Jahrgang 
1926
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c) Besondere Einrichtungen sind: das Schulorchester, die Vorturner-Riegen, die Unfall-Ver- sicherung, der Stenographen-Verein..

7. Chronik der Anstalt.

Das neue Schuljahr begann am 21. April mit der Prüfung der 44 neuangemeldeten vier- jährigen Grundschüler in den schon im vorigen Jahre üblichen Formen. Am folgenden Tag wurde der Unterricht mit einer feierlichen Ansprache eröffnet, in der der Direktor, an die Worte des 25. Psalms anknüpfend, den Schülern den Weg treuer Pflichterfüllung wies, um dann den Neueingetretenen die Schulordnung einzuhändigen und sie auf deren gewissenhafte Befolgung durch Handschlag zu verpflichten. 1

Die erste Schulfeier fand am 12. Mai anlößlich des Regierungsantritts des Herrn Reichs- präsidenten statt. Die Ansprache, der wirkungsvolle Gesänge und Deklamatfionen vorausgingen und folgten, hielt St.-R. König. Am 20. Juni versammelte sich abermals die Schulgemeinde in der Turn- halle, um die Tausendjahrfeier der Rheinlande zu begehen. Redner war St.-R. Müller. Anläßlich der Tagung des Gustav-Adolf-Vereins in unserer Stadt nahmen die evangelischen Lehrer und Schüler an dem Festzug nach der Kirche und an dem Gottesdienst teil. Auch der Reformationsgedenktag am 31. Oktober wurde durch gemeinsamen Kirchgang gefeiert. An beiden Tagen fiel der Unterricht für die gesamte Anstalt aus. Am 13. November, dem Tage, wo der Herr Reichspräsident der Stadt Frankfurt a. M. einen Besuch ebstaftete, wurden den Schülern, die dem Einzuge beiwohnen wollten und eine diesbezügliche schriftliche Einwilligung ihrer Eltern beibrachten, die zwei letzten Unterrichts- stunden freigegeben. Bm 13. November und 23. Dezember wurden den zahlreichen Siegern in den Reichsjugendwettkämpfen, die in Anwesenheit des Lehrerkollegiums auf dem Sportplètz des Homburger Turnvereins ausgetragen wurden, vor versammelter Schulgemeinde die Ehrenurkunden über- reicht. Eine Gedenkfeier für die im Weltkriege Gefallenen, bei der St.-R. Dr. Hartung die Ansprache hielt, fand am 27. Februar in der letzten Unterrichtsstunde statt. Die Schlußfeier, mit der die Ent- lassung der Abifurienten und der Realuntersekundaner verbunden war, wurde unter regster Anteil- nahme seitens der Eltern unserer Schüler und zahlreicher Freunde der Anstalt am Nachmittag des 26. März abgehalten.

Wegen übergroßer Hitze fielen am 11. und 12. Juni sowie am 10. August der Unterricht von der 5. Stunde ab aus.

Die Wiederimpfung fand am 20. Mai, die Nachschau 8 Tage später statt.

Die Musikpflege fand beredten Ausdruck in einer Reihe von Konzerten, die sich sämtlich regsten Besuches erfreuten. So wurden am 16. und 23. September in der Erlöserkirche zwei Orgel- konzerte unter Mitwirkung des Schülerchors abgehalten, die neben dem Zweck der Unterhaltung und Erbauung auch dazu dienten, die Schüler in das Verständnis musikalischer Formen einzuführen. Diesen Darbietungen folgten am 9. Dezember und 8. März zwei weitere musikalische Aufführungen, wovon in der einen dem Chor, in der anderen dem Orchester die Hauptaufgabe zufiel. Der Reinertrag der Konzerte wurde für die Anschaffung eines neuen Harmoniums und Ergänzung der Musikalien für das Orchester bestimmt.

Die Amazonas-, Nordsee-, Zeppelin-Eckener- und Aegypten-Lehrfilme, deren Vorführung jedes- mal in den letzten Vormittagsstunden stattfand, erfreuten sich eines starken Besuches.

Der Besprechung derNeuordnung des preußischen höheren Schulwesens, derRicht- linien für die höheren Schulen Preußens und der Beratung der Anstaltslehrpläne sowie Beanfragung neuer Schulbücher dienten zahlreiche Konferenzen, die sich durch das ganze Schuljahr bis Ende Januar hinzogen.