III. Zur Schul⸗Seſchichite.
1. Das Schuljahr wurde, nachdem am Montag, den 23. April, vierundvierzig Schüler neu aufgenommen worden waren. am Dienstag, den 24. April, mit einer Morgenandacht eröffknet. Die Schüler wurden mit der Schulordnung bekannt gemacht, zu Fleiss und zu gutem Betragen ermahnt, dann begaben sie sich zum Unterricht in ihre Klassen. Die Perien wurden nach der von der vorgesetzten Behörde vorgeschriebenen Ordnung eingehal- ten. Das Schuljahr wird am Sonnabend, den 23. März 1907, geschlossen.— Im Bestande des Kuratoriums ist im Verlaufe des Jahres keine Anderung eingetr eten.—
2. Der Lehrkörper. Während im Schuljahr 1906 die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums, verglichen mit der des Vorjahres, unverändert geblieben war, wird am Ende des Schuljahrs ein Wechsel eintreten. Herr Oberlehrer Achard, der seit Gründung unserer Schule im Oktober 1865 ohne Unterbrechung seine Tätigkeit unserer Anstalt ge- widmet hat, fühlte, dass seine Kräfte bei zunehmendem Alter eine Verminderung erlitten, und bat um seine Versetzung in den Ruhestand. Nachdem die städtischen und staatlichen Behörden seinem Gesuche entsprochen haben, wird Herr Oberlehrer Achard am 1. April d. J. aus dem Lehrerkollegium ausscheiden. Länger als 41 Jahre ist er als Lehrer der französischen und englischen Sprache sowie des Zeichnens treu und gewissenhaft und mit gutem Erfolge an unsrer Schule tätig gewesen. Wir danken ihm herzlich für die lang- jſührigen, treuen Dienste. die er unserer Schuljugend geleistet hat, und wünschen dem lieben Kollegen, dass ihm noch eine Reihe glücklicher Jahre im wohlverdienten- Ruhestand be- schieden sein möge.— Herrn Professor Dr. Eekhardt wurde am 2. April der Rang der Räte vierter Klasse. Herrn Dr. Rudolph am 24. Dezember der Charakter als Professor und am 25. Januar 1907 der Rang der Räte vierter Klasse, Herrn Professor Fröling am 21. Januar der Rote Adlerorden 4. Kl.. allergnädigst verliehen.
3. Schulfeiern Am 16. August 1906 wurde das schöne Denkmal enthüllt, das S. Majestät der Kaiser der Stadt Homburg geschenkt hat, um die Erinnerung an das edle Heldengeschlecht der Homburger Landgrafen, die von 1622 bis zum Aussterben der Familie im Jahre 1866 das Land regierten, wach zu erhalten. In allen grossen Ent- scheidungskäümpfen, 1675 gegen die Schweden, 1740 bis 1742 im ersten und im zweiten Schlesischen Kriege und in den Kriegen gegen Napoleon 1806—1814, fochten die Hom- burger tapfer unter den Fahnen der Hohenzollern. Ebenso haben edel fühlende und hoch- herzige Fraunen der Homburger Fürstenfamilie zur Zierde gereicht. Unsere Schule war wie die übrigen Schulen des ehemaligen Amtes Homburg durch das Königliche Hofmarschall- amt zur TPeilnahme an der Feier eingeladen. Das Lehrerkollegium und vierzig Schiler begaben sich mit der Schulfahne auf den Festplatz, und wir hatten Gelegenheit, die Rede mit anzuhören, die der Kaiser dem Andenken der edlen Fürsten widmete. Dem Unter- zeichneten wurde bei dieser Gelegenheit die Krone zum Roten Adlerorden 3. Kl. huldvollst verliehen.— Die Sedanfeier wurde am Sonnabend, den 1. September, gehalten. Die Festansprache. der ein Chorgesang, Finnländischer Reitermarsch. vorausging, hielt Herr Professor Dr. Bauder. Pr wies darauf hin, dass wir den Vorfahren, die unter schweren Kümpfen das deutsche Reich gegründet haben, ein dankbares Andenken bewahren missen, und legte der Jugend ans Herz. eifrig dazu mitzuwirken, dass die idealen Aukgaben, die auch jetzt noch dem deutschen Volke gestellt werden, zum Wohle unseres Vaterlandes gelöst werden.— Bei der Geburtstagsfeier des Kaisers wurde ein Teil der Dichtung„Das Meer“ von Joh. Weber, komponiert von A. Klughardt, unter Leitung des Herrn Schild- hauer zur Aufführung gebracht. In der Festrede schilderte Herr Professor Dr. Eekhardt die ausgedehnte Wirksamkeit des Kaisers Friedrich und seiner Gemahlin für die Hebung der Kunst, eine Wirksamkeit, in der Kaiser Wilhelm II. mit seinen erlauchten Eltern


