Jahrgang 
1925
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Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend.

i) Das Schulgeld betrug vom 1. Mai ab 10, das Eintrittsgeld 5 R.-M. Die Ermäs- sigung für das 2. eine höhere Schule besuchende Kind betrug 25%, für das 3. 50%, das 4. und folgende 100%. Ausländer zahlten das Doppelte des Inländersatzes. Im Sommer hatten 22 Schüler eine ganze und 4 eine halbe Freistelle inne, im Winter 23 u. 4. Städtische Freistellen gab es 7.

Die furchtbare Lage der Staatsfinanzen hatte schon in den ersten Monaten des Jahres 1924 die Anstalt gezwungen, an den Elternbeirat mit der Bitte um Unterstützung heranzutreten. Ein von diesem erlassener Aufruf brachte das erfreuliche Ergebnis, daß, ein- schließlich einer besonderen Spende von M 500, bis zum Beginn des Sommersemesters über M 950 gesammelt waren, von denen ein erheblicher Teil für die Zwecke der Hilfsbücherei verwendet wurde. So konnten einerseits, neben anderen Hilfsbedürftigen, die zahlreichen Ausgewiesenen vollständig mit Büchern versehen werden, und andererseits war es nun mög- lich, durch Serieneinstellungen deutscher und fremdsprachlicher Lektürstoffe eine größere Vielseitigkeit und Beweglichkeit des Unterrichts zu erzielen, ohne die Schüler zu belasten. Eine weitere wirksame Unterstützung fand die Hilfsbücherei durch die behördliche Anweisung, daß 71⁄2% des Schulgeldes für Hilfsbücherei und Erziehungsbeihilfen verwandt werden können. Eine Leihgebühr für Bücher aus der Hilfsbibl. wurde nicht erhoben. Als Erziehungs- beihilfen wurden an 14 würdige und bedürftige Schüler im ganzen 1 500 R.-M. verliehen.

k) Zur Berufsberatung standen Direktor und Lehrer den Eltern stets gern zur Ver- fügung. Der Direktor suchte Verbindung mit dem städtischen Berufsamt in Frankfurt a. M., hörte einen Vortrag des Direktors Menne und erörterte einschlägige Fragen in Konferenzen und vor den Eltern.

5. Der Elternbeirat und seine Betätigung.

Nachdem die Amtszeit des vorigen E.-B. zu Ostern 1924 abgelaufen war, ergab die Neuwahl am 22. Juni folgende Liste: 1) Herr Max Kettner, Forstmeister(Vorsitzender), 2) Herr Hans Urban, Oberpostsekretär. 3) Frau F. Laue. 4) Herr Ernst Hüsselrath. 5) Herr Dr. Wolf Salinger, Rechtsanwalt. 6) Herr Philipp Hartmann, Lademeister. 7. Herr Pius Hett, Zuschneider und 8.) Herr Studienrat Kasper,(Schriftführer). In drei Sitzungen(24. 6. 24, 30. 10. 24, 20. 3. 25) wurde zu einschneidenden Fragen des Schulbetriebes Stellung genommen. Insbesondere setzte sich der E.-B. wiederholt ein für ausreichende Berücksichtigung des Französischen und Englischen auf dem Gymnasium, deren ernsthafte Erlernung ihm neuer- dings gefährdet erschien, für den Betrieb von Sport und Wettkämpfen, jedoch nur in ver- nünftigen Grenzen, für ungeschmälerte Pflege des Chor-Gesanges und die Wiedereinführung des Schreibunterrichts. In den meisten dieser Fragen wußte er sich eins mit der Reichsar- beitsgemeinschaft der Elternbeiräte an höheren und mittleren Schulen Deutschlands. Für Anregungen seitens der Schulleitung zeigte er stets das größte Entgegenkommen, sodaß das Verhältnis zwischen Elternschaft und Schule ein völlig ungetrübtes ist. Eine Elternversamm- lung wurde, da die früheren nur schwach besucht waren, nicht gewünscht.

Außer den schon erwähnten dankenswerten Unterstützungen, die der Schule durch die Bemühungen des E.-B. zuflossen, wurde ihr von der Emergency-Society in New-Vork auf Kosten des Herrn A. Merckens in Buffalo ein Jahresabonnement derZeitschrift für Deutschkunde und derMonatsschrift für höhere Schulen zum Geschenk gemacht. Des gütigen Spenders, dem der Direktor nach Erhalt der freudigen Mitteilung sofort den ver- bindlichsten Dank der Schule übermittelte, sei nochmals rühmend an dieser Stelle gedacht. Gleicher Dank gebührt der Opferwilligkeit der beiden hiesigen Familien Köhler und Möckel, die die der Geldentwertung zum Opfer gefalleneHammelmann-Stiftung wieder zu neuem Leben erweckten, sodaß Ostern d. J. wieder 3 der abgehenden Schüler, die sich durch Fleiß und gutes Betragen ausgezeichnet hatten, eine wertvolle Bücherspende überreicht werden konnte.