Jahrgang 
1926
Einzelbild herunterladen

2

klub, 78 dem Bibelkränzchen, 5 dem Quicdkborn, 183 dem Verein für das Deutschtum im Auslande, 17 dem Großdeutschen Jugendbund, 18 demScharnhorst u. a.

Auf dem Gebiete der turnerischen und sportlichen Betätigung herrschte wie bisher reges Leben, was sich durch die außergewöhnlich zahlreichen Preise und Siege in den Reichsjugendwett- kämpfen und Wettspielen mit benachbarten Anstalten kundtat. Das alljährliche Schauturnen, das wegen der dort gebotenen vortrefflichen Leistungen stets eine große Anziehungskraft auf Eltern und Freunde der Anstalt ausübt, fand, durch Darbietungen unseres Orchesters wirksam verschönt, am 20. März 1926 statt. Der aufgabenfreie Nachmittag war für O L UIII der Mittwoch, für O IIl V der Montag und für VI der Freitag.

Große Wanderungen, die sich z. T. auf zwei Tage erstreckten, fanden im Mai, September, Februar und März statt. Sie führten die unteren Klassen in den Taunus, die mitfleren an den Rhein bis nach Rüdesheim und die oberen an die Bergstraße und den Neckar bis Heidelberg und Neckar- Steinach. Im Sommer zogen des öfteren Klassen unter Führung eines Lehrers zu dem bei Dorn- holzhausen gelegenen Forellenteich, um dort zu baden, während im Winter Rodelausflüge nach der Saalburg unternommen oder die Eisbahn auf dem Kurparkweiher eifrig benutzt wurde. Anläßlich des von dem Herrn Reichspräésidenten der Stadt Frankfurt a. M. abgestatteten Besuches führfe St.-R. Dr. Harfung einige Klassen in das dortige Stadion, um den Emptangsfeierlichkeiten beizuwohnen. Derselbe unternahm auch verschiedentlich mit seinen Schülern geographische und geologische Ausflüge in die Umgegend. Bei günstigem Wetter wurde der naturkundliche und der Zeichenunterricht meist im Freien erteilt. In den Herbstferien(29. September bis 14. Oktober) beteiligten sich 9 Schüler der oberen Klassen unter Leitung von St.-R. Brenken an einer Wanderfahrt nach Wien, die vom Verein für das Deutschtum im Auslande organisiert worden war. Die Schüler lernten auf dieser Fahrt, die teils mit der Bahn, teils zu Fuß zurückgelegt wurde, einige der schönsten Teile deutschen und österreichischen Landes kennen.

Der Gesundheitszustand der Schüler war, von den üblichen Erkältungskrankheiten in der rauhen Jahreszeit abgesehen, recht befriedigend.

i) Das Schulgeld betrug monatlich 10., das Eintritisgeld 5. RM. Die Ermäßigung für das zweite eine höhere Schule oder Hochschule besuchende Kind betrug 25%, für das dritte 50%, das vierte und folgende 100%. 16 Schüler hatten eine ganze und 10 eine halbe staatliche Freistelle inne, 6 eine städtische. Von Ostern 1926 ab wird das Schulgeld RM 200. betragen, wobei gewisse Erleichterungen in Aussicht gestellt sind.

Nachdem für Lehrer- und Schüler-Bibliothek wenigstens ein Teil des früheren Etats wieder bereitgestellt worden war, konnten die notwendigsten Vervollständigungen daraus bestritten werden, während für die Hilfsbücherei wieder behördlicherseits Mittel aus den Schulgeldeinnahmen zugewiesen wurden, die ihren weiteren Ausbau ermöglichten. Der größere Teil dieser Mittel, die 7 ½% des Schul- geldaufkommens befragen, wurde zu Erziehungsbeihilfen verwandt; und zwar wurden an würdige und bedürftige Schüler im ganzen 2 200 RM vergeben. Der sparsam verwaltete Fonds, den in der drückendsten Nachinflationszeit die Opferwilligkeit der Elternschaft aufgebracht hatte, ermögplichte einige unumgänglich notwendige Verbesserungen und Anschaffungen für Bibliothek, physikalisches Kabinet und Kartenzimmer, wodurch er freilich nun sehr zusammengeschmolzen ist.

k) In Sachen der Berufsberatung wurden der Direktfor und das Lehrerkollegium oft in Anspruch genommen. Dem(auf Veranlassung des Herrn Landrats hier gehaltenen) Vortrag von Dr. Schwartz vom Sfädt. Berufsamf in Frankfurt a. M. wohnte in Vertretung des Kollegs St.-R. Klemme bei.

5. Der Elternbeiratf*) und seine Betätigung.

Auch im abgelaufenen Schuljahr war das Verhältnis des E.-B. zur Schule das eines verständ- nisvollen Hand-in-Hand-Arbeitens. Nachdem dem Französischen die frühere Stellung im Lehrplan des Gymnasiums, wenigstens zum Teil, wiedergewonnen war, bot dem E.-B. in diesem Jahre der Erlaß der Richflinien für die Neuordnung des Unterrichts reichen Beratungsstoff. Auch die Bestrebungen der Reichsarbeitsgemeinschaft für den möplichst frühzeitigen Uebergang begabter Schüler von der Grund- schule zur höheren Schule fanden die volle Billigung des E.-B., der außerdem dafür eintrat, daß auch ferner- hin die Schulordnung Bestimmungen über das Verhalten der Schüler außerhalb der Schule enthalten

*) Seine Zusammensetzung ist aus dem vorigen Schulbericht zu ersehen.