des gemeinſamen Beſitzes aller Schularten. Die Fächer, die das deutſche Bildungsgut vertreten, d. h. Deutſch, Geſchichte und Erdkunde, ſtehen als Kerufächer im Mittelpunkt und werden an allen höheren Schulen in ungefähr gleichem Amfang gepflegt. Daneben ſtehen die für die einzelnen Schularten charakteriſtiſchen Sonderfächer. Sie haben die Aufgabe, einen beſonderen Bezirk der Kultur zu pflegen und von ihm aus unſer deutſches Bildungsgut tiefer verſtehen zu lehren. Das altſprachliche Gymnaſium hat die antike Kultur als Grundlage unſerer deutſchen Gegenwartskultur zu erweiſen. Das Realgomnaſium ſoll ein tieferes Verſtändnis unſerer deutſchen Bildung vor⸗ zugsweiſe aus dem Vergleich mit den weſteuropäiſchen Kulturen, insbeſondere der franzöſiſchen und engliſchen gewinnen.
Zu Gunſten der deutſchkundlichen Fächer iſt am Gomnaſium das Latein, am Realgymnaſium die Mathematik und Naturwiſſenſchaften verkürzt worden. Die Erdkunde wird bis Oberprima durchgeführt. Der Schreibunterricht fällt fort. Dafür iſt Zeichnen Pflichtfach in allen Klaſſen geworden.
d Angeſchloſſene mittlere Schulen.
An die Hohe Landesſchule ſind angeſchloſſen: 1. Die Lateinſchule in Schlüchtern 2. Die Biſchöfliche Rektoratſchule in Groß⸗Auheim. Beide Schulen führen bis zur Anterſekunda⸗Reife. Der Direktor der Hohen Landesſchule führt an ihnen die Mitaufſicht und nimmt die zur Aufnahme in die Anterſekunda berechtigende Schlußprüfung ab.
VI. Chronik der Anſtalt.
Am 20. Mai 1924 wurde das Richtfeſt des Neubaus begangen; bei dem außer dem Bau⸗ leiter, Herrn Regierungsbaumeiſter Tuczek, auch der Anterzeichnete als Vertreter der Anſtalt ſprach.
Am 11. Auguſt feierten wir den Verfaſſungstag. Studienrat Humpf hielt die Feſtrede über Klopſtock als nationalen Dichter.
Am 13. September hielten wir das Schulfeſt in den Anlagen von Wilhelmsbad bei herr⸗ lichem Wetter und unter ſtarker Teilnahme von Eltern und Freunden der Anſtalt. Die Schüler gaben im Turnen, Spiel und Geſang ihr Beſtes. Zur Aufführung kam von den Schülern der Mittelklaſſen„Kaſperle iſt überall“ von Pocci, von Schülern der Oberklaſſen„Peter Squenz“ von Grophius. Herr Regierungsrat Heller hatte außerdem für die kleineren Schüler ein Puppentheater aufgeſchlagen. Der übliche Tanz ſchloß das Feſt ab.
Anſere Weihnachtsfeier hielten wir am 18. Dezember. In ihrem Mittelpunkt ſtand die Auf⸗ führung eines altdeutſchen Weihnachtsſpieles.
Des Todes des Reichspräſidenten Ebert wurde in einer Feier am 4. März 1925 gedacht. Der Anterzeichnete hielt die Gedächtnisrede.
Um Mittel für den inneren Schmuck des Neubaus zu erhalten, traten wir mit einem Theater⸗ Abend und einem Konzert vor die Offentlichkeit. Der Theater⸗Abend am 16. März 102s, der von den Studienräten Dr. Waldeck und Dr. Ricken vorbereitet wurde, brachte 3 Aufführungen heiteren Charakters. Die Sertaner ſpielten„Kaſperle als Heiratsvermittler“ von Sling, die Antertertianer
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