Jahrgang 
1910
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Da dem als Hilfsarbeiter an dem Preußiſchen Hiſtoriſchen Inſtitut zu Rom beurlaubten Profeſſor Dr. Küſter der Urlaub noch um ein halbes Jahr erſtreckt worden war, ſo wurde mit ſeiner Vertretung der wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Dr. Samſe bis Ende September 1909 beauf⸗ tragt. Dieſer ging Herbſt 1909 als Oberlehrer an das Realgymnaſium zu Caſſel über.

Der bis dahin der Anſtalt zur Ableiſtung ſeines Probejahres zugewieſene und zugleich mit Vertretung eines beurlaubten Oberlehrers beauftragte Kandidat Wilhelm Müller wurde Oſtern 1909 als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer dem Kgl. Wilhelmsgymnaſium zu Caſſel überwieſen.

Der beauftragte Zeichenlehrer Erich Milow war zu Anfang des Schuljahres zu einer achtwöchigen militäriſchen übung einberufen. Er wurde vom 1. April 1909 ab feſt an der Anſtalt angeſtellt.(Verf. v. 23. Juni 1909 S. 8210).

Der Kandidat des höheren Lehramts Dr. Fritz Schonebohm wurde durch Verf. vom 8. Oktober 1909 S. 12727 der Anſtalt zur Ableiſtung des Probejahres zugewieſen.

Das neue Schuljahr wurde Dienstag den 20. April feierlich eröffnet. Es wurden 34 Schüler neu aufgenommen.

Am 11. Mai fanden die üblichen Klaſſenausflüge in die nähere und fernere Umgebung von Hanau ſtatt. 3

Vom 9. bis 28. Auguſt nahm Oberlehrer H umpf an einem Turnkurſus in Berlin teil.

Am 2. September wurde in der Aula eine nichtöffentliche Sedanfeier begangen mit ge⸗ meinſamem Geſang, Gebet und Deklamationen. Am Ende der Feier ſprach der Direktor Schluß⸗ worte und überreichte dem Oberprimaner Karl Burhenne als Geſchenk des Herrn Miniſters das WerkSchaffen und Schauen. Mit einem Hoch auf Seine Majeſtät und Abſingen des Liedes Heil dir im Siegerkranz endigte die ſchlichte, aber würdige Feier.

Das Winterhalbjahr wurde am 12. Oktober feierlich eröffnet. Aufgenommen wurden 5 Schüler.

Am 10. November wurden entſprechend der Verfügung des Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 7. Auguſt 1909 die Schüler in der Schlußſtunde des Vormittagsunterrichts in der Aula auf die Bedeutung des Tages, als des 150 jährigen Geburtstages Schillers, von dem Direktor hinge⸗ wieſen. Dabei brachte dieſer eine Zuſchrift eines ehemaligen Schülers und Lehrers der Anſtalt, des Herrn Geh. Reg.⸗Rates Gymnaſialdirektors a. D. Dr. Heußner, der im Jahre 1859 die Schillerſpende deutſcher Gymnaſiaſten als Schüler des Hanauer Gymnaſiums mit ins Leben gerufen hatte, zur Kenntnis der Schüler. Vorher waren ſchon in den deutſchen Lehrſtunden die Schüler der einzelnen Klaſſen ihrer Faſſungskraft entſprechend von den Fachlehrern darüber belehrt worden, was das deutſche Volk den Werken Schillerſcher Dichtkunſt zu verdanken hat.

Zu Anfang Dezember fand ein ſchriftliches Tentamen der diesjährigen Abiturienten ſtatt.

Am 27. Januar wurde der Geburtstag Allerhöchſt Sr. Majeſtät in der feſtlich geſchmückten Aula feierlich begangen. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Kühlewein über die afrikaniſchen Kolonien des Großen Kurfürſten. Ein Exemplar des PrachtwerkesWislicenus, Deutſchlands Seemacht, das als Prämie für einen Schüler beſtimmt war, konnte leider nicht ſchon bei der Feier ſelbſt ausgehändigt werden, da es erſt unmittelbar vor ihrem Beginn eintraf. Es wurde mit Zu⸗ ſtimmung des Lehrerkollegiums dem Abiturienten Adolf Hofmann zugewieſen.