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Herr Prof. Dr. Gerland wurde auch in diesem Schuljahr auf Antrag der Kgl. Akad. der Wissenschaften in Berlin zum Zweck einer wissenschaftlichen Arbeit um 12 Stunden entlastet. Mit seiner Vertretung wurde wie im vorigen Jahre der wissensch. Hilfslehrer Herr OQttmar Schäfer betraut, der gleichzeitig 12 weitere Stunden zur Deckung des durch Teilung der Quarta erhöhten Unterrichtsbedarfs, also i. g. 24 Stunden, erteilte.
Am Ende des Sommers sah sich Herr Prof. Dr. Bauder wegen eines sich immer stärker bemerkbar machenden Nervenleidens genötigt, nachdem er schon im September mehrere Wochen dem Unterricht hatte fernbleiben müssen, um einen G6monatlichen Urlaub bis Ende März 1913 einzukommen. Zu seiner Vertretung wurde der Anstalt vom Kgl. Prov.- Schulkollegium vom 8. Oktober 1912 ab Herr Dr. Silomon aus Frankfurt a. M. über- wiesen. Am 1. Dezember 1912 richtete Herr Prof. Bauder, dessen Leiden sich nicht ge- bessert hatte, an das Kgl. Pr.-S.-Kollegium ein Gesuch um Versetzung in den Ruhestand. Dieses wurde am 22. Januar 1913 unter ehrenvoller Anerkennung seiner treuen Amtsführung genehmigt. Die besten Wünsche und Hoffnungen des Unterzeichneten sowie der Kollegen begleiten den pflichttreuen und hochgeschätzten Amtsgenossen, der 33 Jahre hindurch mit Eifer und Gewissenhaftigkeit an der Anstalt gewirkt hat, in diese Zeit der Ruhe. Ihm, der stets den Schülern mit Wohlwollen und den Kollegen mit freundschaftlicher Gesinnung ent- gegengekommen ist, wünschen wir nun, dass das Studium der Litteratur, das er von jeher mit Eifer gepflegt und in mehreren Programm-Abhandlungen verwertet hat, ihm auch künf- tig schöne Früchte tragen und die Zeit des Ruhestandes erhellen möge.— Zur Bekleidung der durch Prof. Bauders Ausscheiden erledigten Stelle wurde am 9. Dezember 1912 vom Cura- torium Herr Oberlehrer Dr. Prinz aus Arolsen berufen. Die Wahl dieses jungen Kollegen, der schon zweimal an unserer Anstalt mit gutem Erfolge tätig war, fand am 25. Januar d. JIs. die Bestätigung der vorgesetzten Behörde. Leider wird Herr Dr. Prinz sein neues Amt erst am 1. Oktober d. J. antreten können, wodurch eine abermalige Vertretung von Ostern ab nötig wird.
Am 17. November 1912 verstarb in Mainz in nahezu vollendetem 75. Lebensjahre Herr Prof. Dr. Wilhelm Glaser, der am 1. jJuni 1908 nach fast 43jähriger segens- reicher Tätigkeit an unserer Schule aus seinem Lehramt geschieden war. Ein Fachkollege widmete ihm in den hiesigen Zeitungen den folgenden Nachruf:„Die Kunde von dem Hin- scheiden des Herrn Prof. Dr. Glaser wird viele Homburger mit aufrichtiger Trauer erfüllen. Hat er es doch verstanden, während seiner 43 jährigen erfolgreichen Tätigkeit an dem hiesigen Gymnasium und der Realschule sich die Wertschätzung weiter Kreise zu erwerben. Von seiner mathematischen Veranlagung zeugen die vielen Abhandlungen, die in den jahresberichten der genannten Anstalt veröffentlicht sind. Jahrzehnte lang war er ein eifriger Mitarbeiter an dem Aufgaben-Repertorium der Zeitschrift für mathematischen Unterricht. Hier veröffent- lichte er auch den Satz über die Kreise des Apollonius im Dreieck, der mit zu den schönsten Sätzen der Elementargeometrie gehört. Im Unterricht verstand er es, die Schüler zu fesseln und sie mit grossem Geschick in die verschiedensten Gebiete der Mathematik einzuführen. Ihre Anhänglichkeit kam besonders schön zum Ausdruck bei der Feier seines siebzigsten Geburtstages. Aber auch seine Kollegen, sowie alle, die ihm persönlich näher getreten sind, wussten sein bescheidenes Wesen und seine vornehme Denkungsart zu schätzen und werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren.“
Mehrere Lehrer der Anstalt, darunter der Unterzeichnete, erwiesen ihm am 20. No- vember, dem Buss- und Bettag, in Mainz die letzte Ehre und legten in dankbarem, treuen Gedenken auf seinem Sarge einen Kranz nieder.
Von einem erschütternd plötzlichen Tode wurde am 26. Dezember 1912 Herr Rabbiner Dr. Kottek ereilt, der seit dem 21. April 1888 an unserer Anstalt mit treuer Hingabe den jüdischen Religionsunterricht erteilt hat. Dem gewissenhaften Lehrer und


