Jahrgang 
1913
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den Weihnachtsferien konnte ſie und die phyſikaliſche Sammlung im jetzigen Schulhauſe aufgeſtellt werden. Das zweimalige Umſtellen und der Transport machte viel Mühe und erforderte große Umſicht. Dem Herrn Bibliothekar und den Herren Verwaltern der Sammlungen iſt außerordentlich große und ſicher nicht ſehr angenehme Arbeit erwachſen. Sie hätten aber dieſe nicht ſo glatt be⸗ endigen können, wenn ihnen nicht andere Kollegen und die vielen Hände unſerer Schüler, die ſich in freundlichſter Weiſe bei dem Umzug beteiligten, geholfen hätten. 3

Außer dem nichtverſicherten Mobiliar hatten wir beſonders den Verluſt einer großen Anzahl von Schülerprogrammen mit wiſſenſchaftlichen Abhandlungen zu beklagen. Durch das große Ent⸗ gegenkommen der VerſicherungsgeſellſchaftDeutſcher Phönix in Frankfurt a. M. war es möglich, die Entſchädigungsfrage glatt und zur beiderſeitigen Zufriedenheit abzuwickeln.

Mit am härteſten betroffen wurde der Schuldiener und ſeine Frau, deren Wohnung durch die Waſſermengen arg mitgenommen war und die bis zur Zeit nach den Herbſtferien, wo ſie in dem neuen Schulhauſe Unterkommen fanden, höchſt unbehagliche Wochen verbringen mußten; auch erwuchs ihnen durch ihre Mithilfe beim Umzug und durch die Neuordnung viele und ſchwere Arbeit.

Allen denen, die uns bei dem Brandunglück und nachher mit Rat und Tat geholfen und unſer Unterkommen in dem neuen Heim gefördert haben, ebenſo allen, die uns durch Beileids⸗ ſchreiben und Telegramme ihre Teilnahme zu erkennen gegeben, insbeſondere auch denen, die bei dem Umzug der Bibliothek und der Sammlungen hilfreiche Hand geleiſtet haben, ſei hiermit noch⸗ mals der herzlichſte Dank geſagt. 4

Als Spielplatz während der Pauſen benutzen wir den ſchönen freien Platz an der katholiſchen Kirche, den Bangert. Für die Freiübungen, die täglich gemacht werden, iſt uns die Benutzung des Hofraumes geſtattet. Das einzige, was wir allerdings ſchmerzlich vermiſſen, iſt die Aula. Wir können keine Schulandacht zu Anfang und Ende der Woche abhalten und uns gemeinſam erbauen, wir können nicht die Schüler in einem geſchloſſenen Raume verſammeln, um der Geſamtheit wichtige Mitteilungen zu machen, wir können endlich in unſeren Räumen keine Schulfeierlichkeiten, und wären ſie noch ſo einfach, abhalten. Jedoch iſt uns für dieſe letzteren der große Saal der Turn⸗ gemeinde geſichert. In dem mit ihr vom 1. April 1913 ab erneuerten Vertrage hat ſie ſich bereit erklärt, uns ihren Saal für unſere Schulfeiern zu überlaſſen.

Im Laufe des Sommers beſuchten die Schüler der oberen Klaſſen unter Leitung ihrer Klaſſenleiter in Darmſtadt die AusſtellungDer Menſch.

Am 15. September beteiligte ſich unſere Schule an dem Wetturnen der hieſigen Schulen.

Vom 7. bis 19. Oktober nahm Oberlehrer Rexrodt an einem naturwiſſenſchaftlichen Ferien⸗ kurſus in Frankfurt a M. teil. Vom 14. bis 19. Oktober war er zu dieſem Zwecke beurlaubt.

Vom 29. Oktober bis 9. November nahm Profeſſor Henkel an den Verhandlungen der Geſamtſynode in Caſſel teil.

Anfang Dezember ſchrieben die Oberprimaner die üblichen Tentamensarbeiten.

Am 14. Dezember fand in den Räumen der Turnhalle der hieſigen Turngemeinde ein Schulfeſt ſtatt, an das ſich ein Tanzvergnügen der Schüler der oberen Klaſſen anſchloß.

Am 25. Februar fand nachmittags eine Vorfeier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät ſtatt, bei der Profeſſor Dr. Küſter die Feſtrede hielt. Er ſprach über General York und die Konvention von Tauroggen. Dem Oberprimaner Hermann Schmidt, dem Unterprimaner Ernſt Thieme und dem Untertertianer Otto Garbe cwurden bei dieſer Gelegenheit Bücher als Geſchenke Sr. Majeſtät oder als Erinnerungszeichen an den Tag vom Direktor im Namen des Lehrerkollegiums übergeben.