Jahrgang 
1915
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Verfügung geſtellt. Auch bei anderen Gelegenheiten, ſo auch bei der Feier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät, bei der Profeſſor Hammes die FeſtredeÜber die Urſachen des Krieges hielt, er⸗ wies uns Herr Direktor Bungenſtab die gleiche Freundlichkeit. Hierfür ſage ich ihm namens der Anſtalt verbindlichſten Dank.

An einzelnen Tagen, wenn Nachrichten von großen kriegeriſchen Erfolgen, wie von der Schlacht bei Soiſſons, von den Siegen in Polen und in Maſuren in unſerer Stadt bekannt wur⸗ den, verſammelte der Direktor nach dem Schluſſe der 3. Vormittagsſtunde die Schüler auf dem Schulhof und hielt unter freiem Himmel eine kurze Dankfeier mit Choralgeſang, Anſprache, Gebet und Abſingung eines vaterländiſchen Liedes(Deutſchland über alles) ab, worauf die Schüler ent laſſen wurden.

Wir können wohl ſagen, daß der furchtbare Krieg, der von uns ſo große und ſchwere Opfer fordert, doch auch außerordentlich ſegensreich und vertiefend, wie auf das ganze Volk, ſo auf unſere Jugend gewirkt hat. Die Aufopferungsfähigkeit für das große Ganze, die Gottesfurcht, die Selbſtbeſchränkung im Dienſte der Allgemeinheit hat er mächtig gefördert und da, wo der Funken zu erlöſchen drohte, ihn neu entfacht.

Möge er bald zu einem ehrenvollen Frieden führen und unſerem Vaterland und ſeiner Jugend zum Segen werden.

Nicht unerwähnt will ich laſſen, daß unſere Lehrer und unſere früheren Schüler, die im Felde ſtehen, einen eifrigen Briefwechſel mit denen, die zu Hauſe blieben, führen. Wir werden der lieben Freunde, die draußen für uns kämpfen und zum Teil ſchon ihre Vaterlandsliebe mit ihrem Blute oder gar mit ihrem Leben beſiegelt haben, ſtets in Treuen gedenken. Es muß davon Abſtand genommen werden, zur Zeit ſchon eine Ehrentafel der Kriegsteilnehmer und der für das Vaterland Gefallenen, die unſerer Anſtalt angehört haben, aufzuſtellen. Dies wird für die Zeit nach dem Ende des Krieges vorbehalten. An die Angehörigen unſerer großen Schulfamilie ergeht aber ſchon jetzt die Bitte, uns ſeiner Zeit die nötigen Unterlagen für die Veröffentlichung der Ehrentafel nicht vorzuenthalten.

Die ſchriftliche Reifeprüfung des Oſtertermins fand vom 1.4. Februar, die mündliche unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Regierungs⸗ und Provinzial⸗Schulrates Dr. Kaiſer am 5. März ſtatt. Ihr unterzogen ſich 4 Oberprimaner, die alle beſtanden.

IV. Statiſtiſche Uberſicht.

A. Beſtand des Lehrerkollegs am Schluſſe des Schuljahres 1914.(Oſtern 1915).

a) Der Direktor: Dr. Philipp Braun, Geh. Studienrat.

b) 11 Oberlehrer: 1. Dr. Georg Rambeau, Profeſſor Rang d. R. 4. Kl.). 2. Wilhelm Henkel Profeſſor(Rang d. R. 4. Kl.). 3. Profeſſor Roſenkötter(Rang d. R. 4. Kl.)(war während des ganzen Schuljahrs beurlaubt). 4. Dr. Wilhelm Küſter, Profeſſor(Rang d. R. 4. Kl.). 5. Dr. Ludwig Müller, Profeſſor(Rang d. R. 4. Kl.). 6. Ernſt Thieme, Profeſſor(Rang d. R. 4. Kl.). 7. Karl Hammes, Profeſſor(Rang d. R. 4. Kl.). 8. Ernſt Humpf. 9. Otto Kühlewein. 10. Ernſt Rexrodt(ſteht im Feld). 11. Ernſt Thies.