Jahrgang 
1898
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sein Ansuchen ihm die Versetzung in den Ruhestand gewährt. Oberlehrer Wiegand ist von Ostern 1890 ab als ordentlicher Lehrer an unserer Anstalt, an der er schon früher einmal, von Ostern bis Herbst 1885, ausgeholfen hatte, thätig gewesen und hat pflichtgetreu und gewissenhaft sein Amt verwaltet. Leider hat seine Kränklichkeit ihm vielfach die Ausübung seines Berufes erschwert. Die besten Wünsche seiner Kollegen und seiner Schüler begleiten ihn in den Ruhestand.

Zur Vertretung des Oberlehrers Wiegand ward nach Verfügung Kgl. Provinzial-Schul- kollegiums vom 29. April 1897 S. 2453 und S. Oktober 1897 S. 5881 der wissenschaftliche Hülfs- lehrer Otto Müller in Wiesbaden dem Gymnasium zugewiesen. Er verlässt mit dem Schluss des Schuljahrs unser Gymnasium, um an dem Realprogymnasium zu Höchst a6M. als wissenschaft- licher Hülfslehrer einzutreten. Für seine erfolgreiche Hülfe sei ihm an dieser Stelle der gebührende

Dank gesagt. Otto Anton Nikolaus Müller, geboren am 18. September 1863 in Hachenburg, Oberwesterwaldkreis, besuchte 4

die Gymnasien in Hadamar und Wiesbaden. Er widmete sich auf den Universitäten Leipzig und Marburg dem Studium

der Geschichte, Erdkunde und Philologie. Nachdem er im Februar 1891 die Prüfung für das höhere Lehramt

bestanden hatte, wurde er 1891 93 dem Gymnasium bezw. Realgymnasium in Wiesbaden zur Ableistung seines

Seminar- bezw. Probejahres überwiesen. Im Winter 1893/94 erwarb er sich an der Central-Turnanstalt in Berlin die

Befahigung zum Turnunterricht. Seit Ostern 1897 vertritt er einen erkrankten Oberlehrer an dem hiesigen Gymnasium.

Dem Professor Dr. Wackermann ward zur Kräftigung seiner Gesundheit vom 8. Juni bis zu Beginn der Sommerferien Urlaub gewährt. Zu seinem Vertreter war während dieser Zeit durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 18. Mai S. 3331 der Kandidat Wilhelm Debes bestimmt.

Durch Erlass vom 26. Juni 1897(Verf. vom 15. Juli 1897 S. 4714) ward dem Protfessor Wackermann der Rang der Räte vierter Klasse verliehen.

Durch Verfügung vom 14. Januar S. 135 ward Vertretung des erkrankten Zeichenlehrers Professor Jassoy durch den Kunstgewerbezeichner Heinrich Naas vom 1. Januar d. J. ab ge- nehmigt.

Durch Verfügung vom 16. März 1898 S. 1235 ward zur Vertretung des Oberlehrers Schlitt, der durch einen Unfall(Bruch eines Unterschenkelknochens) voraussichtlich für längere Zeit an der Erteilung des Unterrichts gehindert ist, bis zum Schlusse des Schuljahres der wissenschaftliche Hülfslehrer JToseph Schnädter der Anstalt zugewiesen. Er trat am 7. März seinen Dienst an.

Die Aufnahmeprüfungen fanden am 12. April 1897 statt. Neu eintraten in die Anstalt 34 Schüler. Das neue Schuljahr wurde am folgenden Tage mit Gesang, Gebet und Verpflichtung der neu eintretenden Schüler auf die Schulgesetze feierlich eröffnet. Gleichzeitig begrüsste der Direktor die neu eintretenden Lehrer.

Die Pfingstferien dauerten vom 6. bis 9. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis zum 2. August, die Herbstferien vom 26. September bis zum 11. Oktober, die Weihnachtsferien vom 13. Dezember mittags bis zum 6. Januar einschliesslich.

Am Mittwoch, dem 26. Mai, dem Tage vor Himmelfahrt, wohnten einzelne Lehrer der Jahres- versammlung des Vereins von Lehrern höherer Schulen unserer Provinz, die in Marburg stattfand, bei. Die Unterrichtsstunden dieser Lehrer fielen an diesem Tage aus.

Am 1. Juni, dem Tage der feierlichen Enthüllung des Denkmals des Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau, des Gründers der Neustadt und Stifters der hohen Landesschule, das von dem Meister Pro- fessor Wiese entworfen ist und den Platz vor der französischen Kirche schmückt, fiel der Unterricht