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Gelnhauſen Führer Oberl. Kühlewein), die der Quinta nach Kälberau, dem Hahnenkamm und der Rückersbacher Schlucht(Führer Profeſſor Thieme), die der Sexta nach Hochſtadt, dem Hühner⸗ berg und Wachenbuchen(Führer Profeſſor Hammes).
Hitzfrei war am 29. und 30. Juni, am 31. Auguſt und am 1. September.
Wie überall ſo brachte auch in unſer Schulleben der Ausbruch des Krieges eine tiefgehende Erregung und gewaltige Störungen. Zwei Lehrer, Oberl. Rexrodt und Kandidat Wendhauſen mußten ſofort den Fahnen folgen. Faſt alle Schüler der oberen Klaſſen, deren Körperkraft es er⸗ laubte, 22 an der Zahl, meldeten ſich als Freiwillige für den Heeresdienſt 21) oder für die frei⸗ willige Krankenpflege(1). Drei von ihnen, Hermann Gericke, Wolrad Luckhardt und Julius Sternau haben ihre Treue gegen das Vaterland mit dem Tode beſiegelt, einer, Ferd. Hahnzog, iſt ſchwer verwundet worden. Der Notreifeprüfung, die am 7. und 8. Auguſt ſchriftlich, am 10. Au⸗ guſt mündlich abgehalten wurde, unterzogen ſich 12 Oberprimaner, die alle beſtanden. In den Tagen vom 4. bis 11. Auguſt mußte der Unterricht ausgeſetzt werden, da die Räume der Anſtalt für Mobilmachungszwecke belegt waren.
In dieſen Tagen aber machten ſich unſere Schüler anderweit im Dienſte des Vaterlandes mit froher Begeiſterung nützlich. Eine große Zahl von Schülern der oberen und mittleren Klaſſen half, in Gruppen eingeteilt, an den Erntearbeiten in der näheren und ferneren Umgebung unſerer Stadt. Eine Anzahl leiſtete als Krankenträger bei der Ankunft Verwundeter erſprießliche und gern anerkannte Dienſte. Ferner betätigten ſich unſere Schüler bei der Sammlung von Liebesgaben für die im Felde ſtehenden Krieger mit reicher Beihilfe, ebenſo bei der Sammlung für die Weihnachts⸗ beſcherung, die für Witwen und Waiſen im Felde gebliebener hieſiger Krieger in die Wege geleitet wurde, nicht weniger bei der Wollſammlung und bei der Herbeiſchaffung der noch von einzelnen zurückgehaltenen Goldmünzen. Dieſe Sammlung zeitigte ein reiches Ergebnis. Die Schüler der oberen Klaſſen waren hilfsbereit bei der Aufnahme der Mehl⸗ und Kartoffelvorräte, für deren Feſt⸗ ſtellung es der ſtädtiſchen Behörde an Hilfskräften fehlte. Die Mitglieder des Sängerchors brachten unter Leitung des Muſiklehrers Röſſer angenehme Abwechſelung und Erheiterung in die hieſigen Lazarette, indem ſie die Verwundeten und Kranken durch Geſänge, andere muſikaliſche Darbietungen und Vorträge von Dichtungen erfreuten. Endlich traten die Schüler der oberen und mittleren Klaſſen, ſoweit ihr Alter und ihr körperliches Befinden das zuließ, freudig der hieſigen Jugendwehr bei, um Körper und Geiſt für den Kriegsdienſt vorzubilden und um ſofort bereit zu ſein, wenn das Vaterland ihre Hilfe verlangen ſollte.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die großen Ereigniſſe der Weltgeſchichte ſich auch in mancherlei⸗ Störungen des Unterrichtsbetriebs bemerklich machten. Die Erregung, die ſich der jugendlichen Gemüter bemächtigte, ließ die Schüler oft nicht zur völligen Sammlung kommen. Doch ließen wir uns von dem Grundſatze leiten, daß unſere erſte und wichtigſte Aufgabe die ſein müſſe, während unſere Brüder draußen kämpfen, daheim treu unſere Pflicht zu erfüllen und auch den widerſtrebenden Geiſt dazu zu nötigen. Wenn einzelne Lehrer uns fehlten, ſo konnte doch nach Zuſammenlegung der bis dahin geteilten Prima die Lehraufgabe im großen Ganzen vorſchriftsmäßig erfüllt werden. Nur für die Turnſtunden gab es vorübergehend Schwierigkeiten, weil die von uns benutzten Räume der Turngemeinde als Lazarett eingerichtet waren. Die Turnſtunden wurden vorübergehend im Saale der Weißmantelſchen Brauerei, ſpäter in dem des Evangeliſchen Vereinshauſes erteilt.
Das Sedanfeſt wurde am 2. September in einfacher, aber würdiger Weiſe begangen. Der Herr Direktor des hieſigen Lyzeums hatte uns hierfür, da die Turnhalle, in der ſonſt unſere Feſt⸗ lichkeiten abgehalten wurden, mit Verwundeten belegt war, die Aula des Lyzeums freundlichſt zur
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