Jahrgang 
1925
Einzelbild herunterladen

Dem unter dem Protektorat des Studienrat Dr. Thielemann ſtehenden Ruderverein ge⸗ hörten im Sommer 42 Schüler der Klaſſen 1'le an. Gerudert wurde regelmäßig am Spiel⸗ nachmittag, daneben nach Verabredung an anderen Nachmittagen. Es fanden zwei größere Wanderfahrten nach Seligenſtadt mit mehreren Booten ſtatt. Das der Schule gehörige Boot, ein Gigvierer, iſt im Bootshaus der Hanauer Rudergeſellſchaft untergebracht. Dieſe ſtellte ihre Räumlichkeiten und Einrichtungen, bei Wanderfahrten auch ihr Bootsmaterial den Schülern be⸗ reitwilligſt zur Verfügung. Beim Bau eines Paddelbootes und bei der Inſtandhaltung des Ruder⸗ bootes fanden die Schüler Gelegenheit, ſich werktätig zu beſchäftigen. Die Beſchaffung eines weiteren Bootes iſt dringendes Bedürfnis, wenn die Pffege des geſunden und ſchönen Ruder⸗ ſportes allen hierfür intereſſierten und geeigneten Schülern ermöglicht werden ſoll.

In der unter Leitung des Studienrates Dr. Wenz ſiehenden Geologiſchen Arbeits⸗ gemeinſchaft fanden mit 16 Schülern der drei oberen Klaſſen abwechſelnd wöchentlich Anter⸗ weiſungen und geologiſche Wanderungen ſtatt. Die Exkurſionen wurden teils halbtägig an Nach⸗ mittagen in die nähere Amgebung, teils im Rahmen der monatlichen Schulausflüge ausgeführt Sie hatten diesmal ſehr unter den ungünſtigen Witterungsverhältniſſen zu leiden.

In den Anterweiſungen wurden die auf den vorangegangenen Exkurſionen gemachten Be⸗ obachtungen beſprochen, die neuen Exkurſionen vorbereitet und die nötigen Anleitungen, ſoweit ſie nicht im Freien ſtattfinden konnten, gegeben.

Die Nachmittage, an denen die Bewegungsſpiele gehalten werden, ſind aufgabenfrei. Die Schüler ſollen an dieſen Tagen, unbelaſtet von Aufgabenſorgen, in Spiel und Sport ſich körverlich ertüchtigen. Es wird vorausgeſetzt, daß ſie, auch abgeſehen von der Teilnahme an den Spielſtunden, den ganzen Nachmittag dieſem Zwecke widmen.

über die Pflege des Schulſportes und des Schwimmens iſt in dem Abſchnitt über den techniſchen Anterricht berichtet. Hier ſei noch einmal an die Bedeutung erinnert, welche Turnen und Sport für unſere heutige Jugend haben, die in ihnen einen Erſatz für die Körper⸗ und Charakterſchulung ſuchen muß, die ſie früher im Heeresdienſt erhielt. Dieſer Bedeutung entſpricht es, daß Be⸗ freiungen vom Turnen und Spielen nur auf Grund eines amtsärztlichen Zeugniſſes erfolgen können, und daß die Leiſtungen im Turnen bei Verſetzungen und in der Reifeprüfung mitbewertet werden. Das zu erſtrebende Ziel iſt eine allſeitige Durchbildung des Körpers. Zu warnen iſt vor einſeitigem Sportsbetrieb, der zu eiteler Sportsfexerei und oft genug zu körperlicher Schädigung führt. Zu warnen iſt insbeſondere vor dem Fußballſpiel, von dem wir ungünſtige Folgen be⸗ obachtet haben, weil es die Kräfte überanſtrengt und die Intereſſen ſtark ablenkt.

Der körperlichen Kräftigung dienen auch die monatlichen Wanderungen, welche unſere Schüler auch mit den Schönheiten und den geſchichtlich denkwürdigen Stätten unſerer Heimat vertraut machen ſollen. Eine Wanderung ſoll die Schüler in die weitere Amgebung führen, während die anderen ſich nähere Ziele ſetzen.

über eine Wanderfahrt der Oberprima, auf der die alten Beziehungen des Hanauer Gom⸗ naſiums zur Schillerſtadt Marbach erneuert wurden, berichtet ihr Führer Studienrat Dr. Heiler wie folgt:.

Die Operprima machte vom 15.12. September bei herrlichſtem Herbſtwetter eine 3tägige Neckarfahrt unter

Führung des Obengenannten. Die Eiſenbahn brachte uns ois Offenau, wo wir mit der Fähre über den Neckar

nach Wimpfen überſetzten. Hier beſichtigten wir die Hohenſtaufenpfalz und Peterskirche und genoſſen von der Spitze desBlauen Turmes die Ausſicht ins Neckartal mit ſeinen hiſtoriſch ſo bedeutſamen Burgen und Städter

13

1