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Neben dem Kunstgesang im geschlossenen Chor wurde dem sogen. offenen Chorgesang besondere Pflege zuteil, der als Bindeglied der Musikarbeit aller Klassen das Fehlen eines großen Chores überbrückt und für den Wiederaufbau unserer Hausmusik eine gute Grund- lage bietet.
Das Schulorchester(Instrumentalchor) pflegte im Schubert-Gedenkjahr vornehmlich Schuberts Werke und beschäftigte sich dann mit Meisterwerken der Kammermusik(Corelli, Locatelli, Händel).
3. Leibesübungen.
Es bestanden 7 Turnabteilungen: OI— OlI Weihl, UII g u. r und OlIIIg Reuter, Olllr (Brenken), UIII g u. r(Reuter), IVg u. r(Weihl), Vg u. r(Unger) u. VI g u. r(Hohmann). — In allen Abteilungen wurden im Sommer vorzugsweise volkstümliche Uebungen und Spiele betrieben, im Winter Geräteturnen. Für die Spiele stand der Sportplatz des Homburger Turn- vereins zur Verfügung.— Am 15. und 16. September beteiligten sich die Schüler an den vom Obertaunuskreis ausgeschriebenen Reichsjugendwettkämpfen, wobei 98 Schüler Einzelpreise ge- wannen, die Schule einen Wanderpreis im Staffellauf errang und in zwei weiteren Kämpfen an zweiter Stelle lag.— Am 26. September, bezw. 9. März, fand die Turnreifeprüfung statt.
3) Der Lehrkörper.
a) Veränderungen. In die Stelle des im vergangenen jJahre verstorbenen Musik- lehres R. Barth rückte Oberschul- und Musiklehrer Robert Unger*) ein. Für den am Unter- richt verhinderten St.-Rt. Hartung wurde St.-A. Deisner aus Frankfurt am Main der Anstalt überwiesen. Da die Fakultäten der beiden Herren ganz verschieden waren, mußte eine neue Unterrichtsverteilung und eine dadurch bedingte tiefgreifende Umgestaltung des Stundenplanes vorgenommen werden. Laut Verfügung des P. S. K. vom 3. Mai 1928 wurde St.-A. Weihl mit Wirkung vom 1. April zum St.-R. befördert. Nach einer Mitteilung des P. S. K. vom 25. Januar 1929 wurde St.-Rt. Hartung mit Wirkung vom 1. Januar 1929 an das Staatliche Realgymnasium zu Wiesbaden versetzt. Vom 1. April ab wird nach einer Verfügung des P. S. K. vom 14. März St.-R. Wichert, zuletzt am Hersfelder Gymnasium, unserer Anstalt überwiesen.
b. Die Obliegenheiten des Oberstudienrats Dr. Dreyling bestanden wie bisher in der Vertretung des Direktors, der Beschaffung des Materials und der Abfassung des Jahres- berichtes, der Aufstellung des Stundenplanes, gelegentlicher Regelung von Vertretungen, statistischen Arbeiten, Berichten über Beratungsgegenstände allgemeiner Konferenzen, zuweilen auch der Leitung von Klassen- und Fachkonferenzen u. a.
c. und d. Ein Lehrerausschuß und eine pädagogische Vorbereitungsanstalt be- stehen an unserer Anstalt nicht.
*) Robert, Rudolf Unger, geboren am 30. Oktober 1895 legte nach erfolgter Ausbildung zum Lehrerberuf 1915 und 1918 die beiden Lehrerprüfungen ab und erlangte damit endgültige Anstellung im Schuldienst, die 1915/16 durch Heeresdienst unterbrochen wurde. Nach mehrjährigen, regelmäßigen pri- vaten Fortbildungsstudien in sämtlichen musikalischen Disziplinen bei Hochschullehrer Prof. Bedker, Prof. Gebhardt und Kapellmeister Goepfart zu Potsdam widmete er sich von 1925 ab ganz dem Studium an der Staatl. Akademie für Kirchen- und Schulmusik und der Staatl. Hochschule für Musik zu Berlin, das er 1927 mit dem Staatsexamen für Musiklehrer an höheren Lehranstalten und dem für Organisten und Chordirigenten dort zum Abschluß brachte. Auf Grund dieser Befähigungsnachweise war er von Ostern 1927 bis März 1928 als Musiklehrer an der Staatl. Schillerschule(Realgymnasium) und Aufbauschule zu Jüterbog tätig und wurde Ostern 1928 an die hiesige Anstalt berufen. Seit 1. Juni 1928 hat er zugleich das Amt des Organisten und Chordirigenten an der Erlöserkirche inne, nachdem bereits im April 1926 durch den Min. f. W. K. u. V. und den Ev. Oberkirchenrat in Preußen die Ernennung zum Kantor erfolgt war.


