II. Der Lehrkörper.
Das Schuljahr brachte vielfach Anderungen in der Zuſammenſetzung des Lehrkörpers. Zu Beginn trat Studienrat Dr. Marcus ein, der im Herbſt wieder an ſeine bisherige Wirkungsſtätte, die Helmholtz⸗Oberrealſchule in Frankfurt a. M., zurückkehrte. Studienrat Dr. Ricken wurde für ſeine Tätigkeit am Muſeum des Geſchichtsvereins um 6 Stunden entlaſtet, die im Auftrage der Stadt Hanau im Sommer Lehramtsbewerber Ellenber ger, im Winter Lehramtsbewerber Werkmann erteilte. Im Herbſt übernahm Pfarrer Reimann für den nach Frankfurt überſiedelnden Pfarrer Walther 4 Stunden Religion. Dr. Gelha rd, der mit Wirkung vom 1. 4. 28 zum Studienrat er⸗ nannt worden war, wurde für ein halbes Jahr an das Landerziehungsheim Bieberſtein beurlaubt; ſeine Vertretung übernahm Lehramtsbewerber Werkmann. Die Studienratsſtelle des Dr. MNarcus wurde Studienrat Gottſchalk aus Biedenkopf übertragen, der aber ſeinen Dienſt erſt zu Oſtern 1929 antritt. Im Winterhalbjahr wurde die Stelle durch Studienaſſeſſor Dr. de Luca verwaltet.
Mario de Luca, geb. am 19. Juli 1895 zu Frankfurt a. M., beſtand Oſtern 1914 am Goethe⸗Gymnaſium in Frankfurt a. M. die Reifeprüfung. Er widmete ſich erſt dem Studium der Bauingenieurwiſſenſchaften, ſeit Herbſt 1915 dem der alten Sprachen ſowie des Franzöſiſchen und Italieniſchen— ſpäter auch des Engliſchen— an der Frankfurter Univerſität. 1920 promovierte er, 1921 beſtand er die Referendar⸗, 1923 die Aſſeſſorprüfung. Er wirkte zuerſt am Goethe⸗Gymnaſium, ſeit Oſtern 1928 an der Uſinger Aufbauſchule, ſeit Herbſt 1928 an der Hohen Landesſchule in Hanau.
Am 4. Februar trat Lehramtsbewerber Heuckeroth zur Aushilfe in das Kollegium ein für den erkrankten Studienrat Freudenber ger.
Der regelmäßige Unterrichtsgang wurde zweimal durch längere Krankheiten innerhalb des Lehr⸗ körpers beeinträchtigt: im zweiten Vierteljahr war Studienrat Dr. Marcus vier Wochen dienſt⸗ unfähig, im dritten Oberſchullehrer Chriſt ebenfalls vier Wochen.
Einen ſchweren Verluſt erlitt das Kollegium am 5. März 1929 durch den Tod des Studienrats Freudenberger. Er ſtarb nach vierwöchentlicher, ſchwerer und erſchöpfender Krankheit, zu der eine Grippe und Lungenentzündung hinzukam. Die Anſtalt verlor mit ihm einen hervorragend tüch⸗ tigen Lehrer. Natürliches Lehrgeſchick, reiches Wiſſen und vorbildlicher Dienſteifer machten ſeinen Unterricht beſonders erfolgreich. Er hat, nach längerer Tätigkeit als Lehrerbildner, nur drei Jahre in unſerer Mitte gewirkt, aber in dieſer kurzen Zeit mit ſeinem zurückhaltenden, einfachen Weſen ſich Hochachtung und Zuneigung ſeiner Schüler ſowohl wie ſeiner Kollegen erworben. Die Leiche des ver⸗ ſtorbenen Lehrers wurde nach Dillenburg überführt. Im Anſchluß an ſeine letzte Fahrt, die er an der Schule vorbei antrat, wurde am 8. März eine Trauerfeier der Anſtalt abgehalten. An der Be⸗ ſtattung in Dillenburg beteiligte ſich eine Abordnung von zwei Lehrern und 25 Schülern.
Studienrat Dr. Ricken weilte im Sommer 6 Wochen in Frankreich; er nahm im November am Volkskundlichen Schulreformlehrgang in Marburg, Studienrat Dr. Walde ck im Dezember am Staatsbürgerlichen Schulreformlehrgang in Frankfurt teil.
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