15 b) Aus der Schulgeſchichte.
Das neue Schuljahr wurde, nachdem am 3. April die Aufnahmeprüfung ſtattgefunden hatte, am 4. April in üblicher Weiſe feierlich eröffnet. Neu aufgenommen wurden 27 Schüler.
Am 17. April beſichtigten die Schüler der oberen Klaſſen unter Führung ihrer Lehrer Verſchanzungsarbeiten nach römiſchem Muſter, die Se. Majeſtät bei der Saalburg hatte vor⸗ nehmen laſſen. Leider war die Witterung an dieſem Tage ſehr ungünſtig.
Am 3. Juni fiel der Nachmittagsunterricht der Hitze wegen aus.
Am 16. Juni fand eine öffentliche Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Wilhelm II. ſtatt, bei der Profeſſor Dr. Müller die Feſtrede über die Verdienſte Kaiſer Wilhelms II. um die deutſche Kriegsflotte hielt und der Direktor ein Schluß⸗ wort ſprach, wobei er den Schülern Karl Reuther I“, Ferdinand Hahnzog l’, Otto Thieme II“ Karl Zſchieſche II?, Friedrich Zobel III!, Friedrich Meiß III², Karl Goebels IV, Georg Seel⸗ mann⸗Eggebert V und Paul Cramer VI die ihnen zugewieſenen Bücherprämien aushändigte.
Die ſchriftliche Reifeprüfung des Herbſttermins wurde vom 18. bis 21. Auguſt, die münd⸗ liche, bei der der Direktor mit Verſehung der Geſchäfte des Königlichen Kommiſſars betraut war, am 18. September abgehalten. Es unterzogen ſich ihr 4 Oberprimaner, die alle beſtanden. Am 20. September wurden ſie mit einer Anſprache des Direktors entlaſſen.
Am 1. und 2. September machten die Schüler der drei oberen Klaſſen unter Führung des Direktors, der Profeſſoren Dr. Müller und Marxhauſen und des Oberlehrers Rexrodt einen zweitägigen Ausflug in die Rhön, und zwar marſchierten ſie am erſten Tage von Station Elm über das Dammersfeld nach Gersfeld, am zweiten Tage von da über die Waſſerkuppe nach Station Milſeburg. Auf der Höhe der Waſſerkuppe im Angeſicht des großartigen Landſchaftsbildes machte der Direktor in einer kurzen Anſprache die Schüler auf die Bedeutung des Sedantages aufmerkſam und forderte ſie auf zu unverbrüchlicher Treue gegen Kaiſer und Reich. Die Schüler der übrigen Klaſſen machten am 1. September kürzere Ausflüge unter Führung ihrer Lehrer, und zwar ging die Unterſekunda von Auerbach nach Auerbacher Schloß,(Führer Prof. Hammes und O. L. Thies) Malchen, Felsberg, Jugenheim, Bickenbach, die Obertertia(Führer O. L. Humpf) von Großumſtadt über den Breuberg, Rimhorn nach Höchſt i. O., die Untertertia(Führer M. L. Röſſer) von Cronberg über Feldberg, Saalburg nach Homburg, die Quarta machte denſelben Weg in umgekehrter Folge,(Führer Prof. Thieme), die Quinta ging durch die Rückersbacher Schlucht nach Aſchaffenburg,(Führer O. L. Kühlewein), die Sexta von Langenſelbold nach Alzenau,(Führer Prof. Henkel und Z. L. Milow). Auch dieſe Klaſſen wurden unterwegs von den führenden Lehrern auf die Bedeutung des Sedantages hingewieſen. Sie hatten den 2. September als Ruhetag frei.
Am 9. September fiel der Unterricht wegen der in nächſter Nähe von Hanau zwiſchen Dörnigheim und dem Hühnerberg bei Wachenbuchen ſich abſpielenden Diviſionsmanöver aus.
Zu Beginn des Winterſemeſters am 14. Oktober traten drei Schüler in die Anſtalt ein.
Am 18. Oktober, dem 100 jährigen Jahrestage der Völkerſchlacht bei Leipzig, fand eine Schulfeier ſtatt, bei der Profeſſor Dr. Küſter die Feſtrede über den Verlauf der Völkerſchlacht hielt. Am Schluß der Schulfeier teilte der Direktor folgenden Schülern die ihnen von dem Lehrer⸗ kollegium zugewieſenen Bücherprämien aus: Herbert Bergemann I1, Heinrich Bott I?, Hans Heuſohn II“!, Guſtav Tonndorf II?, Wilhelm Heraeus III¹, Hans Zſchieſche III? und Walter


