Jahrgang 
1898
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III. Chronik der Anstalt.

Zu den Veränderungen im Bestand des Lehrerkollegiums im Schuljahre 1 896/97 sind nachfolgende Personalnotizen des Oberlehrers Mascher nachzutragen:

Richard Adalbert Mascher, geboren am 7. Juli 1855 zu Stendal in der Altmark, besuchte die Gymnasien zu Magdeburg, Stendal, Husum und Hersfeld. Von der letztgenannten Anstalt ward er Ostern 1877 mit dem Reifezeugnis entlassen und studierte dann auf der Universität Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Vom 1. April 1881 bis 1. April 1882 genügte er seiner militärischen Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger. Nachdem er dann am 8. De- zember 1882 zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi bestanden hatte, leistete er seit Ostern 1883 an den Königlichen Gymnasien zu Marburg und Hersfeld das pädagogische Probejahr je zur Hälfte ab. Darauf war er an der letzteren Anstalt bis Ostern 1889 und sodann am Königlichen Realgymnasium zu Wiesbaden als wissenschaftlicher Hülfslehrer thätig. Im August 1891 wurde er zum ordentlichen Lehrer ernannt und am 1. April 1897 an das Königliche Gym- nasium in Hanau versetzt.

Folgende Veränderungen im Bestand des Lehrerkollegiums sind im Laufe des Schuljahres eingetreten:

Mit dem Schlusse des Schuljahres 1896/97 stellten der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Johann Kilb sowie der Zeichen- und Schreiblehrer Ruth ihre Thätigkeit an der Anstalt ein, ersterer um fach Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel vom 15 April 1897 S. 1751 als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Königlichen Gymnasium zu Fulda thätig zu sein. Beiden Herren sage ich namens der Schule für ihr erfolgreiches Wirken an der Anstalt den schuldigen Dank.

Mit Genehmigung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums(Verf. vom 3. Mai 1897 S. 2767 und vom 5. Oktober 1897 S. 5883) wurden den Lehrern an der hiesigen Knabenvolksschule Gottfried Hamburger und Karl Kurre, jenem 4 Stunden w. Schreibunterricht, diesem 4 Stunden w. Zeichenunterricht bis auf weiteres übertragen.

Durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 15. April 1897 S. 2421 wurde der Kandidat des höheren Lehramts Friedrich Engelhardt, der schon früher am hiesigen Gym- nasium aushülfsweise thätig gewesen war,(vgl. Jahresbericht von Ostern 1896, Seite 14), als wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Anstalt beschäftigt. Er trat im wesentlichen in die von Dr.

Kilb seither ausgefüllte Stelle ein.

Friedrich Engelhardt, geboren am 16. August 1863, besuchte von Ostern 1873 1883 das Gymnasium zu Hanau. Er studierte in Marburg Philologie und Geschichte, bestand das Examen pro facultate docendi am 4. Mai 1888 und absolvierte von Ostern 1888 bis dahin 1889 das pädagogische Probejahr am Gymnasium zu Weilburg afL. Vom 1. April 1889 1890 genügte er seiner Militärpflicht in München. In der Zeit von Ostern 1890- 1894 war er als Privat- und Hauslehrer thätig. Vom 1. Mai bis zum 13. August 1894 vertrat er einen erkrankten Oberlehrer in Ober- lahnstein. Durch den Besuch der Königlichen Turnlehrer-Bildungsanstalt von Oktober 1894 bis März 1895 er- warb er die Befähigung zur Erteilung des Turnunterrichts. Nachdem er im Sommer 1895 am Gymnasinm zu Mar- burg und im Winter 1895/96 am Gymnasium zu Hanau vertretungsweise beschäftigt worden war, wurde er Ostern 1896 mit der Erteilung von 10 Turnstunden am Gymnasium zu Hersfeld beauftragt. Von hier wurde er Ostern 1897 als Nachfolger des nach Fulda versetzten Dr. Kilb wieder nach Hanau berufen.

Durch Verfügung Kæl. Provinzial-Schulkollegiums vom 29. April 1897 S. 2453 wurde dem durch andauerndes Leiden an der Erteilung des Unterrichts gehinderten Oberlehrer Gustav. Wiegand ein halbjähriger Urlaub bewilligt. Durch weitere Verfügung vom 13. November 1897 S. 66231 ward dieser Urlaub bis Ende April 1898 erstreckt, und vom 1. Mai d. J. ab ward auf

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