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er wiſſenſchaftlich behandelt werden ſoll, blos in der erſten Claſſe ertheilt werden, da der Verſtand des Schülers ſchon zu einer gewiſſen Reife gelangt ſein muß, um die oft ſchweren Lehren aufzufaſſen, da Vorkenntniſſe, vor allen mineralogiſche und mathematiſche vorausgeſetzt werden, die man bei Schülern der niedern Claſſen nicht erwarten darf.
l. Der naturhiſtoriſche Anterricht
wird ſo ertheilt, daß in jeder Claſſe hauptſächlich ein Naturreich vorkommt und zwar die Zoologie in der vierten, die Botanik in der dritten und die Mineralogie in der zweiten. In jeder höhern Claſſe findet jedoch zugleich eine Wiederholung des in der niedern Gelehrten und eine Vorbereitung auf das in der hö⸗ hern Vorzutragende Statt. In der zweiten Claſſe kommt die ganze Naturgeſchichte noch einmal vor. Eine überſichtliche Wiederholung der ganzen Wiſſenſchaft ſcheint hier zweckmäßig zu ſein, da ſie gleichſam den Abſchied von der Naturgeſchichte bildet, die in der erſten Claſſe nicht mehr gelehrt'wird.
Auf dieſe Weiſe wird mehr Zeit für jedes Naturreich gewonnen. Es kann alſo ausführlicher behan⸗ delt werden. Auch kommt nicht immer in jeder Claſſe derſelbe Gegenſtand vor.
Ruͤckſichtlich der Auswahl des Stoffes hat das Wichtigere immer den Vorzug vor dem Minder⸗ wichtigen, das Näherliegende vor dem Entferntern und wird deßhalb ausführlicher beſchrieben.
Was die Thiere überhaupt betrifft, ſo wird ihre Entſtehung und Beſchaffenheit in den niedern Claſſen nur im Allgemeinen, in der zweiten Claſſe dagegen auch'Etwas aus der Anatomie und Phyſiologie, wenigſtens des Menſchen gelehrt.— Von den einzelnen Thieren werden die äußern Eigenſchaften und die Lebensweiſe, der Fang und die Zähmung, das Vaterland und die Verbreitung, der Nutzen und Schaden derſelben für die menſchliche Geſellſchaft beſchrieben.
Da das Gymnaſium bis jetzt noch keine zoologiſche Sammlung beſitzt, ſo muß ſich der Lehrer zur Beforderung des Anſchaulichen der Abbildungen bedienen. Dieſe ſind, wo es die größere Deutlichkeit er⸗ fordert, beſonders bei den niedern Thierclaſſen colorirt. Es werden dazu die Abbildungen zu Oken's Naturgeſchichte gebraucht.
Von den Pflanzen überhaupt wird die Entſtehung und Entwickelung, der Bau und die Theile der⸗ ſelben, von den einzelnen dagegen die Beſchaffenheit und die Pflege, das Vaterland und die Verbreitung, der Nutzen und Schaden beſchrieben.
Mit dem allgemeinen Bau derſelben, der Geſtalt der Blätter, den Theilen der Blüthe und des gan⸗ zen Gewächſes u. ſ. w. werden die Schüler ſo viel wie möglich durch grüne Exemplare bekannt gemacht. Um die einzelnen Pflanzen der hieſigen Gegend kennen und unterſcheiden zu lernen, werden bisweilen bota⸗ niſche Excurſionen angeſtellt, wobei zugleich gelehrt wird, wie man ein Herbarium zweckmäßig anlegen könne. Von deu übrigen Pflanzen werden Abbildungen(von Oken) vorgezeigt.
Die Mineralien werden nach ihren mathematiſchen, chemiſchen und phyſikaliſchen Eigenſchaften beſchrieben und der Schüler lernt ferner, wie ſie entſtehen, wo ſie gefunden werden, ſo wie wozu ſie nützen.
Mit den Grund⸗ und den abgeleiteten Geſtalten werden die Schuͤler durch Kryſtallmodelle aus Pappe bekannt gemacht. Die vorzüglichſten Mineralien beſchreibt der Lehrer nach Exemplaren.
In der 2 ehrweiſe findet ein Stufengang vom Leichtern zum Schwereren Statt. In der vierten Claſſe beſchränkt ſich der Unterricht auf das Wiſſenswürdigſte und Faßlichſte und bleibt von der wiſſen⸗ ſchaftlichen Form noch entkleidet— Es wird gleichſam blos der Stoff gegeben, der erſt ſpäter in ein Syſtem zu verwandeln iſt. In der dritten nähert ſich der Vortrag mehr dem Syſteme, das in der zweiten, ſo weit


