Jahrgang 
1901
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Stipendien in der Höhe von 25 M. bis 100 M. zugewendet. Einer Anzahl von dürftigen und würdigen Schülern wurde das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen. Auch wurden bedürftigen Schülern Schulbücher aus der durch das Pels- sche Legat unterstützten bibliotheca pauperum geliehen.

VII. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern. Sonnabend, den 30. März, vormittags von 10 12 Uhr und nachmittags von 24 Uhr, sind die Zeichnungen der Schüler im Zeichensaale ausgestellt.

Offentliche Schlussfeier. Sonnabend, den 30. März 1901, vormittags 9 Chr.

1) Präludium für Orgel von L. Liebig, gespielt von dem Untertertianer Karl Joffroy. 2) Choral: Lied 300, Vers 13 und Gebet.

3) Chorgesang:Ach Herr, ich habe vertrauet, Motette von F. Möhring. 4) Deklamationen: a.Der reichste Furst, von J. Kerner(Heinrich Hesemann VI). b.Schwäbische Kunde, von L. Uhland(Theodor Schiff VI). c.Der Schutz, von Fr. v. Schiller(Kurt von Spindler VI). d.Das Erkennen, von J. N. Vogl(Erwin Rousselle V). e)Abendlied, von M. Claudius(Wilhelm Berthold V). f)Der Lotse, von L. Giesebrecht(Clemens Boller IV). 9)Des Grab im Busento, von A. Grafen von Platen-Hallermunde(Ernst Henrich IV). h)Das Glúück von Edenhall, von L. Uhland(Otto Lohmann III2). . 1)Der Liebe Dauer, von F. Freiligrath(Rudolf Gebeschus III²). 5. Träumerei von Schumann und Largo von Händel für Violine, vorgetragen von Friedr. Rödiger V. 6. Deklamationen: a.Frühlingsgruß an das Vaterland von M. v. Schenkendorf(Wilhelm Geb III¹). b. Aus Schillers Lied von der Glocke:Die Feuersbrunst(Wilhelm Schwabe II). c. Monolog aus Wallensteins Tod von Schiller(Fritz Koref II'). d. Monolog aus Goethes Iphigenie(Otto Zimmermann I).

7. Chorgesang:Hell ins Fenster scheint die Sonne von Hauptmann,, Mailied'.von Rheinberger. 8. Verkündigung der Versetzungen daurch den Direktor.

An die Eltern der Schüler richte ich die Bitte, bei den Vergnügungen, die sie ihren Söhnen gestatten, besonders wenn es sich um die Teilnahme an Tanzvergnügungen handelt, Weises Maß zu halten. Wenn in den Schulgesetzen für die einheimischen Schüler hierüber keine besonderen Be- stimmungen getroffen sind, so ist das sicher nur deshalb der Fall, weil als selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß die Eltern, denen doch vor allen das Fortkommen und das Wohl ihrer Söhne am Herzen liegt, diesen nur ein solches Maß von Vergaügungen gestatten werden, bei dem das Fortschreiten ihrer Söhne nicht geschädigt wird. Nicht von allen Eltern unserer Schüler scheint mir im vergangenen Winter in dieser Beziehung das Richtige getroffen worden zu sein. Wir Lehrer haben durchaus nichts dagegen einzuwenden, wenn unsere Schüler das Tanzen erlernen und sich auch einer heiteren Geselligkeit innerhalb angemessener Grenzen erfreuen. Wenn aber die Schüler neben den Tanzstunden, an denen teilzunehmen die Schule ihnen erlaubt hat, noch zahlreiche Hausbälle und andere gesellige Vergnügungen, die oft bis spät in die Nacht hinein dauern, besuchen dürfen, dann kann es nicht befremden, wenn sie von den Aufgaben, die der Unterricht an sie stellen muß, abgelenkt werden, ganz abgesehen davon, daß sie auch an Ansprüche gewöhnt werden, die ihrem Alter nicht entsprechend sind, und daß unter Umständen auch ihre Gesundheit geschädigt werden kann. Wenn dann Mißerfolge in den Leistungen der Schüler ein- treten, oder wenn sie das lange Wochen hinfurch Versäumte nur durch nachträgliches angestrengtes