Jahrgang 
1906
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Ober-Sekkunda. Ordinarius: Professor Dr. Glaser.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung der Apostelgeschichte. Kirchengeschichte bis 325, nach Noack. 1 u. 2. Thessalonicher Brief u. 1. Korinther-Brief. Wiederholung von Kathechismus-Sprüchen, Liedern und Psalmen. Klemme.

2. Deutſch: 3 St. Proben aus dem Urtexte des Nibelungenliedes und von Walter

der Vogelweide. Gudrun privatim. Inhalt von Wolframs Parzival. Ausblick auf nor- iische S Sagenkreise. Gelesen: Schiller, Wallenstein: Goethe, Hermann u. Dorothea u. Götz. Schöne Stellen wurden auswendig gelernt, darunter ein Monolog Wallensteins. Poctik im Anschluss an die Lektüre. Vorträge der Schüler, zumeist im Anschluss an die Privat- lektüre; hieran anknüpfend, rhetorische Belehrungen. Wiederholung früher gelernter Ge- dichte. Grammatisches und Stilistisches bei der Durchnahme der Aufsätze. Bauder. Themata der Aufsätze:

Was lehrt uns das Wort:Dem Mutigen gehört die Welt? 2. Wie behandelt der herrsch- süchtige Jugurtha seine Verwandten?(Klausur.) 3. Wie betciligen sich in Schillers Gedicht:Das Eleusische Fest die ceinzelnen Götter an dem Kulturwerke? 4. Welche Vorteile bietet das heutige Verkehrswesen dem Reisenden? 5. Wie lässt sich der Krieg mit einem Gewittersturm vergleichen? 6. VWas erfahren wir

in SchillersWallensteins Lager über die Simmung der Soldaten gegenüber dem Oberfeldherrn? 7. Was lehrt uns das Wort:Einigkeit macht stark:(Klausur). 8. Welche Ursachen veranlassten dic furchtbare

Niederlage der Römer bei Kannä?

kateiniſch: 7 St. Gelesen wurde: Sallust: Bell. Jug. u. Catil. Teilw. Liv. XXII. Cicero: Cato Maior. Ba nder. Vergil: II.IV.(im Durehblick). Auswendiglernen ein- zelner Stellen. 2 St. Rudolph. Grammatik, Stilistik: alle 2 Wochen eine chriktliche Uibersetzung ins Lateinische, vierteljihrlich eine Ubersetzung ins De utsche; zwei deutsche Ausarbeitungen über Gelesenes. Bauder.

4. Sriechiſch: 6 St. Gr. Syntax des Verbs. Schriftliche Übersetzungen ins Grie- chische und aus dem Arieehitchen alle 14 Tage abwechselnd. Lekt. Herod. VII in Aus- wahl: Xenophons Memorab. I. II., Hom. Odyss. 13 24 in Auswahl. Schulze.

Französiſci: 3 St. Lektüre: 8 Sarcey, Le Siège de Paris und Scribe, Le Verre d'Ean.(Velh.& Kl.) Dreyling.

6. Engliſch(wahlfrei): 2 St. Lektüre nach DeutschbeinsVorstufen. Schneider.

7. Seſchichte und Erdkunde: 3 St. Griechische und römische Geschichte. Gerland.

8. IIlathematik: 4 St. Einiges über Transversalen; harmonische Punkte und Strahlen: 1ihaneiri Konstruktionsaufgaben; quadratische Gleichungen. Glaser.

Hlatuclehre: 2 St. Wärmelehre nebst Anwendungen auf Meteorologie. Akustik. Fekha Tdt.

10. Zeichnen: 2 St. Nicht verbindlich. Linearzeichnen. Durchdringungen und

Perspektive. Achard.

Unter-Sekunda. Ordinarius: Professor Fröling.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung des Evangel. nach Lukas. Wiederholung der Bergpredigt und der wichtigsten Abschnitte aus der Apostelgeschichte. Wiederbol. von Katechismus. Sprüchen, Liedern und Psalmen. Fröling.

2. Deutſchk: 3 St. Anleitung zur Aufsatzbildung aurch Übungen im Auffinden und Anordnen des Stoffes. Lektüre: Gedichte und Aufsätze des Lesebuchs von Hopf-Paulsiek: Schillers Glocke: Dichtung der Befreiungskriege; Wilhelm Tell; Jungfrau von Orleans. Auswendiglernen von Gedichten und Dichterstellen sowie Uebungen im freien Vortrag. Aufsitze alle 4 Wochen. Halbjährlich eine einstündige deutsche Ausarbeitung in der

Klasse. Fröling. 3 Themata der Aufsätze: Wie ſcierten wir Schiller in unserer Anstalt am 0. Mai 19055 2a. Welchen Verlauf nahm unser Schülerausfiag am 23. Mai 1905 b. Wie verlief der Tag meiner Konfirmation am 28. Mai 19055 3. Was