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Freunde der Jugend, dem bescheidenen und wohlwollenden Menschen und verdienten Ge- lehrten wird unsere Schule, die durch sein Ableben in aufrichtige Trauer versetzt wurde, ein ehrendes, dankbares Andenken bewahren.— Eine grosse Zahl von Lehrern und Schülern der Anstalt gaben am Sonntag, den 29. Dezember 1912 dem Verewigten das letzte Geleite und wohnten den Trauerfeierlichkeiten in der Synagoge und auf dem Friedhofe bei.
Der jüd. Religionsunterricht wurde von Neujahr 1913 ab von Herrn Cantor Herz erteilt, der Herrn Dr. Kottek schon bei einer längeren Erkrankung im Sommer ver- treten hatte.
Ostern 1912 wurden der Anstalt die Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Ludw. Friedrich aus Frankfurt a. M. und Hans Dombach aus Homburg zur Fortsetzung, bezw. Ableistung ihres Probejahres überwiesen. Herr Dr. Friedrich ging nach den Herbstferien als Oberlehrer an das Kaiserin Aug. Vikt.-Lyzeum über. Herr Dombach übernahm im Sommer zeitweise die Vertretung der Herren Oberlehrer Brenken und Kasper, von denen dieser zu einer 14tägigen militärischen Dienstleistung, jener zu einer Reise nach England im Anschluss an die Sommerferien 10 Tage beurlaubt wurde.
Zur Teilnahme an einem mathem.-physikal. Ferienkursus in Göttingen wurde Herr Oberl. König im April, Herr Prof. Dr. Rudolph zu einem archäologischen Kursus in Bonn und Trier nach Pfingsten einberufen. Die Vertretung wurde von dem Kol- legium übernommen.
Die Sedanfeier wurde am 1. und 2. September würdig begangen. Sonntag, den 1. September vormittags beteiligten sich einige Schüler an dem Wettlauf(400 u. 100 m) auf dem Platze der Homburger I. Sportvereinigung. Am Nachmittag führten 16 Schüler des Obergymnasiums bei der jJahnfeier des hiesigen Turnvereins einen Reigen und Stabübungen mit Musikbegleitung aus, und die 3. Turnabteilung zeigte sich in ausgewählten Uebungen am Barren. Beides hatte Herr E. Dombach vorbereitet.
Am 2. September 8 Uhr morgens fand die Schulfeier in der Turnhalle statt. Herr Oberlehrer Brenken sprach über die„Geschichte und Organisation des roten Kreuzes,“ wo— bei er besonders der Verdienste der Homburgischen Landgrafentochter Prinzessin Marianne, der Gattin des Prinzen Wilhelm von Preussen, gedachte. Der Schülerchor unter Leitung des Herrn Barth trug einige Gesänge, besonders Wanderlieder vor, die trotz dem nassen und kalten Septemberwetter recht frisch klangen.
Die Kaisergeburtstagsfeier fand am Montag den 27. Januar, 9 Uhr in der gewohnten Weise in der Turnhalle statt. Nach der Verlesung eines Psalms wechselten Chor- lieder mit Deklamationen, die sich alle auf die grosse Zeit der Befreiungskriege bezogen. An zwei Schüler konnten Bücher als Prämien verteilt werden, deren eines von S. M. dem Kaiser, das andere von der Haude-Spenerschen Buchhandlung gestiftet waren. Herr Zeichen- lehrer Herbold führte in seiner Festrede aus, welche Verdienste sich unser Kaiser um die Förderung der Kunst teils durch eigene Arbeiten und Entwürfe, teils durch Aufträge an Künstler und Anteilnahme an ihren Werken erworben hat.
Am Dienstag den 7. Mai unternahm der Direktor mit der Prima bei schönem Wetter einen Ausflug über Köppern nach der Capersburg, deren Anlage und Reste von zwei Primanern auf Grund des Limeswerkes erklärt wurden. Von hier ging es unter fröhlichen Gesängen über den Winterstein nach dem anmutigen Cransberg und nach Besichtigung des Schlosses weiter zur Kreuzkapelle und nach Usingen. Unter sachkundiger Führung wurde Schloss und Kirche besehen und dann weiter gewandert über Wehrheim ins Köpperner Tal.
Am 9. Mai machte die III2g. unter Führung des Herrn cand. prob. Dombach einen Nachmittagsspaziergang über den Pelagiusplatz nach dem Fröhlichen Mannskopf und der


