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Am Abend des 16. Januar fand in der Aula eine wohlgelungene musikalisch-deklamatorische Aufführung von Sophokles Antigone seitens der Schüler statt. Die Chöre und melodramatischen Partien wurden nach der Komposition des Oberlehrers an der Anstalt Professors Henkel ge- geben. Die Aufführung erfreute sich eines zahlreichen Besuchs und reichen Beifalls.
Am 27. Januar wurde das Geburtsfest Allerhöchst Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelms II. in der festlich geschmückten Aula begangen. Die Festrede hielt Oberlehrer Rein- hard über die Teilnahme hessischer Truppen an der Erstürmung von Frankfurt im Jahre 1792.
Die schriftliche Reifeprüfung fand vom 15. bis zum 20. Februnr statt.
An den Geburts- und Todestagen der hochseligen Kaiser wilhelm I. und Friedrich III. tanden Gedächtnisfeierlichkeiten statt. Die 100 jährige Wiederkehr des Geburtsfestes des hoch- seligen Kaiser Wilhelm des Grossen ward entsprechend den Bestimmungen des Allerhöchsten Er- lasses besonders festlich begangen durch gemeinsamen Kirchgang am 21. März, eine Schulfeier am 22. März und durch ein Schulfest am Abend des 23. März im Deutschen Hause.
Professor Wackermann ward zur Kräfrigung seiner Gesundheit für die Zeit vom 15. Juni bis zum 4. Juli im Anschluss an die Sommerferien beurlaubt(Verf. v. 8. Juni 1896 S. 3846). Der Ausfall der Lehrkraft ward zum Teil durch Zusammenlegung der Ober- und Unterprima gedeckt, teils übernahmen die übrigen Lehrer die Vertretung.
Oberlehrer Wiegand war(s. o.) zur Herstellung seiner Gesundheit im Sommersemester beurlaubt. Der technische Lehrer Ruth konnte von Neujahr 1897 ab wegen ernster Erkrankung bis zum 15. März keinen Unterricht erteilen. Ausserdem setzten den Unterricht aus der Direktor an 3 Tagen wegen Unwohlseins, Professor Wagenknecht an 3 Tagen wegen Teilnahme an der Naturforscherversammlung in Frankfurt a. M., Professor Dr. Wackermann an 11 Tagen wegen Unwohlseins, Professor Schaub an 6 Tagen aus gleichem Grund, professor Schmitz an 3 Tagen. beurlaubt zur Teilnahme an kirchlichen Verhandlungen in Berlin, Oberlehrer Wenning an 3 Tagen wegen Unwohlseins, Oberlehrer Wiegand an 2 Tagen wegen Familienangelegenheiten, Oberlehrer Dr. Müller an 7 Tagen wegen Unwohlseins, Oberlehrer Reinhard an 2 Tagen aus dem gleichen Grund, Oberlehrer Schlitt an 2 Tagen zum Zweck der Teilnahme an der Jubelfeier des Gym- nasiums zu Montabaur und an 1 Tage wegen Unwohlseins.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen zufriedenstellend.
Die mündliche Abschlussprüfung fand am 26 März statt, die mündliche Reifeprüfung unter Leitung des Herrn Provinzial-Schulrat Dr. Paehler am 29. März.
Am 31. März wurde der von hier versetzte Professor Wage nknecht in Gegenwart der Lehrer und Schüler von dem Direktor feierlich entlassen und sein Nachfolger, Oberlehrer Richard Mascher, in sein Amt eingeführt.
IV. Statistische Übersicht. A. Bestandi des Lebrerkollegs Ende März 1897.
a) Der Direktor: Dr. Philipp Braun. b)/0O. Oberlehrer: 1. Adolf Wagenknecht, professor, Rat 4. Kl., 2. Dr. Otto Wackermann, Professon, 3. Hermann Schaub. Professor, 4. August Schmitz, Professor, 5. Wilhelm


