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Aufrechterhaltung der Ordnung in der Turnhalle, der Bücherei, im Zeichensaal und naturwissen- schaftlichen Kabinett, Ausbesserung an Turngeräten, Instandsetzung und Ausgabe von Büchern, Kar- ten und Anschauungsmitteln jeder Art, Vorbereitung von physikalischen und chemischen Unterrichts- stunden, Vervielfältigung von Stundenplänen u. a. m.
Außer einer Schulgruppe des V. D. A., die 179 Schüler zöhlt, sind eigene Vereine an un- serer Anstalt nicht vorhanden. Es gehören aber sehr viele unserer Schüler anderen hiesigen und auswärfigen Vereinen als Mitglieder an, und zwar 110 den verschiedenen Turn- und Sportvereinen, 13 dem Tennisklub, 66 dem Bibelkränzchen, 14 dem Großdeutsch. Jugendbund, 20 dem Scharnhorst u. a. m.
Die turnerische und sportliche Betätigung unserer Schüler in der Oeffentlichkeit war auch in diesem Jahre recht rege und erfolgreich. An den zweitägigen Reichsjugendwettkämpfen beteiligten sich 23 Schüler der Oberstufe(19 Sieger), 46 der Mittelstufe(20 Sieger) und 94 der Un- terstufe(59 Sieger).— Die Handball- und Faustballmannschaften der Oberklassen spielten je ein-
mal in Friedberg und in Homburg gegen das Friedberger Gymnasium.— Gelegentlich der Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Hirschberg nahmen mehrere Primaner mit bestem Erfolge an den ausgeschriebenen, reichsoffenen Wettkämpfen teil.— Unser alljährlich gegen
Ende des Wintersemesters wiederkehrendes Schauturnen fand heuer am 6. April statt. Wie gewöhn- lich hatte es auch diesmal eine große Anzahl Eltern und Freunde der Anstalt angelockt, und niemand wird wohl unbefriedigt die Halle verlassen haben. Sowohl die Darbietungen an den Geräten, wovon die schwedische Sprossenwand und der Medizinball den meisten Zuschauern bislang wohl unbekannt waren, als auch die Uebungen am Boden zeugten von der eifrigen Körperkultur an unserer Anstalt und der freudigen Hingabe unserer Schüler an diesen Zweig des Unterrichts. Nicht unerwähnt bleibe, daß die Bodenübungen das heitere Gewand einer Vorstellung des„Circus Sarrasani“ trugen, der unter den Klängen einer eigenen Jazzbande mit seinen berittenen„Kamelen“ und seiner jugend- lichen Künstlerschar— meist Quartaner der Realschule— unter Purzelbäumen, Ueberschlägen, Rad- schläögen seinen lustigen Einzug in die Arena hielt. Aufgabenfrei waren jedesmal die Nachmittage, auf die die Spielstunden fielen.
Wanderungen, denen als gleichwerfig das Schauturnen und der eine der beiden Wett- kampftage zugerechnet wurden, sind in der behördlich vorgeschriebenen Anzahl ausgeführt. Sie führten in den Taunus, den Odenwald und bis Wiesbaden und Biebrich. Den Glanzpunkt dieser Veranstal- tungen bildete unstreiftig die am 25. August mit dem Dampfer„Roland“ ausgeführte Rheinfahrt von Mainz bis Caub, mit der eine Wanderung von Aßmannshausen über den Niederwald nach Rüdesheim verbunden wurde. Durch die starke Beteiligung der Eltern wurden die Kosten für den einzelnen Schüler auf M. 3.50 herabgemindert. Die 51 Schüler, die sich der Rheinfahrt nicht anschlossen, mach- ten am selben Tag unter Leitung des Oberstudienrats einen Ausflug in unser nahes Gebirge.— An einem Nachmittag besichtigte die Oberstufe unter Führung von St. Ass. Weihl das Frankfurter Stadion, bei welcher Gelegenheit ein Wettschwimmen veranstaltet wurde.— Am 15. November statteten die Schüler der oberen Klassen gelegentlich einer Wanderung der neuen sehenswerten Klärbeckenanlage bei Obereschbach einen Besuch ab.(S. auch unt. 7.)— Für Rudersport bietet sich hier keine Gelegenheit.
Der Gesundheitszustand der Schüler war bis zur letzten Januerwoche im ganzen befriedigend. Von da ab machte sich etwa 15— 20 Tage lang die Grippe, wenn auch nur in mäßigem Umfange, störend bemerkbar.
i) Das Schulgeld betrug im ersten und zweiten Monat des Vierteljahres RM. 17.—, im dritten RM. 16.— Das Eintrittsgeld RM. 5.—, die sog. Geschwisterermäßigung RM. 25,50 und 100%. Es wurden 35 staatliche und 10 städtfische Freistellen gewährt.
k) In Sachen der Berufsberatung standen der Direktor und das Lehrerkollegium auch im abgelaufenen Berichtsjahr den Eltern des öfteren beratend zur Seite. Die der Schule von einzelnen Fachverbänden zugegangenen Ratschläge sowie die einschlägigen behördlichen Erlasse und Verfügungen wurden den in Betracht kommenden Klassen bekanntgegeben. Um den Schülern einen Einblick in das Wirtschaftsleben zu gewähren, wurden auch eine Reihe von hiesigen und auswärtigen industri- ellen Betrieben besucht. So wurden u. a. in unserer Sfadt die Huffabrik von Möckel und die Choko- ladenfabrik Holex, in Frankfurt a. M. die Betriebe von C. u. W. Bohnert(elektr. Lampen) und Voigt D Haeffner(Schaltbrettanlagen für Hochspannung) eingehend besichtigt.


