vl. Stiftungen.
1. Die Stiftung zum Besten würdiger und bedürffiger Schüler ist bis zum Schlusse des Jahres 1908 auf 1286 Mk. angewachsen. Die Jahreszinsen des Fonds werden, da ihr Betrag noch nicht hoch genug ist, einstweilen dem Kapital hinzugefigt. Wir hoffen. dass durch gütige Spenden, die wir von Freunden unserer Anstalt erbitten, der Zeitpunkt nah gerückt wird, wo ein Schüler durch Auszahlung der Zinsen unterstützt werden kann.
2. Heinrich⸗Sammelmann⸗Stiftung. Bei der Schlussfeier am 11. April 1908 wurde aus den Zinsen des Stiftungskapitals dem Oberprimaner W. Wundt das zweibändige Werk von F. Cohn„Die Pflanze“ als Prämie verliehen.— Das Kapital, bei der hiesigen Amts- sparkasse auf Buch No. 12059 angelegt, belief sich am 1. Januar d. Js. auf 1085 Mk.
Für alle Geschenke, die im Laufe des letzten Schuljahres unsrer Anstalt gemacht worden sind. sage ich den gütigen Gebern den verbindlichsten Dank.
Dll. mitteilungen für die Schüler und deren Eltern.
Eltern. die über die Leistungen oder das Verhalten ihrer Söhne mit einem Lehrer Rücksprache nehmen wollen, werden gebeten, sich hierzu in den durch Anschlag bekannt gemachten Sprechstunden einzufinden. Ausserdem wird den Eltern. sehr empfohlen, sich oft die Hefte ihrer Kinder zu Hause vorlegen zu lassen, um zu prüfen, ob die Arbeiten sauber und gut geschrieben sind, und ob die Leistungen den Anforderungen genügen oder nicht. Wenn die Leistungen mangelhaft sind, muss rechtzeitig kür Beseitigung der Lücken im Wissen gesorgt werden. Im letzten Vierteljahr ist es dazu meistens zu spät; die Mitglieder des Lehrerkollegiums lehnen es ab, dann erst Nachhilfestunden zu übernehmen.
Wir bringen in Erinnerung, dass für die Gymnasiasten von Sekunda an aufwürts in zwei wöchentlichen Lehrtsunden wahlfreier Zeichenunterricht und ebenso für die Realschüler neben den pflichtmässigen Stunden Unterricht im Linearzeichnen erteilt wird. Denjenigen Schülern, die sich der Technik, dem Studium der Naturwissenschaften, der Mathematik oder der Medizin widmen wollen, wird dringend empfohlen, an diesem Unterricht teilzunehmen. Ebenso sollten die Gymnasiasten, soweit sie den Anforderungen der pflichtmässigen Lehrfächer ohne grosse Anstrengungen genigen, die Gelegenheit benutzen, in Obersekunda und Prima die englische Sprache zu erlernen, deren Kenntnis ihnen im späteren Leben von grossem. Vorteil sein wird.
An die Eltern richten wir die Bitte, die häusliche Lektüre ihrer Söhne zu ſiberwachen. Für einen sehr billigen Preis werden jetzt kleine, mit anlockenden Bildern versehene Druckschriften feil geboten, die nervenaufregende Räuber- und Detektivgeschichten oder auch sittlich anstössige Erzählungen enthalten. Wenn die Jugend derartige Dinge liest, wird ihre Sittlichkeit geführdet, und das überreizte Gehirn wird zu ruhiger, stetiger Arbeit, wie sie die von der Schule gestellten Aufgaben erfordern, unfähig gemacht. Für eine gesunde Entwickelung des geistigen Lebens der Schüler ist eine Lektüre von Büchern der bezeichneten Art höchst nachteilig. Die in verschiedene Abteilungen getrennte Schüler- bibliothek bietet eine reiche Auswahl unterhaltender und belehrender Schriften, so dass die Schüler Gelegenheit haben, von hier Bücher zu angenehmer Beschäftigung in ihren Musse- stunden zu beziehen.
Die Schlussfeier; verbunden mit der Entlassung derfürreiferklärten Schüler, wozu wir die Behörden, die Eltern der Schüler und die Freunde der Anstalt höflichst einladen, findet am Sonnabend, den 3. April, 9 Uhr vormittags, statt.


