſchnittlich je 4 Pfund in den 4 Wochen zugenommen. Als dann geſchieden werden mußte, tat man dies mit dem Bewußtſein, eine ſchöne Zeit verlebt zu haben. Der Auſenthalt hat ſeinen Zweck: Erholung ſowie Stärkung des Gemeinſchaftsgefühls voll und ganz erreicht. K.

h. b) Geſundheitsfürſorge.

Noch immer hat die Schule wie alle ſtaatlichen höheren Schulen keinen Schularzt. Durch Ver⸗ mittlung des Herrn Stadtſchularztes Dr. Lade konnten fünf Schüler der Mittelſtufe ſich ſechs Wochen im Jugendlager Klappolthal auf Sylt aufhalten. Über den Wegſcheideaufenthalt der Quarta ſiehe Bericht unterWanderungen. Die Schülerunfallverſicherung wurde in 9 Fällen in Anſpruch genommen, ſie erſtattete insgeſamt rund 260 RM.

i. Schulgeld⸗ und Anterſtützungsmittel.

Alle Beſtimmungen ſind für die Eltern auf einem beſonderen Mitteilungsblatt zuſammengeſtellt worden, das beim Hausmeiſter zu haben iſt.

Im Berichtsjahre ſtand eine Summe von 8944 Mark(= 20% des Schulgeldaufkommens) für Unterſtützungszwecke zur Verfügung; davon wurden 3371 Mark für Geſchwiſterermäßigungen, 732 Mark für Lernmittel benötigt, ſodaß 4850 Mark(= 10,85% des Schulgeldaufkommens) für eigentliche Freiſtellen verwandt werden konnten. Für fünf aus dem Landkeiſe ſtammende Schüler wurde das Schulgeld ganz oder teilweiſe als Stipendium vom Kreisausſchuß des Landkreiſes Hanau zur Verfügung geſtellt.

über Unterſtützungen durch denVerein der Freunde und Förderer ſiehe die Nachrichten im Anhang.

k. Berufsberatung. Dem Bericht des Vorjahres iſt nichts hinzuzufügen.

IV./ Der Elternbeirat.

Im Berichtsjahr fand Neuwahl des Elternbeirats ſtatt, bei der nur eine Liſte eingereicht wurde. Gewählt ſind: 1. Konrektor Roth, 2. Frau Anna Kraft, 3. Dr. Graf, 4. Pfarrer Blendin, Wachen⸗

22